Regen rettet die Apfelernte Bodensee-Äpfel 2025: Bauern erwarten Spitzenqualität und reiche Ernte

Bodensee-Äpfel 2025: Bauern erwarten Spitzenqualität und reiche Ernte
Mit einem symbolischen Griff zum Apfel eröffneten Vertreter der Obstregion Bodensee, Politik, Forschung und Erzeugerorganisationen offiziell die Apfelsaison 2025 auf dem Obsthof Steffelin in Ittendorf. (Bild: Obst vom Bodensee Marketing GmbH, Nicole Keßler)
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Die Obstbauern vom Bodensee rechnen in diesem Jahr mit einer Ernte von rund 227.000 Tonnen Äpfeln. Die Früchte überzeugen mit Spitzenqualität und einem ausgewogenen Zucker-Säure-Verhältnis.

Zum offiziellen Start der Apfelsaison am 28. August 2025 auf dem Obsthof Steffelin in Ittendorf herrschte Zuversicht. Auch wenn die Menge etwas unter der Ernte des Vorjahres liegt, fällt sie deutlich besser aus als 2023.

Erich Röhrenbach, Vorsitzender der Obstregion Bodensee e.V., betont die Bedeutung der Region als zweitgrößtes Obstanbaugebiet Deutschlands. Während andere Anbauregionen 2024 durch Spätfröste Verluste hinnehmen mussten, konnte der Bodenseeraum rund 45 Prozent der deutschen Apfelproduktion stellen. Ein mildes Frühjahr und ausreichend Niederschläge sorgten für gute Wachstumsbedingungen. Zwar wurde es im Sommer zeitweise kritisch, doch Regenfälle Ende Juli retteten die Saison. Auch Birnen entwickelten sich erfreulich.

Chancen und Herausforderungen

Röhrenbach verweist auf stabile Marktaussichten, spricht aber auch Herausforderungen an. Vor allem die geplante Erhöhung des Mindestlohns belaste die arbeitsintensiven Obstbaubetriebe erheblich. Investitionen in Schutzsysteme, Bewässerung und Projekte wie FAIRDI seien entscheidend, um die Zukunftsfähigkeit und Biodiversität der Familienbetriebe zu sichern.

FAIRDI steht für weniger Pflanzenschutz, mehr Biodiversität und eine stärkere Gewinnbeteiligung der Erzeuger. „Fair zur Umwelt, fair für die Gesellschaft und fair zum Erzeuger“, fasst Röhrenbach zusammen. Er appelliert besonders an junge Erwachsene, heimische Früchte zu kaufen, um kurze Transportwege und regionale Vielfalt zu unterstützen.

Neue Geschäftsführerin im Amt

Mit Anja Renz stellte sich die neue Geschäftsführerin der Obstregion Bodensee e.V. vor. Sie war bereits 2019 als Interimsgeschäftsführerin während des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ aktiv. Als Juristin und durch den Nebenerwerbsbetrieb ihres Mannes bringt sie sowohl Fachwissen als auch Praxisnähe mit.

Politik und Forschung im Schulterschluss

Sabine Kurtz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung des Bodensee-Obstbaus hervor. Jeder vierte Apfel in Deutschland stammt aus der Region. Sie lobte die Qualität der Erzeugnisse sowie das FAIRDI-Projekt, das vom Ministerium gefördert wird. Förderprogramme für Obst- und Gemüseerzeuger böten zusätzlichen Handlungsspielraum.

Kurtz betonte zudem die gesellschaftliche Rolle des Obstbaus für Ernährungssicherheit, Wirtschaft und Landschaftspflege. Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) bezeichnete sie als wichtiges Innovations- und Forschungszentrum.

Auch Dr. Ulrich Mayr, stellvertretender Geschäftsführer des KOB, zeigte Perspektiven auf: Neue, schorfresistente Apfelsorten könnten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern und die Kosten senken – ganz im Sinne vieler Verbraucher.

Markt und Prognose

Jürgen Nüssle, Geschäftsführer der Württembergischen Obstgenossenschaft Raiffeisen eG (WOG), bestätigte die Prognose von 227.000 Tonnen Äpfeln für den Bodenseeraum. Bundesweit wird mit einem Plus von 14,68 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Die größten Anbaugebiete sind die Niederelbe mit 319.000 Tonnen und der Bodensee mit 227.000 Tonnen. Damit stellen beide zusammen rund 60 Prozent der deutschen Apfelernte.

Zu den Hauptsorten zählen Elstar, Jonagold, Braeburn und Gala, wobei Elstar mit 202.000 Tonnen führend bleibt. Nüssle mahnt jedoch: „Wir brauchen politische Unterstützung. Steigende Kosten bei stagnierenden Preisen gefährden die Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Wertschätzung für regional erzeugtes Obst.“

(Quelle: Obstregion Bodensee e. V.)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.