Prof. Dr. Eva Illouz ist jüngst mit dem Aby Warburg-Preis der Hansestadt Hamburg für ihre soziologische Forschung zum Zusammenhang zwischen Politik und Emotionen ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird alle vier Jahre an herausragende Intellektuelle, wie zum Beispiel Claude Levi-Strauss (1996), verliehen.
Prof. Eva Illouz lebt und arbeitet in Israel und hat an der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen eine Seniorprofessur für Theory of Emotions & Modernity inne. In einer Mitteilung der Stadt Hamburg zur Preisverleihung heißt es: Illouz zeigt, wie kollektive Emotionen und moderne Konsumkultur das soziale und politische Leben prägen. Illouz steht damit in der Tradition des Namensgebers des Preises, Aby Warburg, für den die Rolle von Gefühlen in visuellen Kulturen ein zentrales Forschungsthema war. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten bezieht Illouz immer wieder deutlich Position für das Existenzrecht Israels und gegen den weltweit aufkeimenden Antisemitismus.
„Sie beharrt darauf, dass die Ideen der Achtsamkeit, des Respekts und der Anerkennung uneingeschränkt gelten müssen und Solidarität sich erst dann vollständig entfaltet, wenn sie nicht nur der eigenen Gruppe, sondern auch anderen entgegengebracht wird“, sagte Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien, bei der Preisverleihung in Hamburg. „Sie verteidigt damit auch die Errungenschaften der Moderne, die uns derzeit zwischen den Fingern zu zerrinnen drohen.“
Prof. Eva Illouz stellt neues Buch an der ZU vor
Prof. Eva Illouz wird am 30. Oktober, um 19.15 Uhr, an der Zeppelin Universität (Fallenbrunnen 3, Black Box) sein, um ihr neues Buch „Explosive Moderne“ vorzustellen. In dem Band beleuchtet die renommierte Soziologin die politischen Folgen gesellschaftlicher und individuell erlebter Gefühlslagen.
Hoffnung, Enttäuschung, Neid, Wut, Scham, Eifersucht und Liebe sind in ihren Augen nicht nur persönliche Empfindungen, sondern wirken politisch, moralisch und ökonomisch und bilden jenen explosiven Mix, der unsere Gegenwart kennzeichnet. Auf der öffentlichen Veranstaltung wird Illouz Auszüge aus dem Buch lesen und anschließend mit dem Publikum über ihre Arbeit diskutieren.
(Pressemitteilung: Zeppelin Universität)