Deutschlands längster Fernwanderweg Nord-Süd-Trail: 100 neue Schilder am Bodensee

Nord-Süd-Trail: 100 neue Schilder am Bodensee
Blick in den Pälzer Wald und auf die Burg Trifels. (Bild: FrankK Photoart)

Er ist 3.700 Kilometer lang und wer täglich 20 Kilometer wandert, schafft ihn in rund sechs Monaten: Der Nord-Süd-Trail, Deutschlands erster Fernwanderweg. Jetzt ist auch der Abschnitt im Bodenseekreis beschildert.

Die USA haben ihren Appalachian Trail, Neuseeland den Te Araroa, Italien den VA Sentiero und Deutschland hat den Nord-Süd-Trail. Der kulturhistorische Fernwanderweg verläuft von der Nordsee bis zu den Alpen – und schmiegt sich auch an das rund 70 Kilometer lange Nordufer des Bodensees.

100 Schilder wurden montiert

Jetzt wurde die Beschilderung des Trails installiert, damit der besondere Weg für alle Wanderlustigen gut zu erkennen ist. Das nötige Material im Wert von rund 800 Euro ist über Spenden durch Crowd Funding finanziert worden, heißt es in einer Mitteilung. Geplant und realisiert wurde das Projekt von ehrenamtlichen Wegkoordinatoren, den See-Gemeinenden und vom Landratsamt Friedrichshafen.

Ein Wegweiser des Nord-Süd-Trails im Bodenseekreis – gut sichtbar an einem Wanderpfosten montiert. Die neue Beschilderung folgt den regionalen Standards und soll Wanderern die Orientierung erleichtern.
Ein Wegweiser des Nord-Süd-Trails im Bodenseekreis – gut sichtbar an einem Wanderpfosten montiert. Die neue Beschilderung folgt den regionalen Standards und soll Wanderern die Orientierung erleichtern. (Bild: Landratsamt Bodenseekreis)

„Pro Kilometer wurde ein Wegweiser angebracht, um regelmäßig daran zu erinnern, dass man auf dem Nord-Süd-Trail unterwegs ist“, erklärt Trail-Initiator Markus Ludwig (Fernwander-Spitzname „Soulboy“). Die Beschilderung folgte den Vorgaben des Handbuchs zur einheitlichen Wanderwegebeschilderung für die Region Bodensee-Oberschwaben. „Dadurch soll der lokale Charakter des Fernwanderwegs immer im Vordergrund bleiben“.

Von der rauen Nordsee an den Bodensee

Der Nord-Süd-Trail verbindet die nördlichste Spitze Deutschlands am Sylter Ellenbogen mit dem südlichsten Punkt, dem Haldenwanger Eck bei Oberstdorf im Allgäu. Er führt durch viele für Deutschland typische Natur- und Kulturlandschaften, von der rauen Nordsee und den malerischen Heideflächen im Norden, den bewaldeten Hängen der Mittelgebirge, bis in die schroffen Alpen. Am nördlichen Ufer des Bodensees besticht der Weg durch weite Blicke über das „Schwäbische Meer“, den Wechsel zwischen lebendigen Orten und idyllischer Natur.

Spektakulär: Second Half im Hegau bei Singen.
Spektakulär: Second Half im Hegau bei Singen. (Bild: FrankK Photoart)

Deutschlandslängster Fernwanderweg durchquert zehn Bundesländer. Rund 90.000 Höhenmeter im Aufstieg und 88.000 Höhenmeter im Abstieg müssen überwunden werden. Wer sich in einem Stück auf den gesamten Weg machen möchte, sollte schon im April starten, denn so wird vermieden, dass man in den Alpen auf den ersten Schnee trifft.

Hilfsbereite Trail Angels

Wer sich auf große Wanderschaft begibt, ist oft auf Kameradschaft und Hilfsbereitschaft angewiesen. Hier kommen die Trail Angels ins Spiel. Die freiwilligen Helfer wohnen meist in der Nähe des Weitwanderwegs und unterstützten die Abenteurer auf unterschiedliche Weise. Sie stellen beispielsweise ihr Haus für Übernachtungen zur Verfügung, bieten Zeltmöglichkeiten auf ihrem Grundstück an, stellen Waschmöglichkeiten, kochen Essen und unterstützten moralisch.

v.l.: Markus Ludwig („Soulboy“), Trail-Initiator Claudia Philipp, Landratsamt Bodenseekreis Frank Klöder („Freestyla“), lokaler Wegpate Anne Stenzel, („Monarchfalter“), Weg-Koordinatorin Patrick + Sabrina Kann („Shoeless Joe“, „Hot Pan“), freiwillige Helfer Dr. Tillmann Stottele, im Auftrag für das beauftragte Planungsbüro proEco
v.l.: Markus Ludwig („Soulboy“), Trail-Initiator Claudia Philipp, Landratsamt Bodenseekreis Frank Klöder („Freestyla“), lokaler Wegpate Anne Stenzel, („Monarchfalter“), Weg-Koordinatorin Patrick + Sabrina Kann („Shoeless Joe“, „Hot Pan“), freiwillige Helfer Dr. Tillmann Stottele, im Auftrag für das beauftragte Planungsbüro proEco (Bild: Landratsamt Bodenseekreis)

Die hilfsbereiten Engel sind häufig davon motiviert, interessante Menschen kennenzulernen, werden aber von den Reisenden durch Kostenbeteiligungen und nicht zuletzt durch Geschichten von der Wanderung entschädigt. Andere Trail Angels fahren mit ihren Autos zu bestimmten Stellen entlang des Wanderweges und deponieren dort Kühlboxen mit Getränken oder kleine Depots mit Essensvorräten. Viele Thru-Hiker werden später auch zu einem Trail Angel. Es ist der Versuch, etwas von dem Erlebten zurückzugeben. Auf der Strecke am Bodensee gibt es beispielsweis in Konstanz, Friedrichshafen und Radolfzell Trail Angels.

Land und Leute kennenlernen

Gewandert wird durch die schönsten Landschaften Deutschlands und das alles auf herrlichen Prädikats- und Premiumwanderwegen. Nur 15 Prozent der Strecke verlaufen auf Asphalt oder Straßen. Der Nord Süd Trail ist ein kulturhistorischer Wanderweg – ähnlich wie der wohl bekannteste und beliebteste Pilgerweg der Welt: der Jakobsweg. „Wer also nicht nur unberührte Natur und Abgeschiedenheit sucht, sondern auch vielfältige Landschaften, Kultur, Geschichte und Architektur erleben und zudem Land und Leute kennenlernen möchte, ist auf diesem Weg genau richtig“, schreibt Gründer und Ideengeber Markus „Soulboy“ auf der Seite des Trails.

Weitere Informationen zum Nord-Süd-Trail, Etappenbeschreibungen und GPS-Daten unter www.nordsüdtrail.de

(Ein Thru-Hike ist die Königsdisziplin beim Fernwandern. Es bedeutet, die gesamte Strecke in einem Rutsch zu durchwandern. Natürlich sind Ruhetage erlaubt, aber dennoch sollte der gesamte Weg zügig hintereinander erwandert werden).

Thruhiking oder Thruhike (auch Thru-hiking oder Thru-hike; deutsch Durchwanderung) bedeutet, einen Weit- oder Fernwanderweg zusammenhängend vom Anfang bis zum Ende zu bewandern.

(Quelle: PM Landratsamt FN/Initiative Nord-Süd-Trail/Presse)