Bei einer Partnerschaftskonferenz in Berlin ging es um die Unterstützung ukrainischer Kommunen. Friedrichshafen plant nun die Lieferung von zwei Stromgeneratoren an seine Partnerstadt.
Anfang Oktober trafen sich Vertreter aus Politik, Kommunen und Institutionen zur 8. Deutsch-Ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Berlin. Im Mittelpunkt standen die Themen Infrastruktur, Stromversorgung, Bevölkerungsschutz und kommunale Zusammenarbeit.
Für Friedrichshafen nahmen Bürgermeister Dieter Stauber und Werner Nuber, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins „Brücke nach Horishni Plavni“, teil. Die ukrainische Partnerstadt war durch Bürgermeister Ivan Pavlenko vertreten.
Pavlenko berichtete von zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffen sowie erheblichen Zerstörungen in der benachbarten Stadt Krementschuk.
Zwei Stromgeneratoren für Horishni Plavni geplant
Ein konkretes Vorhaben ist die geplante Lieferung von zwei Diesel-Stromgeneratoren an Friedrichshafens ukrainische Partnerstadt Horishni Plavni. Die Kosten belaufen sich auf rund 19.000 Euro.
Vorbehaltlich einer Förderzusage sollen 90 Prozent der Kosten über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert werden. Den verbleibenden Eigenanteil von zehn Prozent übernimmt der Partnerschaftsverein „Brücke nach Horishni Plavni“.
Bevölkerungsschutz als wichtiges Konferenzthema
Ein weiterer Schwerpunkt war der Bevölkerungsschutz. Dabei ging es insbesondere um die ukrainischen „Orte der Unbeugsamkeit“. Diese Einrichtungen bieten der Bevölkerung bei Luftalarm, Angriffen, Stromausfällen und extremen Wetterbedingungen Schutz sowie Zugang zu Wärme, Strom, Internet und weiterer grundlegender Versorgung.
Die Erfahrungen ukrainischer Kommunen wurden auf der Konferenz auch mit Blick auf die Krisenvorsorge deutscher Städte und Landkreise thematisiert.
Darüber hinaus informierten sich Stauber und Nuber über weitere Fördermöglichkeiten für kommunale Partnerschaftsprojekte. Zur Sprache kamen auch Jugendbegegnungen, beispielsweise im Rahmen internationaler Fußballturniere.
300. deutsch-ukrainische Städtepartnerschaft unterzeichnet
Die Bedeutung der kommunalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine war auch Thema mehrerer politischer Beiträge. Zu den Rednern gehörten Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul, Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Berlins Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev.
Am ersten Konferenztag wurde zudem die 300. deutsch-ukrainische Städtepartnerschaft unterzeichnet.
Partnerschaftsverein sammelt weiterhin Spenden
Neben den geplanten Stromgeneratoren unterstützt der Verein „Brücke nach Horishni Plavni e. V.“ die ukrainische Partnerstadt durch weitere Hilfsprojekte. Gesammelt werden unter anderem Spenden für Fahrzeuge und medizinische Hilfsmittel.
Spenden sind über folgendes Konto möglich:
Empfänger: Brücke nach Horishni Plavni e. V. IBAN: DE17 6905 0001 0026 8706 67 Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe
(Quelle: Stadt Friedrichshafen)