Das Land fördert den Bau einer neuen Druckleitung zwischen Oberteuringen und Friedrichshafen mit rund 1,4 Millionen Euro. Das Projekt soll die Wasserqualität im Bodensee verbessern und bis 2027 abgeschlossen sein.
Mit einer neuen, über fünf Kilometer langen Druckleitung wird das Abwasser aus Oberteuringen künftig zur Kläranlage Friedrichshafen geleitet. Dafür stellt das Regierungspräsidium Tübingen rund 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln bereit. Gleichzeitig wird die bisherige Kläranlage in Oberteuringen stillgelegt.
Landesförderung für gemeinsame Abwasserreinigung
Nach Angaben des Regierungspräsidiums übernimmt der Bodenseekreis beim Gewässerschutz eine Vorreiterrolle. Regierungspräsident Klaus Tappeser betonte, die Förderung unterstütze die interkommunale Zusammenarbeit und helfe beim Ausbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur im Abwasserbereich.
Auch Umweltministerin Thekla Walker begrüßte das Vorhaben. Investitionen in eine effiziente und nachhaltige Abwasserbehandlung seien Investitionen in die Zukunft. Die Maßnahme in Oberteuringen sei sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll.
Sieben-Millionen-Euro-Projekt soll 2027 abgeschlossen sein
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen ohne Bauabschnitte innerhalb eines Jahres erfolgen. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
Grundlage für die Entscheidung war ein Strukturgutachten aus dem Jahr 2022, das ebenfalls vom Regierungspräsidium gefördert wurde. Es kam zu dem Ergebnis, dass der Anschluss an die Kläranlage Friedrichshafen langfristig wirtschaftlicher ist als der Weiterbetrieb der Anlage in Oberteuringen.
Für den Bau der Leitung kommt überwiegend das sogenannte Spülbohrverfahren zum Einsatz. Dabei sind lediglich Start- und Zielgruben erforderlich, während die Leitung größtenteils grabenlos unterirdisch verlegt wird. Rund 90 Prozent der mehr als fünf Kilometer langen Trasse entstehen auf diese Weise. Im Verlauf der Strecke werden der Rohrbach zweimal und die Rotach einmal unterquert.

Größere Kläranlage verbessert Wasserqualität
Die bisherige Kläranlage in Oberteuringen ist für 6.000 sogenannte Einwohnerwerte ausgelegt. Künftig wird das Abwasser in der Kläranlage Friedrichshafen mit einer Kapazität von 87.000 Einwohnerwerten mitgereinigt.
Dort erfolgt die Reinigung unter anderem über eine vierte Reinigungsstufe mit Ozonung. Dadurch lassen sich auch Mikroverunreinigungen wie Arzneimittelrückstände, Industrie- und Haushaltschemikalien, Pflege- und Reinigungsmittel sowie landwirtschaftliche Pestizide und Insektizide reduzieren. Zudem gelten größere Kläranlagen als ausfallsicherer und können stabiler betrieben werden. Das in Friedrichshafen gereinigte Abwasser wird anschließend direkt in den Bodensee eingeleitet.
(Quelle: Regierungspräsidium Tübingen)