Archäologie zum Anfassen Bronzezeit-Schiff entsteht in Unteruhldingen neu

Bronzezeit-Schiff entsteht in Unteruhldingen neu
Experimentalarchäologe Erik Häussler mit Modell, Werkzeugen und dem über 200-jährigen Eichenstamm aus dem mit alter Methode ab dem 10. August des Jahres ein frühes Schiff ein Einbaumboot der Bronzezeit wieder entstehen soll. (Bild: Pfahlbaumuseum/Schöbel)
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Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen beginnt am 10. August die erste Experimentierwoche zum Nachbau des ältesten bekannten Schiffes Bayerns. Besucher können die Arbeiten bis 14. August verfolgen und selbst mitmachen.

Vor Wasserburg am Bodensee wurde im Jahr 2018 im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege ein rund sieben Meter langes Schiffsfragment aus der Bronzezeit geborgen. Die dendrochronologische Datierung ergab ein Alter von etwa 1137 vor Christus und ordnet den Fund der frühen Urnenfelderzeit zu. Zeitgleich existierte in Ägypten das Neue Reich, zudem fiel diese Zeit in das Todesjahr von Pharao Ramses VI.

Der zunächst als Einbaum bezeichnete Teil eines Holzstamms aus einer mehr als 200 Jahre alten Eiche wurde nach der Bergung in der Archäologischen Staatssammlung München aufwendig konserviert. Nach Abschluss der Konservierung soll das Original im Museum öffentlich ausgestellt werden.

Rekonstruktion eines außergewöhnlichen Bronzezeit-Schiffs

Holzanatomische Untersuchungen des Labors der Denkmalpflege in Thierhaupten bei Augsburg sowie des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen zeigten, dass das erhaltene Fragment ursprünglich zu einem deutlich größeren Boot gehört haben dürfte. Nach den bisherigen Erkenntnissen war das Wasserfahrzeug mindestens zehn Meter lang, hatte einen Durchmesser von etwa 110 Zentimetern sowie eine Bordwandhöhe von mindestens 40 bis 50 Zentimetern. Der Heckbereich ist nicht erhalten.

Eine maulartige Öffnung am Bug, eine rechteckige Öffnung im Bootsboden sowie sogenannte Sacklöcher in der Bordwand deuten darauf hin, dass seitlich lange Bretter angebracht waren, um den Freibord zu erhöhen. Vergleichbare Konstruktionen sind archäologisch von Schiffen aus Italien sowie aus der Nordsee bei Dover in Großbritannien bekannt. Einfachere Einbaum-Boote aus der Stein- und Bronzezeit wurden dagegen bereits mehrfach am Federsee und am Bodensee ausgegraben. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in Bauweise und Form und waren vermutlich vor allem im Uferbereich einsetzbar.

Experimenteller Nachbau im Pfahlbaumuseum

Am Forschungsinstitut des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen entstand auf Grundlage ethnologischer und archäologischer Vergleichsbeispiele sowie weiterer Hinweise aus Pfahlbausiedlungen ein erster Rekonstruktionsvorschlag. An dem Projekt beteiligten sich Fachleute der Universitäten Wien, München und Tübingen aus dem Bereich Ur- und Frühgeschichte sowie die Vereinigung EXAR Experimentelle Archäologie in Europa.

Das älteste bekannte Schiff Bayerns soll zunächst als Piroge rekonstruiert werden. Dieser weltweit verbreitete Schiffstyp besitzt seitlich aufgesetzte Planken, die den Freibord erhöhen und das Wasserfahrzeug seetüchtiger machen. Versuche, den Bodensee mit einfachen Einbäumen bei Wellengang über längere Strecken zu überqueren, scheiterten bislang aufgrund des geringen Freibords.

Ob der experimentelle Nachbau des bronzezeitlichen Schiffes gelingt und sich das Wasserfahrzeug auch bei Wind und Wetter bewährt, sollen die Rekonstruktionen nach ihrem Abschluss zeigen. Darauf verweist Museumsdirektor Prof. Dr. Gunter Schöbel von der Universität Tübingen. Das Projekt wird teilweise aus Mitteln des UNESCO-Welterbefonds Baden-Württemberg finanziert.

Experimentierwoche startet am 10. August

Die erste Experimentierwoche mit Publikumsbeteiligung findet vom 10. bis 14. August 2026 am Ufer des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen statt. Besucher können die Arbeiten verfolgen. Außerdem gibt es eine Erklär- und Mitmachstation für Kinder. Die erste Wasserung und Ausfahrt des rekonstruierten Bronzezeit-Schiffes ist nach Abschluss des Projekts für den Sommer 2027 vorgesehen.

(Quelle: Pfahlbauten Bodensee)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.