Rund 300 Teilnehmer kamen zum StartupSÜD SUMMIT nach Biberach. Im Mittelpunkt standen neue Ideen und die Zusammenarbeit von Hochschulen, Startups und Unternehmen.
Unter dem Motto „In Bewegung“ beschäftigte sich die Netzwerkveranstaltung des Hochschulverbundes StartupSÜD in der vergangenen Woche mit der Frage, wie Baden-Württembergs Gründungs- und Innovationslandschaft gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Gastgeberin war in diesem Jahr die Hochschule Biberach (HBC), Veranstaltungsort das ITZ Plus in Biberach.
Schon am Vormittag ging es in zahlreichen sogenannten Bewegungsräumen um konkrete Fragen rund um Gründung und Innovation. Gründer, Hochschulvertreter, Unternehmen und weitere Akteure diskutierten unter anderem darüber, wie Startups und Unternehmen besser zusammenfinden können, wie sich das Gründungspotenzial bislang unterrepräsentierter Gruppen stärker ausschöpfen lässt und welche Chancen und Herausforderungen der rasante Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit sich bringt.
Neue Wege für Startups und Unternehmen
Im Bewegungsraum zur regionalen Relevanz von Innovation wurde deutlich, dass Startups häufig nicht wissen, welche Herausforderungen Unternehmen tatsächlich beschäftigen. Als möglicher Ansatz wurden sogenannte Facilitators, also Innovationsmoderatoren, diskutiert, die beide Seiten gezielt zusammenbringen. Zudem entstand die Idee eines Hackathons, bei dem Startups konkrete Probleme von Unternehmen bearbeiten.
Beim Thema Gründungspotenziale richtete sich der Blick auf die Nachwuchsförderung. Zielgerichtete Angebote und eine frühere Sensibilisierung, beispielsweise bereits bei Schülern, könnten dabei eine Rolle spielen. Gleichzeitig könnten mehr Role Models junge Menschen für das Thema Unternehmertum begeistern, fasste Lara Santak-Wolf, Moderatorin der Veranstaltung und wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Schwerpunkt Gründungs- und Transferentwicklung an der Hochschule Neu-Ulm, zusammen.
Auch Künstliche Intelligenz beschäftigte die Teilnehmer. Neben den Chancen der neuen Technologien wurden Sorgen um Datenverlust und die Geschwindigkeit der Entwicklung thematisiert. Sascha Mader von KI Cockpit ordnete die Entwicklung ein: „Am Ende des Tages wird es immer auf eine Mensch-Maschinen-Interaktion hinauslaufen müssen.“
Nach Workshops, Startup-Pitches, Networking und Future Walks verlagerte sich der Schwerpunkt am Abend auf die große Bühne. In der Paneldiskussion „Baden-Württemberg in Bewegung“ ging es um die Zukunft des Innovationsökosystems und insbesondere um die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Unternehmen und Startups.
Netzwerk soll Zusammenarbeit stärken
Wie wertvoll bestehende Strukturen sein können, schilderte Markus von Staden vom KI-Assistenten Ask Alma der Hochschule Aalen: „Als Start-up aus Aalen konnte ich bereits bestehende Strukturen des StartupSÜD-Verbundes für die Weiterentwicklung meiner Idee nutzen. Hierfür bin ich sehr dankbar.“
Auch Prof. Heike Frühwirt, Prorektorin der HBC, betonte das Potenzial des Netzwerks: „Wir können den Hochschul-Verbund perfekt nutzen, um gemeinsame Sache zu machen und Startups hochschulübergreifend noch besser zu unterstützen.“
Bei der Frage, was sich in den kommenden fünf Jahren verändern sollte, stand vor allem eine stärkere Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Dr. Janosch Klebensberger vom BioPharma Cluster South Germany formulierte es so: „Wir müssen zusammenarbeiten – dass daraus resultiert, dass sich jeder an der Nase fasst und aus Kooperation Kollaboration wird und eine Kultur der offenen Bereitschaft ergibt.“
Vier Teams werden „Fuchs des Jahres“
Zum Abschluss traten im Finale der „Best of Pitches“ die vier Siegerteams der Vorrunden gegeneinander an. Alle vier wurden als „Fuchs des Jahres“ ausgezeichnet.
Franziska Hoppe von EXIST Women der Universität Ulm überzeugte mit „Noxy“, einer Navigations-App für den sicheren Heimweg von Frauen. Ihr Pitch endete mit dem Satz: „Ein sicherer Heimweg darf keine Frage des Glücks sein.“
„Almora Mate“ aus dem EXIST-Women-Programm der Hochschule Neu-Ulm präsentierte einen Mate-Drink als Alternative zu Kaffee und Energydrinks, verbunden mit der Herkunftsregion in Südamerika.
Das Team „ARC62“ von der Hochschule Biberach stellte mit einem rund um die Uhr zugänglichen „Lädele“ eine Idee für die Nahversorgung im ländlichen Raum vor. Entstanden sei sie aus der Sehnsucht nach dem klassischen Dorfladen: „Lass uns den ländlichen Bereich angehen.“
Den vierten Sieg holte „AEyeVis“, ebenfalls ein Projektteam der Hochschule Biberach. Vorgestellt wurde eine Technologie zur kontaktlosen Echtzeitmessung von Biomasse bei Myzelien. Mithilfe optischer Sensoren und Machine Learning soll das Wachstum präzise erfasst und die Steuerung von Fermentationsprozessen verbessert werden.
Der letzte Pitch verdeutlichte damit noch einmal das Motto „In Bewegung“: Aus einer technologischen Idee soll eine konkrete Anwendung und aus Forschung ein Produkt mit praktischem Nutzen werden.
Auch nach dem offiziellen Programm blieb das ITZ Plus belebt. Bei Getränken und Gesprächen wurde weiter diskutiert, Kontakte wurden geknüpft und Ideen ausgetauscht. Startups trafen auf Unternehmen, Hochschulen auf Gründer und aus den Diskussionen entstanden neue Anknüpfungspunkte. Das Motto „In Bewegung“ bedeute beim StartupSÜD SUMMIT nicht nur Veränderung, sondern vor allem, gemeinsam ins Handeln zu kommen, zog Heike Frühwirth ein positives Fazit.
(Quelle: Hochschule Biberach)