Historisches Gebäude vor Sanierung Stadt Biberach sucht Investor für historisches Gebäude

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Das denkmalgeschützte Haus in der Schulstraße 26 in Biberach soll saniert werden. Die Stadt setzt dabei auf einen Investor und einen Erbbaurechtsvertrag.
Das Gebäude zählt zu den ältesten Häusern Biberachs. In ihm sind Balken aus der Zeit um 1317/18 verbaut, zudem überstand es teilweise den großen Stadtbrand von 1516. Seit Jahren beschäftigt sich die Stadt mit der Frage, wie das leerstehende und historisch bedeutende Haus künftig genutzt werden kann.
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bezeichnete der Erste Bürgermeister Ralf Miller das Gebäude als „Haus der Vermutungen“. Man gehe davon aus, dass es ursprünglich deutlich kleiner gewesen sei und im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen erfahren habe.
„Das Haus hat in jedem Fall einen historischen Wert für uns“, betonte Miller. Auch die obere Denkmalbehörde sieht einen „denkmalwürdigen Zustand“, der erhalten werden soll.
Mehrere Nutzungskonzepte scheitern an Kosten und Baurecht
Bereits 2021 und 2022 ließ die Stadt eine Machbarkeitsstudie erstellen, um mögliche Perspektiven für das Gebäude zu untersuchen. Eine Nutzung als Radlerherberge erschien zunächst vielversprechend, da sowohl Fördermöglichkeiten als auch Investoren vorhanden waren. Aus baurechtlichen Gründen ließ sich das Konzept jedoch nicht umsetzen.
Als Alternative wurden Ferienwohnungen vorgeschlagen. Für diese Nutzung standen allerdings keine geeigneten Fördermittel zur Verfügung.
Auch eine dauerhafte Wohnnutzung wurde geprüft. Dabei standen zwei Varianten zur Diskussion: eine größere Wohnung über drei Etagen oder jeweils eine separate Wohnung pro Geschoss.
Beide Lösungen erwiesen sich als problematisch. Bei einer großen Wohnung wäre die Wohnqualität eingeschränkt, während kleinere Wohneinheiten aufgrund der baulichen Gegebenheiten hohe Kosten verursachen würden. Zu den Herausforderungen zählen das enge Treppenhaus, unterschiedliche Höhen innerhalb der Geschosse und die erforderlichen Rettungswege.
Sanierung könnte deutlich teurer werden
Bereits vor fünf Jahren wurden die Sanierungskosten auf knapp eine Million Euro geschätzt. Aufgrund der gestiegenen Baukosten rechnet die Stadtverwaltung inzwischen mit einem Anstieg um 40 bis 50 Prozent. Das entspräche Baukosten von rund 9.400 Euro pro Quadratmeter.
„Beide Konzeptionen sind wirtschaftlich nicht darstellbar“, lautet deshalb das Fazit der Verwaltung.
Als weitere Möglichkeit wurde untersucht, das historische Gebäude lediglich zu erhalten und zeitweise für Stadtführungen oder Ausstellungen zu öffnen. Dafür wären unter anderem eine umfassende Fassadensanierung und die Erneuerung des Dachstuhls erforderlich. Die technische Ausstattung könnte auf ein Minimum reduziert werden.
Doch selbst diese Variante würde nach Berechnungen der Verwaltung rund 550.000 Euro kosten und gilt damit ebenfalls als wirtschaftlich nicht vertretbar. Dies gelte, „auch wenn das Konzept einen nostalgischen Charme im Gebäudeerhalt bietet“.
Stadt Biberach will Eigentümerin bleiben
Statt einer eigenen Sanierung setzt die Stadt nun auf die Suche nach einem privaten Investor. Über einen Erbbaurechtsvertrag soll das Gebäude saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden, ohne dass die Stadt ihr Eigentum aufgibt.
„Wir wollen weiterhin die Hand drauf haben“, erklärte Ralf Miller im Gemeinderat.
Interessenten sollen eine Entwurfsplanung vorlegen, die mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt ist. Diese Planung soll anschließend die Grundlage des Erbbaurechtsvertrags bilden. Die Stadt bleibt Eigentümerin und sichert sich ein Mitbestimmungsrecht bei späteren Veränderungen am Gebäude.
Sobald die Verwaltung die Rahmenbedingungen für die Vergabe ausgearbeitet hat, soll das Vorhaben öffentlich ausgeschrieben werden.
Dass sich die Suche nach einem Investor schwierig gestalten könnte, ist der Stadt bewusst. Ein Interessent müsse „viel Enthusiasmus“ mitbringen, räumte Miller ein.
Sollte sich kein Investor finden, bleibt eine reduzierte Sanierung durch die Stadt als Alternative bestehen. „Wir würden das Haus dann so herrichten, dass es vorzeigbar ist“, erklärte der Erste Bürgermeister.
(Quelle: Stadt Biberach)
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- Erstmals veröffentlicht
- 22.10.2026, 16:21 Uhr





