Neue Pläne für die Altstadt Alter Postplatz in Biberach soll grüner werden

Alter Postplatz in Biberach soll grüner werden
Der Alte Postplatz muss abermals umgestaltet werden. Handlungsbedarf ergibt sich insbesondere aus der mangelhaften Entwässerung. (Bild: Stadt Biberach)
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Der Alte Postplatz in Biberach soll 2027 erneut umgestaltet werden. Probleme mit der Entwässerung und fehlendes Grün machen die Sanierung der erst 2017 erneuerten Fläche notwendig.

Bei Starkregen sammelt sich auf dem rund 3.700 Quadratmeter großen Alten Postplatz in Biberach das Wasser. Der Platz liegt am tiefsten Punkt der Altstadt. Besonders betroffen ist der nördliche Bereich bei den Gebäuden 14 und 16. Dort wurden laut Tiefbauamtsleiter Peter Münsch bei Starkregen bereits Wasserstände von mehr als einem Meter erreicht.

Die Entwässerungsprobleme seien bei der Planung vor rund zehn Jahren „verkannt“ worden, erklärte Münsch im Bauausschuss. Wegen der Planungsfehler hatte die Stadt Klage gegen das damalige Planungsbüro eingereicht. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wurde schließlich ein Vergleich geschlossen. Das Büro zahlt rund 92.000 Euro Schadenersatz für die Sanierung der Oberflächenentwässerung.

Senkbeete sollen Regenwasser aufnehmen

Um die Entwässerung zu verbessern, muss zusätzliches Speichervolumen geschaffen werden. Bereits für ein Regenereignis, wie es statistisch alle zehn Jahre zu erwarten ist, werden laut Münsch weitere zwölf Kubikmeter Rückhaltevolumen benötigt.

Der vorhandene Mischwasserkanal kann diese Wassermenge nicht aufnehmen. Auch unterirdische Speicher sind schwierig umzusetzen, da der Grundwasserspiegel bereits etwa einen Meter unter der Oberfläche beginnt.

Abhilfe sollen versickerungsfähiges Pflaster und sogenannte Senkbeete schaffen. Diese können Regenwasser aufnehmen und zwischenspeichern. Je nach Planungsvariante sind etwa neun oder 14 solcher Beete vorgesehen, die über den Platz verteilt und jeweils mit einem Baum bepflanzt werden sollen.

Allerdings würde für jedes Beet ein Parkplatz entfallen. Derzeit stehen auf dem Alten Postplatz insgesamt 65 Stellplätze zur Verfügung. Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler erklärte, dass deren Anordnung bereits genauer untersucht worden sei. „Der Parkplatz ist aber absolut ausgereizt und optimiert.“ Einige Stellplätze seien nicht einmal fünf Meter tief.

Mehr Bäume gegen die sommerliche Hitze

Neben der Entwässerung soll die Umgestaltung auch die Aufenthaltsqualität verbessern. Der weitgehend asphaltierte und versiegelte Alte Postplatz heizt sich im Sommer stark auf. Bei der letzten Umgestaltung im Jahr 2017 wurde lediglich ein neuer Baum gepflanzt.

Die Stadtverwaltung bewertet die damalige Planung deshalb auch mit Blick auf den Klimawandel kritisch. „Im Hinblick auf den Klimawandel ist die damalige Planung und somit der aktuelle Zustand des Alten Postplatzes ebenfalls fachlich als mangelhaft zu bewerten“, heißt es in ihrer Einschätzung.

Auf zusätzliche Bäume vor dem Amtsgericht war damals verzichtet worden, um die Sicht auf das denkmalgeschützte Gebäude nicht einzuschränken.

Hinzu kommt, dass die fast 200 Jahre alte Eiche zwischen dem Alten Postplatz und dem benachbarten Klostergarten stark geschädigt ist und nach und nach abstirbt.

Bereits im Bürgerbeteiligungsprozess „Platz für alle“ hatten sich Bürger vor einigen Jahren mehr Bäume auf dem Platz gewünscht. Auch eine überdachte Abstellanlage für Fahrräder wurde damals angeregt.

Umgestaltung für 2027 geplant

Der Bauausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Entwurfsplanung auf Grundlage der Variante mit etwa neun neuen Bäumen auszuarbeiten.

Damit sollen sowohl die Entwässerungsprobleme als auch die starke sommerliche Aufheizung des Alten Postplatzes angegangen werden. Die erneute Umgestaltung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

(Quelle: Stadt Biberach)

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