Bürgerbeteiligung zur Stadtentwicklung Landesgartenschau: Bad Waldsee sammelt neue Ideen

Landesgartenschau: Bad Waldsee sammelt neue Ideen
Tina Mühleck und Johann Senner von Planstatt Senner sowie Oberbürgermeister Matthias Henne (von links) im Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern beim Bürgerworkshop zur Landesgartenschau-Bewerbung am Samstag, 10. Oktober, im Historischen Rathaus. (Bild: Brigitte Göppel)
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Bad Waldsee arbeitet an einer möglichen Bewerbung für die Landesgartenschau ab 2037. Bei zwei Veranstaltungen brachten Bürger und Gewerbetreibende ihre Ideen ein.

Wie könnte sich Bad Waldsee in den kommenden Jahren verändern? Diese Frage stand bei zwei Beteiligungsveranstaltungen am Samstag, 10. Oktober, und Dienstag, 13. Oktober, im Mittelpunkt. Zahlreiche Interessierte diskutierten über die Stadtentwicklung, mögliche Veränderungen in der Altstadt und die Chancen einer Landesgartenschau.

Ziel war es, über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren, bisherige Überlegungen vorzustellen und weitere Anregungen für die zukünftige Entwicklung der Stadt zu sammeln. Die Ergebnisse sollen in die weitere Ausarbeitung des Konzepts einfließen.

Bürgerworkshop beschäftigt sich mit Stadthalle und Freiräumen

Beim Bürgerworkshop am 10. Oktober ging es vor allem um das Gesamtkonzept einer möglichen Landesgartenschau in Bad Waldsee. Die Fachplaner des Büros Planstatt Senner, Geschäftsführer Herr Senner und Projektleiterin Tina Mühleck, stellten die bisherigen Überlegungen und räumlichen Schwerpunkte vor.

Architektin Lina Wittfoht präsentierte zudem eine Studie mit verschiedenen Möglichkeiten für eine neue Stadthalle. Oberbürgermeister Matthias Henne und Bürgermeisterin Monika Ludy begleiteten die Gespräche, informierten über den Planungsstand und beantworteten Fragen der Teilnehmer.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand nicht nur die mögliche Gestaltung einzelner Flächen. Auch die Verbindung verschiedener Stadtbereiche und deren langfristige Entwicklung wurden thematisiert. Die Anregungen und Hinweise aus dem Workshop werden bei der Fertigstellung des Konzepts berücksichtigt.

Altstadt: Parkplätze und Erreichbarkeit im Fokus

Bei der zweiten Veranstaltung am 13. Oktober standen die Interessen von Handel, Gastronomie und Altstadtbewohnern im Vordergrund. Diskutiert wurde insbesondere darüber, welche Auswirkungen eine mögliche Landesgartenschau auf die Innenstadt haben könnte.

Dabei ging es unter anderem um die Erreichbarkeit der Altstadt, Parkmöglichkeiten, Besucherströme und die Bedürfnisse der ansässigen Betriebe.

Die Teilnehmer konnten Fragen stellen, mögliche Herausforderungen ansprechen und ihre Erfahrungen einbringen. Die Stadt möchte damit auch die Interessen der Menschen berücksichtigen, die in der Altstadt wohnen, arbeiten oder ein Geschäft betreiben.

Fünf Bereiche für die mögliche Landesgartenschau

Das bisherige Konzept umfasst fünf räumliche Schwerpunkte, die im Rahmen einer möglichen Landesgartenschau miteinander verbunden und weiterentwickelt werden könnten:

  • Historische Stadt: Die Altstadt als zentraler Bestandteil der Stadtentwicklung.
  • Stadtsee und Stadtpark: Einschließlich der Wiese beziehungsweise des Areals beim ehemaligen Krankenhaus.
  • Schlosssee, Schlosspark und Bleiche: Die gemeinsame Betrachtung dieser Bereiche.
  • Waldpark: Ein weiterer räumlicher Schwerpunkt des Konzepts.
  • Bahn- und BAG-Areal: Das neue Stadtgebiet rund um diese Flächen.

Die Planungen sollen nicht ausschließlich auf eine mögliche Landesgartenschau ausgerichtet sein. Vielmehr geht es darum, Freiräume aufzuwerten, Verbindungen zwischen den Stadtbereichen zu verbessern und die Aufenthaltsqualität langfristig zu stärken.

Bewerbung für Landesgartenschau erst ab 2027 möglich

Noch steht nicht fest, ob Bad Waldsee tatsächlich eine Landesgartenschau ausrichten wird. Die Stadt befindet sich derzeit in der Bewerbungs- und Konzeptionsphase. Gesammelte Ideen werden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft.

Das Bewerbungsfenster für Landesgartenschauen ab dem Jahr 2037 öffnet sich erst 2027. Dann können interessierte Kommunen ihre Bewerbungen einreichen.

Bereits seit rund eineinhalb Jahren werden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in die Überlegungen einbezogen. Neben Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinderat beteiligten sich Vereine, Ortschaften, Senioren, Jugendliche und Vertreter aus Handel und Gastronomie.

„Die bisherigen Beteiligungsformate haben dazu beigetragen, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und Ideen für die Zukunft der Stadt zu entwickeln. Dieser Dialog soll auch künftig fortgesetzt werden“, erklärt Oberbürgermeister Matthias Henne.

Stadtentwicklung auch ohne Landesgartenschau

Die bisherigen Beteiligungsveranstaltungen sollen nicht nur der möglichen Bewerbung dienen. Auch wenn Bad Waldsee keinen Zuschlag für eine Landesgartenschau erhalten sollte, könnten die gesammelten Ideen und erarbeiteten Konzepte für die weitere Stadtentwicklung genutzt werden.

Eine Möglichkeit besteht darin, den bereits 2011 begonnenen städtebaulichen Rahmenplan fortzuschreiben. Damit könnten die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung auch unabhängig von einer Landesgartenschau in die langfristige Planung der Stadt einfließen.

Die Anregungen aus den beiden jüngsten Veranstaltungen werden nun bei der weiteren Ausarbeitung des Konzepts berücksichtigt. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern soll auch künftig fortgesetzt werden.

(Quelle: Stadt Bad Waldsee)

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