Die Stadt Biberach will ihre innerörtlichen waldartigen Gehölzbestände langfristig erhalten. Im Oktober beginnen erste Arbeiten am Hangwäldchen an der Memminger Straße.
Bereits im Juli war der Gemeinderat darüber informiert worden, wie in den kommenden Jahren mit waldartigen Beständen in der Innenstadt umgegangen werden soll. Das Stadtplanungsamt bevorzugt einen Waldumbau, bei dem gezielt in die Bestände eingegriffen wird. Geschwächte und abgängige Bäume sollen entfernt werden, damit die verbleibenden Bäume ausreichend Raum für eine gesunde Entwicklung erhalten.
Wie die Maßnahmen konkret aussehen können, erläuterten Tobias Reisenauer vom Stadtplanungsamt und Uwe Stehle von Baumpflege Stehle aus Bergatreute bei einem Vor-Ort-Termin am Hangwäldchen an der Memminger Straße beim alten evangelischen Friedhof. Rund zwei Dutzend Interessierte nahmen daran teil.
Reisenauer erklärte, dass der dortige Baumbestand zuletzt vor rund 20 Jahren gepflegt worden sei. Mitunter gehe Totholz ab. Im vergangenen Jahr wurde dadurch ein Auto auf dem Friedhofsparkplatz beschädigt. „Wir müssen die Verkehrssicherheit gewährleisten, daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Bäume zwingend erforderlich.“
Weniger Bäume sollen gefällt werden
Ein Teil des Wäldchens ist zwischenzeitlich als sogenannter Bodenschutzwald ausgezeichnet. Dieser schützt seinen Standort und benachbarte Flächen unter anderem vor Erosionen und stabilisiert die Hanglage.
Für den geplanten Waldumbau waren im Frühjahr jene Bäume markiert worden, die entfernt werden sollen. Nach Einschätzung Reisenauers waren dies zwischen 130 und 150 Bäume. Nachdem sich der Gemeinderat jedoch für lediglich punktuelle Pflegemaßnahmen mit geringen Eingriffen starkgemacht hatte, wurde die Zahl der Bäume, die gefällt werden sollen, wieder etwas reduziert. „Ein Kompromiss“, sagte Reisenauer.
Uwe Stehle will in der ersten Oktoberhälfte mit den Baumpflegearbeiten beginnen. Er charakterisierte den Bestand entlang der Memminger und Bergerhauser Straße als überwiegend vital und intakt. Nur vereinzelt seien Pilzbefall oder Eschentriebsterben ein Problem. „Die Grundlage hier ist super, den Bäumen geht es gut.“ Klar sei aber auch: „Es muss etwas gemacht werden.“
Bäume konkurrieren um Platz und Licht
Durch die Naturverjüngung und die in der Vergangenheit ausgebliebenen Pflegemaßnahmen stehen Robinie, Esche, Spitzahorn und weitere Bäume häufig zu dicht beieinander und konkurrieren um Platz und Licht. Die Folge sind lange, dünne Baumstämme mit kleinen Kronen, die sich nicht in die Breite entwickeln können.
„Die Bäume brauchen mehr Licht“, erklärte Stehle. „Wir fördern einzelne Individuen und schauen, dass diese den Platz kriegen, den sie benötigen.“ Im Inneren des Hangwäldchens werde hingegen auf Eingriffe verzichtet.
Bei einem Rundgang veranschaulichte Stehle, weshalb manche Bäume weichen müssen. „Wenn früher eingegriffen worden wäre, hätten sich einzelne Bäume besser entwickeln können.“ Nun gelte es, gezielt auf „Zukunftsbäume“ zu setzen und diesen bestmögliche Standortbedingungen zu ermöglichen.
Tobias Reisenauer verdeutlichte das übergeordnete Ziel, das für alle innerörtlichen, steilen waldartigen Bestände gilt: „Wir wollen einen langfristig gesunden und widerstandsfähigen Mischbestand.“ Damit gingen auch zwei wichtige Punkte einher: die Verkehrssicherheit und die Stabilität der betroffenen Hänge.
(Quelle: Stadt Biberach)