Bregenzer Festspiele Zweite Runde für „Madame Butterfly“

Letzte Proben für „Madame Butterfly“ unter der Leitung von Regisseur Andreas Homoki, bevor am Donnerstagabend auf der Bregenzer Seebühne die Wiederaufnahme der Puccini-Oper startet.
Letzte Proben für „Madame Butterfly“ unter der Leitung von Regisseur Andreas Homoki, bevor am Donnerstagabend auf der Bregenzer Seebühne die Wiederaufnahme der Puccini-Oper startet. (Bild: Ulrich Stock)

Zuversichtlich und gut gelaunt startete das Führungsteam der Bregenzer Festspiele in die kommende Saison, die am Mittwoch, 19. Juli, mit der Oper im Festspielhaus, „Ernani“ von Giuseppe Verdi, eröffnet wurde. Am Tag darauf folgte die Wiederaufnahme-Premiere von „Madame Butterfly“, dem Publikumsliebling aus dem vorigen Jahr. Auf der weltgrößten Seebühne in Bregenz soll die Puccini-Oper bis zum 20. August insgesamt 26-mal zur Aufführung kommen.

Über einen sensationellen Vorverkauf freut sich der kaufmännische Direktor der Bregenzer Festspiele, Michael Diem, insbesondere für „Madame Butterfly“, dem Spiel auf dem See. Dass der Ticketverkauf schon im Dezember für einen neuen Rekordwert und im Frühsommer bereits für eine Auslastung von rund 85 Prozent sorgte, sei ein „ganz hervorragender Wert“. Das rühre wohl auch daher, dass die Puccini-Oper nicht nur bei Kulturkritikern international großen Anklang fand, sondern auch vom Publikum zum Teil mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Wer jetzt noch Tickets für die Seebühne ergattern möchte, müsse sich beeilen, denn es gäbe nur noch wenige Restkarten, berichtete Diem beim letzten Pressetermin vor Beginn des Festspielsommers.

Bis vor wenigen Tagen liefen unter der Leitung von Regisseur Andreas Homoki die letzten Proben für „Madame Butterfly“ auf der Seebühne. Neu dabei ist die Sopranistin Anna Princeva in der Hauptrolle der japanischen Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly. Für diese Figur stehen insgesamt drei Sängerinnen bereit, die im Wechsel auftreten. „Die Rolle ist unfassbar lang“, sagte Princeva, die als Madame Butterfly ihr Debüt auf der Seebühne feiern wird, vor Medienvertreterinnen und -vertretern. Es sei eine Herausforderung, fast zwei Stunden am Stück auf der Bühne zu stehen. Abgesehen davon bestehe ihrer Ansicht nach auch eine wesentliche Aufgabe darin, den Menschen aus Europa diese ganz andere Mentalität aus Japan näherzubringen.

Acht Millionen für Bühnenaufbau

Allein für das Spiel auf dem See seien insgesamt knapp 185 000 Tickets aufgelegt (inklusive Generalprobe und Young People’s Night), berichtete Diem. Ein nicht geringer Teil des Verkaufserlöses fließe in das Bühnenbild für „Madame Butterfly“, dessen Aufbau alles in allem rund acht Millionen Euro gekostet habe und in dieser Saison nahezu unverändert ein zweites Mal verwendet werde. Überhaupt würde der Kostenaufwand für den Bühnenaufbau über die Jahre tendenziell weiter steigen – zuletzt vor allem wegen der massiven Teuerung, gleichzeitig aber auch durch die stark gestiegenen Materialkosten, so Diem. Einen Teil der Bühne könnten Festspielbesucherinnen und -besucher gar nicht sehen, weil beispielsweise „große Teile der Technik im Verborgenen liegen“. 

Unterdessen geht auch die Generalsanierung der Festspielbauten weiter voran. So wurden zuletzt für das Spiel auf dem See sämtliche Sitze auf der Zuschauertribüne erneuert. Wie Diem weiter erläuterte, stehen dort ab dieser Saison „nur noch“ 6659 Plätze und damit 200 weniger als bisher zur Verfügung. Ziel dieser Baumaßnahme sei die „Erweiterung der Verkehrsflächen im Zuschauerbereich“ gewesen, wodurch vor allem die Barrierefreiheit verbessert werden konnte. Unmittelbar nach Ende dieser Saison gehe es ohne Zeitverzug an die Erneuerung des über 40 Jahre alten Betonkerns der Seebühne, der sich unter dem Bühnenbild befindet.

2024 „Freischütz“ auf der Seebühne

Auch in der künstlerischen Leitung der Festspiele stehen im kommenden Jahr große Veränderungen an. So wird Elisabeth Sobotka, die bereits seit 2015 Intendantin in Bregenz ist, im Herbst 2024 nach Berlin wechseln und dort die Intendanz der Staatsoper „Unter den Linden“ übernehmen. Zuvor wird sie aber noch im Rahmen der 78. Bregenzer Festspiele die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber auf die Seebühne bringen.

Info: Die Bregenzer Festspiele 2023 finden von 19. Juli bis 20. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.