Gefahr in den Bergen Hohe Lawinengefahr: Wintersportler sollten jetzt besonders vorsichtig sein

Hohe Lawinengefahr: Wintersportler sollten jetzt besonders vorsichtig sein
Nicht nur in den Alpen selbst, sondern auch im Voralpenland und in deutschen Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald steigt die Lawinengefahr im Winter immer wieder an. (Foto: SIS Ziener/Olga v.Plate)
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Die Lawinengefahr in den Bergen steigt aktuell deutlich an. Experten warnen davor, dass sich die Situation in den kommenden Tagen weiter verschärfen könnte – vor allem für Tourengeher, Freerider und Schneeschuhwanderer. Grund dafür ist eine kritische Kombination aus Neuschnee, Wind und einer instabilen Altschneedecke.

Kritische Schneesituation

Nach Angaben von Experten fällt derzeit relativ schwerer Neuschnee auf eine kalte, lockere Altschneeschicht. Diese verbindet sich nur schlecht miteinander und sorgt für eine instabile Schneedecke.

Zusätzlich verfrachtet starker Wind den Schnee und bildet sogenannte Triebschneeansammlungen. Diese gelten als besonders gefährlich: Schon geringe Belastungen – etwa durch einzelne Wintersportler – können Lawinen auslösen.

Auch auf glatten Wiesenhängen oder zuvor schneefreien Flächen kann der Neuschnee leicht ins Rutschen geraten.

Viel Neuschnee erwartet

Laut Wetterprognosen ist in den Alpen mit weiteren Schneefällen zu rechnen. Oberhalb von 800 Metern werden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet, in höheren Lagen können es sogar bis zu 50 Zentimeter werden. Mit jedem zusätzlichen Schneefall steigt die Gefahr von Lawinen weiter an.

Lawinenlagebericht ist Pflicht

Wer sich abseits der gesicherten Pisten bewegt, sollte sich unbedingt vor jeder Tour informieren.

Dazu gehört vor allem der aktuelle Lawinenlagebericht sowie ein Blick auf die Wetterentwicklung. Die Lawinensituation kann sich innerhalb kurzer Zeit stark verändern.

Besonders ab Warnstufe 3 ist Vorsicht geboten – hier passieren die meisten Lawinenunfälle.

Auch Anfänger sind betroffen

Immer mehr Wintersportler wagen sich ins freie Gelände. Doch ohne Erfahrung und die richtige Ausrüstung kann dies schnell gefährlich werden. Experten raten daher: Wer sich unsicher ist, sollte auf gesicherten Pisten bleiben.

Risiko steigt mit Hangneigung

Ein entscheidender Faktor für Lawinen ist die Steilheit des Geländes. Besonders kritisch sind Hänge zwischen 25 und 40 Grad – hier entstehen die meisten Lawinen. Auch eingewehte Bereiche, Rinnen und Mulden gelten als besonders gefährlich.

Richtige Ausrüstung kann Leben retten

Zur Grundausstattung im freien Gelände gehören:

  • LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät)
  • Lawinensonde
  • Schaufel

Wichtig ist dabei nicht nur die Ausrüstung selbst, sondern auch der richtige Umgang damit. Im Ernstfall zählt jede Minute.

Verhalten im Ernstfall

Kommt es zu einem Lawinenabgang, bleibt oft nur wenig Zeit zu reagieren. Ziel ist es, möglichst schnell aus der Gefahrenzone zu gelangen.
Ist das nicht möglich, sollte versucht werden, eine Atemhöhle zu schaffen. Für die Rettung von Verschütteten ist besonders die erste Viertelstunde entscheidend.

Vorbereitung ist entscheidend

Experten empfehlen, regelmäßig an Lawinenkursen teilzunehmen und den Umgang mit der Ausrüstung zu trainieren. Zudem sollte vor jeder Tour eine sorgfältige Planung erfolgen – inklusive Einschätzung von Gelände, Wetter und Schneeverhältnissen. Weitere Informationen und Tipps sind auf der Homepage von DSV aktiv zu finden: www.ski-online.de

(Quelle: Deutscher Skiverband e.V.)