Der Freischütz: Ein düsteres Dorf am See nimmt Gestalt an

Der Freischütz: Ein düsteres Dorf am See nimmt Gestalt an
Acht Häuser werden derzeit für das unheimliche, winterliche Freischütz-Dorf in der Montagehalle kaschiert. (Bild: Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis)

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Die 78. Bregenzer Festspiele eröffnen am 17. Juli mit einer Premiere. Zum ersten Mal kommt Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ auf die Seebühne. Zuvor gibt es aber noch viel zu tun. Aktuell entsteht das Bühnenbild.

In der neuen Montagehalle direkt am Seeufer werden seit letztem Herbst zahlreiche große Kulissenteile des Spiels auf dem See zusammengebaut und kaschiert. Den Anfang machten die täuschend echt anmutenden, verwitterten Bäume, die schon im Dezember ins Bühnenbild versetzt wurden. Seit Anfang Februar sind die acht Häuser und der Kirchturm des kleinen Dorfs an der Reihe, in der sich die tragische Geschichte rund um den jungen Amtsschreiber Max und seinen Pakt mit dem Teufel abspielt. 

„Das Grundgerüst aus Stahl und Holz wird für die meisten Kulissenteile direkt bei den beauftragten Vorarlberger Firmen hergestellt. Aber der Zusammenbau, die Kaschur und die Fertigstellung erfolgen jetzt in unserer Montagehalle“, erläutert Technikdirektor Wolfgang Urstadt. „Das vereinfacht den Transport der Kulissenteile auf die Seebühne.“ 

Ob Dachziegel, Holzplatten oder Fensterläden – den Handwerkern geht die Arbeit nicht aus.
Ob Dachziegel, Holzplatten oder Fensterläden – den Handwerkern geht die Arbeit nicht aus. (Bild: Bregenzer Festspiele / Eva Cerv)

Das kleinste Haus ist so groß wie eine Hundehütte

Acht Häuser werden derzeit für das unheimliche, winterliche Freischütz-Dorf in der Montagehalle zusammengebaut und kaschiert. Das kleinste Haus ist in etwa so groß wie eine Hundehütte, während das Dorfwirtshaus mit einer Grundfläche von 16 Quadratmetern die Maße eines kleinen Wohnzimmers hat. Alle Häuser bestehen aus einer Holz- und Stahlkonstruktion. Die einzelnen Holzplatten werden in der Montagehalle zusammengesetzt und mit Türen, Fensterläden und Fensterscheiben aus Acrylglas versehen. Das Kaschur-Team der Bregenzer Festspiele imitiert Stein- und Holzoptiken mithilfe von Styropor, Spachtelmasse und Farbe. 

Bühnenbild im Freien nimmt immer mehr Gestalt an

Der Kirchturm, der sich derzeit ebenfalls in der Montagehalle befindet, ist mit knapp zwölf Metern Höhe das höchste Gebäude im Bühnenbild. Er besteht aus einer Stahlkonstruktion, die mit Holz verkleidet und ebenfalls kaschiert wird.

Draußen auf der Seebühne ist der neue Betonkern kurz vor der Fertigstellung. Derzeit werden zwei neue Unterwasser-Versorgungsröhren verlegt, durch die später Wasser-, Strom-, Licht-, Audio- und Netzwerkleitungen vom Festland auf die Seebühne gezogen werden. Auch das Freischütz-Bühnenbild nimmt mehr und mehr Gestalt an: Neben den 30 Bäumen, die bereits zu sehen sind, wandern nach und nach auch andere Kulissenteile aus der Montagehalle nach draußen, darunter die sogenannte Mühle und Agathes Haus.  

Die Bregenzer Seebühne ist eine Großbaustelle und nimmt immer mehr Gestalt an.
Die Bregenzer Seebühne ist eine Großbaustelle und nimmt immer mehr Gestalt an. (Bild: Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis)

Der Freischütz erstmals als Spiel auf dem See

Mit Carl Maria von Webers Der Freischütz, eine der populärsten Opern des deutschsprachigen Raums und gleichzeitig ein Werk, das noch nie auf der Bregenzer Seebühne zu sehen war, kehrt der Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl 2024/25 nach Bregenz zurück. Nach seinem gefeierten Rigoletto, dem Spiel auf dem See 2019/21, ist die romantische Oper rund um den jungen Amtsschreiber Max, der seine Seele für ein irdisches Glück verkauft, bereits die zweite Inszenierung des Münchners am Bregenzer Bodensee. Stölzl zeichnet dabei nicht nur für die Regie, sondern auch für Bühnenbild und Lichtdesign verantwortlich. Es dirigiert Conductor in Residence Enrique Mazzola, der auch bei Rigoletto die musikalische Leitung innehatte. 

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Die Bregenzer Festspiele 2024 finden von 17. Juli bis 18. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.

(Quelle: Bregenzer Festspiele)