Ausgesetzes Baby im Glascontainer: Prozess in Ulm beginnt

Vor dem Justizgebäude, Sitz des Amts- und Landgerichts, steht eine Statur der römischen Göttin Justitia.
Vor dem Justizgebäude, Sitz des Amts- und Landgerichts, steht eine Statur der römischen Göttin Justitia. (Bild: Stefan Puchner/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
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In einer Herbstnacht wird ein Neugeborenes in einem Glascontainer ausgesetzt. Ein Passant findet das Baby und alarmiert die Einsatzkräfte. Die Mutter steht nun vor Gericht.

Weil sie ihr neugeborenes Baby in einem Glascontainer in Langenau (Alb-Donau-Kreis) ausgesetzt haben soll, muss sich eine 38 Jahre alte Frau von diesem Dienstag an (8.30 Uhr) vor dem Landgericht Ulm verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Totschlag und Aussetzung vor. Das Kind blieb unverletzt. Ein Passant hatte das Baby nachts in dem Glascontainer entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert.

Die 38-Jährige soll das Baby mit Hilfe der telefonischen Begleitung einer Hebamme Mitte Oktober auf die Welt gebracht haben. Danach soll sie das Neugeborene in ein Bettlaken gewickelt und in dem Glascontainer ausgesetzt haben. Nach Ansicht der Anklage war der Mutter klar, dass das Baby in der kühlen Herbstnacht schnell auskühlen und erfrieren würde. Die Staatsanwaltschaft beruft sich auf die medizinische Einschätzung des behandelnden Kinderarztes, wonach der Säugling die Nacht in diesem Glascontainer nicht überlebt hätte.