Handwerk vor großen Herausforderungen 518 neue Meister im Handwerk – doch Nachfolger fehlen

518 neue Meister im Handwerk – doch Nachfolger fehlen
Große Freude bei der Meisterfeier im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen: Insgesamt 518 Handwerker haben 2026 im Gebiet der Handwerkskammer Ulm ihre Meisterprüfung erfolgreich abgeschlossen. (Bild: Handwerkskammer Ulm/Bildwerk89)
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518 Handwerker haben 2026 im Kammerbezirk Ulm ihre Meisterprüfung bestanden. Gleichzeitig stehen Tausende Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee vor einem Generationenwechsel.

Das regionale Handwerk bekommt Verstärkung: Insgesamt 518 Absolventen haben im Prüfungsjahr 2026 ihre Meisterprüfung im Gebiet der Handwerkskammer Ulm erfolgreich abgelegt. Bei einer Feier im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen überreichte Kammerpräsidentin Katja Maier den besten Absolventen persönlich ihre Zeugnisse.

Besonders viele neue Meister gibt es im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk (89), gefolgt vom Zimmererhandwerk (72), Elektrotechnikerhandwerk (58), Friseurhandwerk (42) sowie dem Installateur- und Heizungsbauerhandwerk (33).

„Der Meisterbrief macht unsere Handwerkerinnen und Handwerker zu Profis und Experten – und er ist mehr als nur ein Titel. Denn mit dem Brief in der Tasche machen sich die Meisterabsolventen unverzichtbar. Das Handwerk lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihr Wissen weitergeben“, betont Maier.

74 neue Meister im Landkreis Ravensburg

Auch in der Region haben zahlreiche Handwerker ihre Meisterprüfung erfolgreich abgeschlossen. Im Landkreis Ravensburg sind es 74 Absolventen, im Landkreis Biberach 54 und im Bodenseekreis 18.

Zu den ausgezeichneten Bestmeistern gehören Zimmerermeister Robin Menig aus dem Landkreis Ravensburg, Friseurmeisterin Anna Schaupp und Installateur- und Heizungsbauermeister David Haas Sanchez aus dem Landkreis Biberach sowie Parkettlegermeister Alexander Pochaba und Schornsteinfegermeister Friedrich Paul Maucher aus dem Bodenseekreis.

Rund 3.800 Handwerksbetriebe suchen Nachfolger

Trotz des erfolgreichen Meisterjahrgangs steht das Handwerk vor einer großen Herausforderung: Rund 3.800 Mitgliedsbetriebe im Gebiet der Handwerkskammer Ulm stehen in den kommenden Jahren altersbedingt zur Übergabe an. Das entspricht mehr als 18 Prozent aller Betriebe.

Viele Inhaber der geburtenstarken Jahrgänge gehen bald in den Ruhestand. Finden sie keinen Nachfolger, drohen Betriebsschließungen und eine schlechtere Versorgung mit handwerklichen Dienstleistungen.

„Wenn Betriebsnachfolgen nicht zustande kommen, wird sich das Handwerksangebot weiter verknappen. Dadurch kann eine Versorgungslücke entstehen. Dazu sollten wir es nicht kommen lassen“, warnt Kammerpräsidentin Maier.

Dabei bieten sich den neuen Meistern zahlreiche Chancen: Nach Angaben der Handwerkskammer macht sich statistisch gesehen jeder dritte Meisterabsolvent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Prüfung selbstständig.

Handwerkskammer fordert höhere Meisterprämie

Um die Meisterausbildung attraktiver zu machen, fordert die Handwerkskammer Ulm eine Verdopplung der Meisterprämie von derzeit 1.500 auf 3.000 Euro.

Die Erhöhung ist nach Angaben der Kammer bereits im schwarz-grünen Koalitionsvertrag vorgesehen. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung fehlt jedoch.

„Dieser Schritt ist jetzt überfällig und den Worten müssen jetzt auch Taten folgen“, fordert Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich. Bayern und Hessen hätten die Prämie bereits vor Jahren erhöht. Baden-Württemberg müsse nun nachziehen, um die Ungleichheit bei den Kosten zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verringern.

(Quelle: Handwerkskammer Ulm)

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