Ergebnisse der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) aus dem Jahr 2025 zeigen, dass bei 12,4 Prozent der bayerischen Bevölkerung das Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Das betrifft insgesamt rund 1,6 Millionen Personen in Bayern. Besonders hoch ist der Anteil der armutsgefährdeten Alleinlebenden mit 28 Prozent und der Alleinerziehenden mit 24 Prozent.
Rund 1,6 Millionen Menschen in Bayern gelten laut der Erstergebnisse der Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on In-come and Living Conditions, EU-SILC) aus dem Jahr 2025 als armutsgefährdet. Etwa 12,4 Prozent der bayerischen Bevölkerung haben demnach ein Einkommen unterhalb der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle. Damit liegt der Anteil der von Armut bedrohten Personen in Bayern niedriger als in Deutschland insgesamt mit 16,1 Prozent. Im Jahr zuvor betrug die Armutsgefährdungsquote in Bayern 11,8 Prozent und in Deutschland 15,5 Prozent.
Laut Definition der EU sind Personen dann von Armut gefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens der Bevölkerung verfügen. Im Gegensatz zur Berechnung eines einfachen Pro-Kopf-Einkommens berücksichtigt das Äquivalenzeinkommen Synergieeffekte des gemeinsamen Wirtschaftens bei Mehrpersonenhaushalten. In Angrenzung zu absoluter Armut, liegt der Armutsgefährdungsquote ein relatives Konzept zugrunde, weshalb sie auch Niedrigeinkommensquote genannt wird (siehe Hinweise).

Die Armutsgefährdungsschwellen werden deutschlandweit berechnet und berücksichtigen den Haushaltstyp. So beträgt im Jahr 2025 die Armutsgefährdungsschwelle für Alleinlebende 1 446 Euro pro Monat, für Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren 1 879 Euro pro Monat. Haushalte mit zwei Erwachsenen gelten als von Armut gefährdet, wenn deren Einkommen unter 2 168 Euro pro Monat liegt. Leben zusätzlich zwei unter 14-jährige Kinder mit im Haushalt, beträgt die Schwelle 3 036 Euro (nach Steuern und Sozialabgaben).

Alleinerziehende und Alleinlebende besonders von Armut gefährdet
Betrachtet man die Bevölkerung nach Haushaltstyp, weisen zwei Gruppen besonders hohe Armutsgefährdungsquoten auf: Alleinlebende und Alleinerziehende. In Bayern leben insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen alleine (19,3 Prozent der Bevölkerung). Davon gelten rund 28,0 Prozent, also rund 712 000 Personen, als armutsgefährdet, verfügen damit also über ein Einkommen unter 1 446 Euro pro Monat. Die Quote liegt in Bayern rund drei Prozentpunkte niedriger als in Deutschland mit 30,9 Prozent. Mit einer Armutsgefährdungsquote von 24,0 Prozent und 140 000 Personen sind ebenfalls Alleinerziehende und deren Kinder in Bayern deutlich stärker von Armut gefährdet als die Durchschnittsbevölkerung. Deutschlandweit liegt dieser Wert mit 28,7 Prozent sogar fast fünf Prozentpunkte über der bayerischen Armutsgefährdungsquote.
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik)