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Liebherr Ochsenhausen ist zum Saisonauftakt siegreich

Lesezeit 4 Minuten
Hat maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Saisonstart: Samuel Kulczycki.
Hat maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Saisonstart: Samuel Kulczycki. (Bild: TTF Liebherr Ochsenhausen)

Bad Königshofen – Optimaler Saisonstart für die TTF Liebherr Ochsenhausen. Im Spiel eins nach Hugo Calderano wusste das Team um Leader Simon Gauzy zu gefallen. Beim TSV Bad Königshofen, dem man vergangene Saison zweimal zum Sieg gratulieren musste, wurde – nicht zuletzt dank eines in Topform aufspielenden Samuel Kulczycki – mit 3:2 gewonnen.

Es war – laut Vereinsmitteilung der TTF – kein Spiel für schwache Nerven. Vor rund 250 zugelassenen Fans, die ihr Team frenetisch anfeuerten, gingen die TTF Ochsenhausen zunächst mit 2:0 in Führung, konnten den Sack aber nicht zumachen und mussten den 2:2-Ausgleich hinnehmen.

Im Schlussdoppel lagen Simon Gauzy und Kulczycki mit 1:2-Sätzen in Rückstand, gaben dann aber nochmal Gas und sorgten – so die TTF weiter – für den erlösenden Siegpunkt der Oberschwaben. Lediglich drei Ochsenhauser Spieler konnten die 320 Kilometer weite Reise ins unterfränkische Bad Königshofen antreten.

Maciej Kubik hatte wegen einer stärkeren Erkältung passen müssen. Somit gab es nicht allzu viele Optionen in Bezug auf die Aufstellung, lediglich die einzelnen Positionen des Trios seien offen gewesen und natürlich die Aufstellung für das mögliche Doppel. Es musste schon alles passen, wollte man eine realistische Chance haben, die beiden Punkte zu entführen.

Um 9.30 Uhr hatte Cheftrainer Fu Yong Samuel Kulczycki noch zu einer 45-minütigen Sonder-Trainingseinheit gebeten und ihm letzte taktische Rezepte mit auf den Weg gegeben – und das hat sich augenscheinlich gelohnt.

Der vor wenigen Tagen 19 gewordene Pole, an Position zwei aufgestellt, musste gleich gegen den 21 Jahre älteren TSV-Topspieler Bastian Steger in die Box, den mehrfachen Mannschaftseuropameister, der in den vergangenen Jahren immer zu den erfolgreichsten Akteuren der Bundesliga zählte.

Doch der zweitjüngste TTF-Spieler ließ Steger gar nicht zur Entfaltung kommen und setzte seinen favorisierten Gegner von Anbeginn mächtig unter Druck, so dass dieser meist nur reagieren und selbst kaum Akzente setzen konnte. Kulczycki wurde für sein mutiges Spiel belohnt, erspielte sich im vierten Satz sieben Matchbälle und schaffte das Break durch einen letztlich kaum gefährdeten 3:1-Sieg (11:6, 4:11, 11:9, 11:5).

Im Anschluss war der diesmal als Nummer eins nominierte Kanak Jha an der Reihe, der sich für diese Saison einiges vorgenommen hat und auch Verantwortung übernehmen möchte. Gegen den Kroaten Filip Zeljko, einen sperrigen und kampfstarken Widersacher, war der 21-jährige US-Boy über weite Strecken der dominierende Spieler und siegte verdient in vier Sätzen – 2:0 zur Pause.

Zu einem klaren Auswärtserfolg musste „nur“ noch Simon Gauzy, der vergangene Saison in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) eine Traumbilanz erspielte, sein Match gegen TSV-Lokalmatador Kilian Ort gewinnen. Doch der DTTB-Nationalspieler sei zurzeit in Gala-Form und hätte vor wenigen Tagen in Budapest um ein Haar seinen ersten WTT-Titel errungen.

Gauzy dagegen fand nicht so gut in seinen Rhythmus. Im Entscheidungssatz hatte er kein Glück und unterlag mit 10:12. „Die letzten beiden Punkte waren ein Kanten- und ein Netzball gegen Simon, das war schon Pech, aber das ist eben Sport. Außerdem wollen wir nicht die starke Leistung von Ort unter den Tisch fallen lassen“, merkte TTF-Präsident Kristijan Pejinovic an.

Kanak Jha hätte im Spitzeneinzel gegen Steger eine echte Duftmarke für die noch so junge Saison setzen können – am Ende jedoch musste der Ochsenhauser gegen den taktisch clever spielenden TSV-Führungsspieler eine 1:3-Niederlage quittieren (9:11, 8:11, 11:5, 10:12) – ein Match, bei dem fraglos mehr drin war.

So aber hatte Bad Königshofen ausgeglichen und Blut geleckt, zumal die Fans nun für mächtig Stimmung sorgten. Man hatte akustisch das Gefühl, dass die sonst zu solchen Partien in der unterfränkischen Kurstadt üblichen 1000 Menschen in der Halle waren und nicht lediglich ein Viertel davon. Auf den Jungs von Fu Yong lastete nun Druck, denn natürlich wollte man nicht noch mit leeren Händen aus der Halle gehen.

Mit Kilian Ort und Filip Zeljko stand auf der anderen Seite des Tischs ein bestens eingespieltes Duo, das als eines der stärkten der TTBL gilt. Simon Gauzy und Samuel Kulczycki hatten in der Vorsaison zwar dreimal am Tisch gestanden, doch kein Match gewinnen können.

Zweimal gelang es dem TTF-Gespann, Satzführungen von Ort / Zeljko auszugleichen. Viele erwarteten ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Entscheidungsdurchgang. Doch: Auf einmal gelang den kampfstarken Ochsenhausern fast alles und ihren Gegnern so gut wie nichts mehr, sodass man durch ein fulminantes 11:3 nach einer Gesamtspielzeit von exakt dreieinhalb Stunden den ersten Saisonsieg der TTF bejubeln konnte.

„Heute bin ich sehr, sehr glücklich“, bilanzierte Cheftrainer Fu Yong. „Das erste Spiel der Saison, dazu ein schweres Auswärtsspiel, haben wir mit einer super kämpferischen Einstellung gewonnen. Alle drei haben sehr gut gespielt. Es war das erste Mal wieder mit Zuschauern, das war eine ganz andere Stimmung als vergangene Saison. Unsere Jungs haben toll dagegen gehalten, am Ende ein super Doppel gespielt und verdient gewonnen.“

TSV Bad Königshofen – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3

Bastian Steger – Samuel Kulczycki 1:3 (6:11, 11:4, 9:11, 5:11)
Filip Zeljko – Kanak Jha 1:3 (5:11, 8:11, 12:10, 6:11)
Kilian Ort – Simon Gauzy 3:2 (9:11, 11:8, 11:4, 4:11, 12:10)
Bastian Steger – Kanak Jha 3:1 (11:9, 11:8, 5:11, 12:10)
Kilian Ort / Filip Zeljko – Simon Gauzy / Samuel Kulczycki 2:3 (11:7, 6:11, 11:7, 8:11, 3:11)

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Erstmals veröffentlicht
23.08.2021, 11:24 Uhr
Letzte Aktualisierung
28.12.2022, 16:57 Uhr

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