Fynn Beckmann im Interview mit der HSG Konstanz

Fynn Beckmann im Interview mit der HSG Konstanz
Fynn Beckmann von der HSG Konstanz im Interview. (Bild: Michael Elser)

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Fynn Beckmann ist mit 28 Jahren im jungen Aufgebot der HSG Konstanz der zweitälteste Spieler. Im Sommer 2019 kam er vom HBW Balingen-Weilstetten an den Bodensee und wird seine Handball-Karriere nach der aktuellen Saison dort beenden.

Der gebürtige Stuttgarter studierte an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Literatur-Kunst-Medien. Im Interview spricht der Linkshänder über die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga – Tickets sind unter hsgkonstanz.de/tickets erhältlich – den Gegner aus Krefeld und die Besonderheit der K.o.-Spiele.

Fynn, du hast nach dem Sieg in Pforzheim emotionale Worte in der Kabine an die Mannschaft gerichtet und betont, dass du deine Karriere mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga beenden möchtest. Was würde dir der Aufstieg bedeuten?

Dieses große Ziel würde mich extrem erfüllen und wäre Belohnung für die harte Arbeit. Den Fans und uns allen würde ich diesen Erfolg gerne schenken.

Zugleich sprachst du davon, dass du der Mannschaft dies absolut zutraust und ihr gute Chancen einräumst. Warum?

Wir wollen mit kühlem Kopf und heißem Herz auftreten und sehr gut auf Krefeld vorbereiten. Wir wissen, was auf uns zukommt. Man kann viel vor solch großen Spielen schreiben oder sagen, wichtig ist, dass man es ab der ersten Minute auf dem Feld als Einheit zeigt.

Von den Gegnern der letzten Wochen wurde geäußert, die HSG habe in der Rückrunde deutlich an Stabilität gewonnen. Worauf führst du diese zurück?

Vor allem auf unsere Abwehr und das Zusammenspiel der Deckung mit unseren Torhütern, egal, wer von ihnen gerade im Tor steht. Mit den gewonnenen Automatismen in der Defensive haben wir an Kompaktheit gewonnen. Das daraus resultierende Tempospiel nach Ballgewinnen kommt dazu. Außerdem haben wir eine bessere Balance, wann wir wie auf das Gas drücken oder wann wir in Ruhe aufbauen. Hier haben wir mit dem in der Rückrunde vollen Kader deutliche Fortschritte gemacht.

Ihr habt durch ein spielfreies Wochenende Zeit, um euch ganz gezielt vorzubereiten. Wie nutzt ihr dies?

Wir können uns früher und detaillierter vorbereiten. Aber auch die Reserven und Akkus noch einmal aufladen und den Kopf frei sowie leichte Beine bekommen. Mit Selbstvertrauen, guten Lösungen und Frische in den Köpfen und Beinen stellen wir uns auf einen starken Gegner aus Krefeld ein.

Krefeld steht schon länger als Vizemeister der Südweststaffel fest. Wie stufst du sie ein?

Sie verfügen über viel Bundesliga-Erfahrung und Routine. Wir kennen die Halle aus der Aufstiegsrunde von vor zwei Jahren und wissen, dass sie versuchen, den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Darauf müssen wir uns einstellen und wollen alles rausholen.

Das Hinspiel findet am 30. Mai statt, das Rückspiel in der Schänzle-Hölle am 2. Juni. Wie geht man mit zwei so wichtigen und intensiven Spielen in so kurzer Zeit um?

Wahrscheinlich wird das Level der Anspannung zwischen den beiden Partien ungebrochen hoch bleiben. Natürlich ist eine gute Regeneration ein Thema, aber wir sind fit und in solch einer Phase der Saison kann man das auch gut wegstecken. Ich freue mich wahnsinnig auf diese zwei Spiele – noch mehr aber auf das Rückspiel daheim.

Ein Vorteil, dass ihr das entscheidende Match im Hexenkessel Schänzle-Hölle austragen dürft?

Wir haben gesehen, was alles in dieser Halle passieren kann und passiert ist. Jeder brennt darauf, hier auflaufen zu dürfen und durch diese Kulisse noch ein paar Zusatzprozente aus sich herauszuholen. Wir zählen auf jeden Fan und wollen mit dieser Unterstützung über unser Limit gehen.

K.o-Spiele gibt es nicht allzu oft in einer Handball-Karriere und sind besonders. Was macht aus Sicht des Spielers den Reiz aus?

Man spürt schon den Unterschied zu einem normalen Ligaspiel. Die Anspannung ist da, man ist noch fokussierter, man geht an die Vorbereitung noch detailreicher heran. Es gilt, eine große Entschlossenheit auszustrahlen.

Oft wird von der Tagesform als wesentlichem Faktor gesprochen. Was zählst du noch zu den oft zitierten „Kleinigkeiten“, die solche Duelle entscheiden?

Man darf sich von guten Phasen des Gegners nicht beeinflussen und durch Fehler nicht aus dem Konzept bringen lassen. Es geht um jedes Tor. Man muss sich selbst und der eigenen Spielidee vertrauen.

Fragen: Andreas Joas

(Vereinsmitteilung: Andreas Joas, HSG Konstanz)