Landkreis und Wohlfahrtsverbände wollen soziale Hilfsangebote trotz knapper Kassen sichern. Finanzielle Engpässe setzen Kommunen, Kirchen und Träger unter Druck.
Am 22. September kamen Landrat Stefan Bär, Sozialdezernent Bernd Mager sowie Vertreterinnen und Vertreter der Liga der freien Wohlfahrtspflege (LIGA) im Landratsamt Tuttlingen zusammen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen für die soziale Arbeit im Landkreis.
Die zunehmend angespannten finanziellen Rahmenbedingungen belasten dabei mehrere Seiten. Neben den kommunalen Haushalten stehen auch Kirchen, kirchliche Träger und die ihnen angeschlossenen caritativen Einrichtungen unter wachsendem finanziellen Druck. Rückläufige Einnahmen, unter anderem infolge sinkender Kirchenmitgliederzahlen, schränken die finanziellen Spielräume ein. Dies könnte sich künftig auch auf bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote auswirken.
Landkreis hat bereits Leistungen reduziert
Aufgrund der schwierigen Haushaltslage nahm der Landkreis Tuttlingen in den vergangenen Jahren bereits Anpassungen bei freiwilligen sozialen Leistungen vor. In einzelnen Bereichen wurden Leistungen reduziert oder Zuschüsse gestrichen.
Betroffen waren unter anderem die Windeltonne, die Jugendberufshilfe, die kommunale Jugendarbeit, Familienbesuche und der Familienpass.
Landkreis und LIGA wollen deshalb gemeinsam prüfen, welche Angebote für die Menschen im Landkreis besonders wichtig sind und wo angesichts begrenzter finanzieller Mittel Prioritäten gesetzt werden müssen. Beide Seiten wollen daran arbeiten, verlässliche Beratungs-, Unterstützungs- und Hilfsangebote für ratsuchende und hilfebedürftige Menschen zu sichern.
„Gerade wenn die finanziellen Spielräume kleiner werden, müssen wir eng miteinander kooperieren und im Gespräch bleiben. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die vorhandenen Kräfte zu bündeln und dort Schwerpunkte zu setzen, wo die Menschen unsere Unterstützung besonders dringend brauchen“, so Landrat Stefan Bär.
Bedarf an Unterstützung steigt
Gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich schwierigen Zeiten steigt nach Angaben der Beteiligten der Bedarf an sozialen und caritativen Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Arbeitslosigkeit, finanzielle Notlagen, soziale Isolation und Zukunftssorgen können Menschen und Familien vor große Herausforderungen stellen.
„Die Einrichtungen und Dienste der freien Wohlfahrtspflege leisten hier einen wichtigen Beitrag und sind für viele Menschen eine zentrale Anlaufstelle“, sagt Marcus Abel, Sprecher der Liga der freien Wohlfahrtspflege.
Der Austausch zwischen Landkreis und LIGA soll fortgesetzt werden. Beide Seiten wollen auch künftig daran arbeiten, die sozialen Unterstützungsstrukturen im Landkreis Tuttlingen bedarfsgerecht und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
In der LIGA im Landkreis Tuttlingen sind Diakonie, Caritas, Mutpol – Diakonische Jugendhilfe e.V., Psychosozialer Förderkreis e.V. und die bwlv-Suchtberatung als Mitglieder des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, die AWO-Wohnungslosenhilfe sowie das Deutsche Rote Kreuz vertreten.
(Quelle: Landkreis Tuttlingen)