Windkraftprojekte werden konkreter Neue Windräder bei Tuttlingen für 130.000 Verbraucher geplant

Neue Windräder bei Tuttlingen für 130.000 Verbraucher geplant
Windkraft auf dem Hattinger Berg: So würde der Blick auf die Anlage bei der Möhringer Donaubrücke aussehen. (Bild: WEBW / Stadt Tuttlingen)
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Rund um Tuttlingen sollen bis zu zwölf neue Windräder entstehen. Die beiden geplanten Windparks könnten rechnerisch rund 130.000 Verbraucher mit Strom versorgen.

Im Technischen Ausschuss der Stadt Tuttlingen wurde am Donnerstag der aktuelle Stand der beiden Windkraftprojekte auf dem Hattinger Berg und dem Konzenberg vorgestellt. Während die Planungen für den Hattinger Berg bereits voranschreiten, ist für den Windpark auf dem Konzenberg ein Baubeginn frühestens im Jahr 2030 vorgesehen.

Beide Projekte sollen mit Batteriespeichern ausgestattet werden, um Strom aus windreichen Zeiten auch bei geringer Windproduktion nutzen zu können.

Bis zu acht Windräder auf dem Hattinger Berg

Auf dem Hattinger Berg plant die WEBW Neue Energie GmbH den Bau von sechs bis acht Windkraftanlagen. Der erzeugte Strom könnte rechnerisch rund 100.000 Personen versorgen.

Zusätzlich sollen drei Batteriespeicher entstehen, die überschüssigen Strom aus windreichen Tagen für Zeiten mit wenig Wind speichern können.

„Mit dieser Anlage werden wir ein ganzes Stück energieunabhängiger“, erklärte Oberbürgermeister Michael Beck.

Hinter dem Projekt steht die WEBW Neue Energie GmbH, ein Tochterunternehmen der Landsiedlung Baden-Württemberg und der KWA-Contracting. Das Unternehmen ist ausschließlich in Baden-Württemberg tätig und setzt auf regionale Projekte.

Nach längeren Vorgesprächen hat die WEBW inzwischen konkretes Interesse am Hattinger Berg angemeldet. Messungen vor Ort ergaben, dass die mögliche Energieausbeute dort 14 Prozent höher liegt als im Windatlas prognostiziert.

Mittlerweile laufen Vertragsverhandlungen, weitere Umweltprüfungen und erste Schritte des Genehmigungsverfahrens.

Bürger und Unternehmen könnten sich beteiligen

Parallel zu den Planungen bereitet die WEBW mögliche Beteiligungsmodelle vor. Denkbar ist unter anderem die Gründung einer Bürgerenergiegesellschaft, an der sich Privatpersonen und Unternehmen beteiligen können.

Für größere Stromabnehmer könnten zudem Direktstromverträge infrage kommen. Unternehmen würden ihren Strom dabei ohne den Umweg über das öffentliche Netz direkt vom Hattinger Berg beziehen. Dadurch könnten insbesondere Netzentgelte eingespart werden.

Windpark auf dem Konzenberg mit bis zu vier Anlagen

Ein weiteres Windkraftprojekt ist auf dem Konzenberg geplant. Dort möchte die Badenova gemeinsam mit den Stadtwerken Tuttlingen (swt) drei bis vier Windkraftanlagen errichten.

Der interkommunale Windpark soll auf den Gemarkungen Tuttlingen und Wurmlingen entstehen. Nach Berechnungen der Projektierer könnten die Anlagen rechnerisch rund 29.000 Verbraucher mit Strom versorgen.

Auch hier sind Batteriespeicher vorgesehen. Zudem bringt die Badenova Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger sowie Direktstromverträge für Unternehmen ins Gespräch.

Der Baubeginn für den Windpark auf dem Konzenberg ist frühestens für das Jahr 2030 vorgesehen.

Flächen für beide Windparks sollen angepasst werden

In den vergangenen Monaten haben sich beide Projektierer intensiv mit den örtlichen Gegebenheiten beschäftigt. Dabei zeigte sich, dass die bisher vorgesehenen Flächen für die Windkraftanlagen angepasst werden müssen.

Auf dem Hattinger Berg mussten die Flächen zunächst im Flächennutzungsplan abgebildet werden. Statt einer großen Fläche sollen dort künftig drei kleinere Bereiche ausgewiesen werden, die sich weiter über den Höhenrücken verteilen.

Auch auf dem Konzenberg sind Änderungen vorgesehen. Nach Einschätzung der Badenova sind die bislang im Regionalplan ausgewiesenen Flächen noch nicht optimal. Deshalb soll der Bereich erweitert werden, damit die vorgesehenen Standorte für die einzelnen Windkraftanlagen vollständig innerhalb des Geltungsbereichs liegen.

(Quelle: Stadt Tuttlingen)