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Stadt Sigmaringen wird als erste Kommune im Landkreis mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet

Lesezeit 4 Minuten
Das Sigmaringer Energieteam: v.l. Manfred Henselmann (Bereichsleiter Vertrieb der Stadtwerke Sigmaringen), Thomas Exler (Stadtbaumeister), Bürgermeister Dr. Marcus Ehm (Leiter des Energieteams), Lisa Eberhard (Klimaschutzmanagerin) und Erster Beigeordneter Manfred Storrer. Auf dem Bild fehlt Antonio Madeo (Bereichsleiter Netze der Stadtwerke Sigmaringen).
Das Sigmaringer Energieteam: v.l. Manfred Henselmann (Bereichsleiter Vertrieb der Stadtwerke Sigmaringen), Thomas Exler (Stadtbaumeister), Bürgermeister Dr. Marcus Ehm (Leiter des Energieteams), Lisa Eberhard (Klimaschutzmanagerin) und Erster Beigeordneter Manfred Storrer. Auf dem Bild fehlt Antonio Madeo (Bereichsleiter Netze der Stadtwerke Sigmaringen). (Bild: ©Stadt Sigmaringen)

Sigmaringen – Zwei Auditoren des European Energy Awards (eea) nahmen Sigmaringen am 25. November 2020 unter die energetische Lupe – mit dem Ergebnis, dass die Stadt mit ihren Energie- und Klimaschutzmaßnahmen 77,3 % der möglichen Punkte erreicht und damit Goldstatus erhält.

Am 21. Mai 2021 darf Bürgermeister Dr. Marcus Ehm den Award in Gold im Rahmen des kommunalen Klimakongresses 2021 in Ulm offiziell entgegennehmen.

„Gerade als Kommune ist es uns wichtig, in Sachen Klimaschutz als Vorbild voranzugehen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken. Entscheidend für unseren Erfolg sind dabei starke Initiatoren, die hier vor Ort neue Impulse setzen. Wir wollen uns mit dieser Auszeichnung nicht rühmen, sondern sichtbar machen, was wir hart erarbeitet haben: nämlich einen messbaren Fortschritt für den Klimaschutz. Schließlich gilt es auch, die Bevölkerung mitzunehmen und vom Sinn der Maßnahmen zu überzeugen. Denn heutzutage steht eine kommunale Verwaltung vor besonderen Herausforderungen: Einerseits steht die Bekämpfung des Klimawandels im Fokus, andererseits grenzt die Haushaltslage den Handlungsspielraum ein. Der eea zeigt uns Wege für eine sinnvolle kommunale Energie- und Klimaschutzpolitik auf.“, so der Leiter des Sigmaringer Energieteams.

Der eea ist das europaweite Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Kommune regelmäßig in allen Bereichen erfasst und bewertet, geplant, gesteuert und überprüft werden. Neben der Steigerung der Energie- und Kosteneffizienz liefert die Teilnahme an dem Programm aussagekräftige Kennzahlen und eine Dokumentation der kommunalen Tätigkeiten.

Mittlerweile verzeichnet der eea über 1.500 Teilnehmer aus 16 Ländern. In Baden-Württemberg nehmen 123 Kommunen und Landkreise am eea teil, 18 davon konnten bislang die Gold-Zertifizierung erreichen. Im Landkreis Sigmaringen ist die Kreisstadt die erste Kommune, die mit Gold ausgezeichnet wird.

Steigerung in allen Bereichen

Der Sigmaringer Gemeinderat stimmte der Teilnahme am European Energy Award im November 2007 zu. Seither erfasst, bewertet und überprüft das Sigmaringer Energieteam kommunale energierelevante Handlungsfelder, identifiziert Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz und setzt diese sukzessive um. Der Umsetzungsgrad konnte seit der Erstzertifizierung im Jahr 2009 durch die gezielten Maßnahmen von 66 % auf 77,3 % gesteigert werden.

Die erreichbaren Punkte verteilen sich auf die sechs Maßnahmenbereiche Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und  Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation / Kooperation. In vier der sechs Bereiche konnte die Stadt Sigmaringen sogar die „Goldmarke“ von 75 % übertreffen. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass vor allem in den Bereichen kommunale Gebäude und Anlagen und Mobilität noch Verbesserungspotenzial steckt.

„Aktionen wie das Stadtradeln oder die Förderung von E-Mobilität sind Bausteine, um das Thema klimafreundliche Mobilität voranzubringen. Auch im Bereich der zukünftigen Stadtentwicklung nehmen wir die Klimaneutralität in den Fokus“, erklärt Klimaschutzmanagerin Lisa Eberhard.

Das Hohenzollern-Gymnasium hat im Rahmen der umfassenden Sanierung auch eine neue Fassade erhalten.
Das Hohenzollern-Gymnasium hat im Rahmen der umfassenden Sanierung auch eine neue Fassade erhalten. (Bild: ©Stadt Sigmaringen)

So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise das Hohenzollern-Gymnasium umfassend energetisch saniert, das Quartierskonzept Hohenzollernstraße erstellt und die Konversion der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne mit dem Projekt „EQ SIG – Konversion durch Innovation“ auf einen energetischen Fokus ausgerichtet. Allein dieses Modellprojekt mit Leuchtturmcharakter plant eine CO2-Einsparung von 3.300 Tonnen/Jahr bei einem Autarkiegrad von 75 %.

Auf den Konversionsflächen der ehemaligen Kaserne entsteht das energieautarke Quartier „EQ SIG“. Das virtuelle Kraftwerk bildet dabei das Herzstück für die Energieversorgung.
Auf den Konversionsflächen der ehemaligen Kaserne entsteht das energieautarke Quartier „EQ SIG“. Das virtuelle Kraftwerk bildet dabei das Herzstück für die Energieversorgung. (Bild: ©Stadt Sigmaringen)

Hinzukommen zahlreiche weitere Projekte wie das Engagement als FairTrade-Stadt, spezielle Fortbildungsangebote für Mitarbeitende, aber auch die Verstetigung der Stelle des Klimaschutzmanagements oder die Beschaffung klimaschonender Fahrzeuge für Stadt und Stadtwerke.

Wie es weitergeht

Ziel der Stadt Sigmaringen ist es, durch den effizienten Umgang mit Energie weiterhin einen bedeutenden Beitrag zu einer nachhaltigen Energiepolitik und somit zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung der Gesellschaft zu leisten.

 „Energieeinsatz und Klimaschutz sind Querschnittsaufgaben, die nicht nur von der öffentlichen Hand gesteuert werden können. Jede*r Einzelne ist dazu aufgerufen, seinen Betrag zu leisten. Dabei spielt beispielsweise auch die aktive Bürgerbeteiligung zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts eine wichtige Rolle.“, so Bürgermeister Dr. Ehm abschließend.

Im Nachhaltigkeitspavillon auf dem Wochenmarkt sucht das Energieteam der Stadt Sigmaringen regelmäßig das Gespräch mit Bürger*innen.
Im Nachhaltigkeitspavillon auf dem Wochenmarkt sucht das Energieteam der Stadt Sigmaringen regelmäßig das Gespräch mit Bürger*innen. (Bild: ©Stadt Sigmaringen)

Auf der Agenda für die kommenden Jahre stehen neben der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes die Optimierung des kommunalen Energiemanagements und die Festlegung von energieeffizienz- und Ökologiezielen für den Bau und die Sanierung kommunaler Gebäude.

(Pressemitteilung Stadt Sigmaringen)

Schlagwörter

Transparenz

Erstmals veröffentlicht
19.05.2021, 17:45 Uhr

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