Beim Brand einer Industriehalle in Neufra ist in der Nacht zum Donnerstag ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Rund 150 Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz, um eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Die Feuerwehr Neufra wurde am Mittwoch gegen 23.20 Uhr in die Hohenzollernstraße alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Lieferwagen, der direkt an einer älteren Industriehalle abgestellt war, bereits in Vollbrand. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf die angrenzenden Gebäude übergegriffen.
Wegen der raschen Brandausbreitung erhöhte Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Martin Jannack umgehend die Alarmstufe. Die Flammen breiteten sich schnell im Obergeschoss der Halle aus. Kurz darauf stürzte das Dach des Gebäudes ein.
Nach Angaben der Polizei gerieten zwei zusammenhängende Lagergebäude sowie der Transporter in Brand. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte verhindert werden, dass die Flammen auf weitere unmittelbar angrenzende Gebäude übergriffen. Verletzt wurde niemand.
Feuerwehr bekämpft Brand mit drei Drehleitern
Zeitweise waren rund 150 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren an den Löscharbeiten beteiligt. Zum Einsatz kamen unter anderem drei Drehleitern aus Burladingen, Albstadt und Gammertingen.
Die Wasserversorgung wurde über das örtliche Hydrantennetz sowie aus dem Bach Fehla sichergestellt. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung wurde über die Warn-App NINA eine Bevölkerungswarnung herausgegeben.
Zusätzlich unterstützten die Atemschutzkomponente aus Bad Saulgau, die Messkomponente des Gefahrgutzuges des Landkreises Sigmaringen mit den Feuerwehren Mengen und Bad Saulgau sowie der Führungsstab Mitte mit dem Einsatzleitwagen 2 aus Sigmaringen.
Während des Einsatzes musste die angrenzende Bundesstraße 32 vollständig gesperrt werden. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an.
Polizei ermittelt zur Brandursache
Die Drohnengruppe der Werkfeuerwehr Mariaberg erkundete die Lage mit einer Wärmebildkamera aus der Luft. Messungen ergaben nach Angaben der Einsatzkräfte keine Gefahr für die Bevölkerung.
Vor Ort waren außerdem der Rettungs- und Sanitätsdienst, die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), die Polizei sowie Bürgermeister Reinhard Traub. Auch Kreisbrandmeister Michael Reitter und sein Stellvertreter Frank Seeger unterstützten die Einsatzleitung.
Nach Abschluss der Löscharbeiten bewerteten die Fachberater Bau des Landkreises Sigmaringen den Zustand der Gebäude.
Das Löschwasser wurde in der Kläranlage Neufra gesammelt und stellt nach Angaben der Verantwortlichen keine Gefahr für die Umwelt dar.
Das Polizeirevier Sigmaringen hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Nach bisherigen, noch nicht abschließenden Erkenntnissen ziehen die Ermittler einen technischen Defekt an dem geparkten Transporter als Ursache für das Feuer in Betracht.
(Quelle: Kreisfeuerwehrverband Sigmaringen, Polizeipräsidium Ravensburg)