Neue Erkenntnisse zum Vorfall Fischsterben in Ostrach: Polizei ermittelt – Gülle-Ursache wohl geklärt

Fischsterben in Ostrach: Polizei ermittelt – Gülle-Ursache wohl geklärt
Zahlreiche Fische wurden tot im Fluss Ostrach in Ostrach aufgefunden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. (Bild: Reinert / Wochenblatt)
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Großes Fischsterben im Fluss Ostrach: Eine mutmaßlich durch einen technischen Defekt ausgetretene Menge Gülle hat das Gewässer auf rund fünf Kilometern verunreinigt. Die Polizei ermittelt gegen einen 33-Jährigen.

Das Fischsterben wurde erstmals gegen 15.30 Uhr durch das Ostracher Ordnungsamt gemeldet. Die Feuerwehr Ostrach rückte daraufhin mit allen Abteilungen aus. Insgesamt waren rund 60 Einsatzkräfte mit neun Fahrzeugen vor Ort. Auch das Landratsamt Sigmaringen, das Regierungspräsidium Tübingen, die Gemeinde sowie zuständige Gewässer- und Umweltbehörden wurden informiert und waren teilweise vor Ort.

Gülle gelangte offenbar über den Seebach in die Ostrach

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler der Fachdienststelle Gewerbe und Umwelt brachte ein 33-Jähriger am Sonntag bei Oberweiler Gülle aus. Mutmaßlich aufgrund eines technischen Defekts verlor er dabei eine bislang unbekannte Menge der Jauche. Diese gelangte zunächst in den Seebach und anschließend in die Ostrach.

Die Verunreinigung breitete sich auf einer Länge von etwa fünf Kilometern aus. Im Bachlauf zwischen Oberweiler und Ostrach stellten die zuständigen Behörden und die Polizei am Montagnachmittag zahlreiche tote Fische fest.

Zunächst war vermutet worden, dass der Regen in der Nacht zuvor dazu geführt haben könnte, dass Gülle in das Gewässer gelangte. Diese Vermutung war nicht bestätigt worden. Ein Polizeisprecher hatte auf Anfrage des WOCHENBLATT erklärt: „Wir können noch nicht genau sagen, was der Grund für den Gülle-Austritt war.“

Inzwischen hat die Fachdienststelle Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ravensburg Ermittlungen wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung aufgenommen.

Mit Wasser aus einem nahegelegenen Baggersee wollten die Einsatzkräfte frisches und sauerstoffhaltiges Wasser in die Ostrach zuführen.
Mit Wasser aus einem nahegelegenen Baggersee wollten die Einsatzkräfte frisches und sauerstoffhaltiges Wasser in die Ostrach zuführen. (Bild: Reinert / Wochenblatt)

Feuerwehr leitet Wasser aus Baggersee ein

Am Abend wurden Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen der Verunreinigung einzudämmen. Einsatzkräfte und Umweltbehörden entschieden, frisches Wasser aus einem Baggersee einer nahegelegenen Kiesgrube zu entnehmen und in die Ostrach einzuleiten. Dadurch sollte das belastete Wasser mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert beziehungsweise durchmischt werden.

Nach Angaben der Polizei mussten die betroffenen Stellen in der Ostrach zudem ausgebaggert werden. Im Anschluss führte die Freiwillige Feuerwehr wasseraufbereitende Maßnahmen durch.

Aus der Ostrach wurden mehrere Proben entnommen. Bei den toten Fischen soll es sich unter anderem um Karpfen, Döbel und Barben handeln, das erfuhr das WOCHENBLATT vor Ort. Die Polizei bestätigte, dass sich unter den verendeten Tieren zahlreiche Döbel, Barben und Weißfische befanden.

Von dem verunreinigten Wasser wurden aus der Ostrach mehrere Proben gesammelt.
Von dem verunreinigten Wasser wurden aus der Ostrach mehrere Proben gesammelt. (Bild: Reinert / Wochenblatt)

Mehr als 200 Kilogramm tote Fische geborgen

Auch der Sportfischerverein Ostrachtal unterstützte den Einsatz. Rund 15 Mitglieder waren am Abend damit beschäftigt, verendete Fische aus dem Gewässer zu bergen. Nach Angaben des Vereins wurden bis kurz vor 20 Uhr bereits mehr als 200 Kilogramm tote Fische aus der Ostrach gefischt.

Eine genaue Zahl der verendeten Tiere konnte zunächst nicht genannt werden. Nach Schätzungen könnte es sich um mehrere hundert Fische handeln.

Die Polizei teilte mit, dass im Zeitraum zwischen Sonntag und Montag mindestens zwei Zentner Fische in der Ostrach verendet sind. Mitglieder des Fischereivereins fischten am Montagnachmittag sämtliche Tiere ab. Der Sportfischerverein Ostrachtal blieb die Nacht über vor Ort.

Durch die Feuerwehr wurden Sicherungsmaßnahmen getroffen, damit sich die Verunreinigung nicht weiter ausbreitet und kein zusätzlicher Schaden entsteht.

Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr waren auch Vertreter der Gemeinde Ostrach, der Fischereibehörde des Regierungspräsidiums sowie der Umweltbehörde des Landratsamts vor Ort.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Ostrach im Einsatz: Das Wasser aus dem Baggersee wurde über die Schläuche der Feuerwehr zugeführt.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Ostrach im Einsatz: Das Wasser aus dem Baggersee wurde über die Schläuche der Feuerwehr zugeführt. (Bild: Reinert / Wochenblatt)