„Tschappel“ ist mit dem Landespreis für Dialekt Baden-Württemberg 2026 ausgezeichnet worden. Am Samstag, 10. Oktober, erhielt die ZDFneo-Comedy-Serie in Oberkirch die mit 3.333 Euro dotierte Auszeichnung als „Bester Langfilm“ in der Kategorie Film. Ministerpräsident Cem Özdemir überreichte die Auszeichnung.
Der Landespreis für Dialekt wurde 2024 von der baden-württembergischen Landesregierung ins Leben gerufen. Er wird gemeinsam mit dem Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg vergeben. Mit der Auszeichnung soll die sprachliche Vielfalt des Landes gestärkt und künstlerische Leistungen gewürdigt werden, die Dialekte lebendig halten und einem breiten Publikum zugänglich machen. Aus rund 250 Bewerbungen wurden die Preisträgerinnen und Preisträger in sechs Kategorien ausgewählt.
Die Jury zu Tschappel
Ein Auszug aus der Jurybegründung für Tschappel: „Der beste Film von allen Einreichungen, prämiert bereits mit dem ‚Grimme-Preis‘. Sehr gutes Drehbuch mit schönen Geschichten, die authentisch und in authentischem Schwäbisch das Leben auf dem Land, vor allem der Landjugend präsentieren. Sehr gute Regie, die Spielprofis und Laienspieler hervorragend zu Harmonie im Spiel bringen. Gute Kamera, Montage und musikalische Begleitung. Fazit: Perfekt. Alles stimmt plus Humor. Flotte Regie. Beste Unterhaltung.“
Für Tschappel ist die Auszeichnung eine besondere Anerkennung. Die achtteilige Coming-of-Age-Comedy erzählt die Geschichte des jungen Carlo Brenner und seiner Freunde im fiktiven oberschwäbischen Dorf Hintervorderbach. Dabei ist der schwäbische Dialekt weit mehr als ein regionales Stilmittel. Er prägt die Figuren, ihren Humor und ihre Beziehungen und ist ein wesentlicher Bestandteil der erzählten Lebenswelt.
Entwickelt und geschrieben wurde die Serie von Marius Beck und Marc Philip Ginolas, Regie führten Marc Philip Ginolas und Carly Coco. Gedreht wurde überwiegend in Zußdorf im Landkreis Ravensburg und der umliegenden Region, aus der auch die Produzenten Paul und Marius Beck stammen. Produziert wurde „Tschappel“ von Apollonia Film und LAX Entertainment für ZDFneo. Mit dem Landespreis wurden Marius Beck, Paul Beck, Marc Philip Ginolas, Carly Coco, Charlotte Groth und Maximilian Greil ausgezeichnet.
„Wir wollten von Anfang an eine Serie erzählen, in der die Menschen so sprechen, wie wir es aus unserer Heimat kennen. Der Dialekt gehört für uns selbstverständlich zu diesen Figuren dazu. Dass ausgerechnet diese sprachliche Eigenheit jetzt mit einem Landespreis ausgezeichnet wird, freut uns deshalb besonders. Es zeigt, dass regionale Geschichten und Dialekte auch über ihre Heimat hinaus Menschen erreichen und begeistern können“, sagt Marius Beck, Autor und Produzent der Serie.
Tschappel schon mehrfach ausgezeichnet
Mit dem Landespreis für Dialekt räumte Tschappel einen weiteren Preis ab. Schon bisher gab es bedeutende Auszeichnungen: Im März 2026 wurde die Serie mit dem renommierten Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet. 2025 wurde die Serie für den deutschen Fernsehpreis nominiert und Marius Beck erhielt den Nachwuchspreis beim „Blauer Panther – TV & Streaming Award“. Marc Philip Ginolas und Carly Coco wurden für ihre Regiearbeit von der Deutschen Akademie für Fernsehen ausgezeichnet.
Die erste Staffel von Tschappel ist seit Mai 2025 im ZDF-Streaming-Portal verfügbar. Nach dem Erfolg der Serie wurde im Sommer 2026 eine zweite Staffel mit zehn neuen Folgen in Zußdorf und Umgebung gedreht. Die Veröffentlichung im ZDF-Streamingportal ist für das nächste Jahr vorgesehen.