Auszeichnung für nachhaltige Mobilität Lindau gewinnt Bundespreis für Mobilitätsprojekt

Lindau gewinnt Bundespreis für Mobilitätsprojekt
Jaime Valdés Valverde, Mobilitätsmanager der Stadt Lindau, stellte das Lindauer Projekt vor und nahm die Auszeichnung in Bonn entgegen. (Bild: BBSR/Czybik & Schmid Media/ Guido Schiefer)
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Die Stadt Lindau wurde für die verbesserte Fuß- und Radverkehrsanbindung des Bahnhofs Reutin ausgezeichnet. Das Projekt zählt zu 20 Gewinnern eines Bundeswettbewerbs.

Mit der Umgestaltung der Bregenzer Straße hat die Stadt Lindau die Verbindung zwischen dem Bahnhof Reutin, dem Stadtgebiet und der Insel schrittweise verbessert. Für das Mobilitätsprojekt erhielt die Stadt am Mittwoch, 14. Oktober, eine Auszeichnung im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigten insgesamt 20 Projekte. Sie zeigen, wie Bahnhöfe in ländlichen Räumen besser mit Bussen, bedarfsgesteuerten Verkehrsangeboten sowie dem Fuß- und Radverkehr verknüpft werden können. Ziel sind zuverlässige Verkehrsverbindungen, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.

Sichere Verbindung zwischen Bahnhof Reutin und Insel

Ausgangspunkt des Lindauer Projekts war die Inbetriebnahme des Fernbahnhofs Reutin. Mit seiner wachsenden Bedeutung als zentraler Fernverkehrshalt wurde eine sichere und direkte Anbindung an das Stadtgebiet und die Insel notwendig.

Zuvor war die Bahnüberführung an der Bregenzer Straße ausschließlich auf den Kraftfahrzeugverkehr ausgelegt. Für Fußgänger und Radfahrer bot sie nur eingeschränkte Sicherheit.

Die Stadt setzte die Verbesserungen in drei aufeinander abgestimmten Bauabschnitten um:

  • 2018 bis 2021: Beseitigung des Bahnübergangs durch den Bau einer Unterführung.
  • 2022 bis 2023: Getrennte Führung von Fuß- und Radverkehr entlang der Bregenzer Straße gegenüber dem Landratsamt, um die Verbindung zum Bahnhof zu schließen.
  • Bis 2024: Ausbau der Fahrradstraße vor der Stadtverwaltung als westlicher Anschluss in Richtung Insel.

Die bisherige Bahnüberführung wurde für Autos gesperrt und zu einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer umgebaut. Zusätzlich entstanden witterungsgeschützte Fahrradabstellanlagen, abschließbare Fahrradboxen sowie weitere Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Stellplätze. Auch die Buslinienführung wurde angepasst.

Mehr als 3000 Radfahrer täglich

„Für uns als Stadt war es wichtig, eine gute und sichere Verbindung zwischen den Bahnhöfen Lindau-Reutin und Lindau-Insel zu schaffen und gleichzeitig die Erreichbarkeit sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad schrittweise zu verbessern“, erklärt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.

Nach Angaben der Stadt wird die Fahrradstraße entlang der Bregenzer Straße täglich von mehr als 3000 Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt.

„Die Fahrradstraße entlang der Bregenzer Straße wird täglich von mehr als 3000 Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Hinzu kommen zahlreiche Fußgängerinnen und Fußgänger, die von dem sicheren Anschluss an den Bahnhof Lindau-Reutin profitieren“, ergänzt Jaime Valdés Valverde, Mobilitätsmanager der Stadt Lindau.

Stadt Lindau erhält 5000 Euro Preisgeld

Mit der Auszeichnung gehört das Lindauer Mobilitätsprojekt zu den 20 Gewinnern des bundesweiten Wettbewerbs. Die Stadt erhält dafür ein Preisgeld von 5000 Euro.

Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, betont die Bedeutung guter Verkehrsverbindungen für ländliche Regionen: „Wer auf dem Land lebt, darf ohne eigenes Auto nicht abgehängt sein. Gute Mobilität bedeutet Teilhabe – und sie macht Gemeinden zu attraktiveren Orten zum Leben und Arbeiten.“

Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichten nach ihrer Einschätzung, welche Verbesserungen Kommunen und Verkehrsunternehmen gemeinsam erreichen können.

Auch Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR, verweist auf die Bedeutung funktionierender Anschlüsse: „Ein guter Bahnanschluss hilft wenig, wenn man die letzten Kilometer nicht weiterkommt.“

Die prämierten Projekte zeigen nach seinen Worten unterschiedliche Möglichkeiten, Bus- und Bahnverbindungen besser aufeinander abzustimmen, Ortsteile an Bahnhöfe anzubinden und sichere Umsteigewege zu schaffen. Viele dieser Ansätze könnten auch in anderen Regionen umgesetzt werden.

Bundesprogramm fördert Mobilität im ländlichen Raum

Der Wettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Region gestalten“ durchgeführt. Damit unterstützt das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Projekte, die sich insbesondere mit der Entwicklung ländlicher Räume beschäftigen.

Ziel des Programms ist es, neue Ansätze für die räumliche Entwicklung zu erproben und die gewonnenen Erkenntnisse für andere Regionen nutzbar zu machen.

Das BBSR begleitet die Projekte wissenschaftlich und bereitet die Erfahrungen für die kommunale Praxis auf. Sämtliche 20 ausgezeichneten Projekte werden auf der Online-Plattform Mobilikon vorgestellt. Das Nachschlagewerk bietet Kommunen Praxisbeispiele und Informationen zu unterschiedlichen Mobilitätslösungen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und den ausgezeichneten Projekten gibt es unter mobilikon.de/.

(Quelle: Stadt Lindau)

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