Taubenschutz früh mitdenken Tauben können PV-Anlagen schädigen

Tauben können PV-Anlagen schädigen
Wenn Tauben unter Solarmodulen nisten, kann das zu gravierenden Schäden führen. (Bild: Handwerkskammer Konstanz)
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Tauben nisten gerne unter PV-Anlagen und können dort Schäden verursachen. Fachleute raten deshalb, den Taubenschutz bereits bei der Installation einzuplanen.

Mit der steigenden Zahl an Solaranlagen rückte ein Problem stärker in den Fokus, das viele Bauherren zunächst nicht im Blick hatten. Die geschützten Bereiche unter den Modulen boten Tauben geeignete Plätze für ihre Nester und konnten dadurch zu Folgekosten führen.

Andreas Klinkenberg, Geschäftsführer der Solare Technik Klinkenberg GmbH aus Radolfzell, installierte in der Region Photovoltaikanlagen und kannte die Problematik aus der Praxis. „Unter den Solarmodulen sind die Tauben geschützt und bauen gerne ihre Nester. Sie sind nur schwer zu vertreiben.“

Schutz bei Installation günstiger

Auch bei der Kundschaft spielte das Thema zunehmend eine Rolle. „Bei der Kundschaft werden Taubenschutzmaßnahmen zunehmend ein Thema und wir bieten das auch mit an. Allerdings denkt der Kunde wirtschaftlich und will seine Solaranlage möglichst kostengünstig aufs Dach bringen“, so Klinkenberg. Die Systeme seien in den vergangenen Jahren jedoch deutlich günstiger geworden.

Nach Angaben des PV-Fachmanns wurde der Taubenschutz bei rund zehn Prozent der Neuinstallationen direkt mit angebracht. Wie groß der Bedarf war, hing vom jeweiligen Stadtteil und der dortigen Taubenpopulation ab.

Schutzsysteme wie Gitter, Spikes oder Bürsten von Anfang an einzuplanen, sei sinnvoll. Eine spätere Montage sei deutlich aufwendiger, weil unter anderem Hubsteiger, Absturzsicherung und zusätzlicher Montageeinsatz erforderlich werden könnten und die Kosten dadurch schnell stiegen. „Also besser schon beim Bau der Anlage mitdenken. Man muss das als Betrieb auch auf dem Schirm haben und die Kunden gegebenenfalls auf das Taubenproblem aufmerksam machen“, sagt Klinkenberg.

Nistmaterial kann zur Brandlast werden

Aus Sicht der Kommune bestand ebenfalls Handlungsbedarf. Nach Angaben der Abteilung Umwelt und Naturschutz der Stadt Singen gab es mindestens 600 Tauben im Stadtgebiet, eher mehr. Die Tiere können bis zu sieben Mal im Jahr brüten und gelten als ausgesprochen standorttreu.

„Unter den PV-Anlagen sammelt sich jede Menge Nistmaterial, Kot, aber auch tote Küken können vorkommen. Das kann zur Brandlast werden“, erklärt Sindy Bublitz, Naturschutzbeauftragte der Stadt. Neben hygienischen Problemen und möglichen Beschädigungen am Dach könne auch die Geräuschbelastung durch die Tiere erheblich sein.

Wurde das Problem erst spät erkannt, konnten hohe Folgekosten entstehen. Für den Abbau der Module sowie die Reinigung oder Sanierung des Daches konnten schnell mehrere tausend Euro anfallen. Demgegenüber standen Investitionen von etwa 1.500 bis 4.000 Euro für ein Taubenschutzgitter bei der Erstinstallation.

Beratung soll Folgekosten vermeiden

Die Stadt Singen versuchte auch mit anderen Maßnahmen gegenzusteuern. Zwei betreute Taubenschläge boten den Tieren alternative Nistmöglichkeiten. Dort wurden die Eier regelmäßig gegen Attrappen ausgetauscht, um die Population zu kontrollieren. Die Kommune könne das Problem dennoch nicht allein lösen. „Jeder Bauherr muss selbst tätig werden“, betont Sindy Bublitz.

Für Handwerksbetriebe ergab sich daraus laut Dennis Schäuble, Unternehmensberater bei der Handwerkskammer Konstanz, ein wichtiger Handlungsauftrag: „Taubenschutz sollte insbesondere in Bereichen mit erhöhtem Taubenaufkommen ein fester Bestandteil der Beratung sein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht jedes Dach gleichermaßen betroffen ist und die Situation im Einzelfall geprüft werden muss. Durch eine frühzeitige Beratung lassen sich Reklamationen, Folgekosten und mögliche Imageschäden vermeiden. Gleichzeitig kann die langfristige Wirtschaftlichkeit der Anlage besser gesichert werden.“

(Quelle: Handwerkskammer Konstanz)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
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