Raus aus der Krise: Zukunftstag Konstanzer Kitas

Raus aus der Krise: Zukunftstag Konstanzer Kitas
Das Sozial- und Jugendamt hat am 14. März zum Zukunftstag Konstanzer Kitas in die Wollmatinger Halle eingeladen. (Bild: Stadt Konsatnz)

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Die Kindertageseinrichtungen bundesweit stehen vor enormen Herausforderungen. Dies wird auch in Konstanz immer stärker spürbar. Es fehlen zunehmend Fachkräfte, es fehlen Betreuungsplätze, wodurch nicht alle Kinder versorgt werden können, geplante Neubauten von Kindertageseinrichtungen ziehen sich in die Länge. Für Familien, die einen Betreuungsplatz haben, wird der Fachkräftemangel schnell sicht- und spürbar, wenn es zur Einschränkung von Betreuungszeiten kommt.

Kindertageseinrichtungen sind aber nicht nur Betreuungs-, sondern vor allem auch Bildungsorte. Dabei ist es das Ziel, Bildung, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Kinder zu ermöglichen und zu erhöhen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird es immer schwieriger, diesen gesetzlich verankerten Bildungsauftrag zu erfüllen. Dieser schleichende Qualitätsverlust führt bei vielen Fachkräften zu zusätzlicher Unzufriedenheit – denn qualitätsvolles Arbeiten ist essentiell für die Arbeitszufriedenheit und für viele der Grund, sich diesem Berufsfeld zu verschreiben.

Vor diesem Hintergrund hat das Sozial- und Jugendamt am 14. März zum Zukunftstag Konstanzer Kitas in die Wollmatinger Halle eingeladen. Teilgenommen haben über 100 Personen, die sich aus pädagogischen Leitungs- und Fachkräften der Kindertageseinrichtungen, VertreterInnen der verschiedenen Träger, ElternvertreterInnen, KooperationspartnerInnen, Fachschulen und VertreterInnen der Nachbarstädte zusammensetzten. Sie nahmen sich einen ganzen Tag Zeit, um gemeinsam mögliche Lösungsansätze für die gegenwärtigen Herausforderungen zu erarbeiten. Im Fokus standen verschiedene Fragen: Wie sieht eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung in Zukunft aus? Wie kann bei steigendem finanziellem Druck und chronischem Fachkräftemangel eine

gute Betreuungssituation erhalten werden? Welche Rolle kann eine Kita künftig im Sozialraum übernehmen? Wie können Menschen für die Arbeit in einer Konstanzer Kindertagesstätte begeistert werden und welche Betreuungsformen sind künftig überhaupt noch familienfreundlich und realistisch umzusetzen? Und vor allem: Wie ist es zu schaffen, endlich aus dem permanenten Krisenmodus herauszutreten?

An Thementischen, die sich gezielt u.a. mit Kitaplatzvergabe, Fachkräftebindung, Fachkräftegewinnung, Ausbildung, Eltern in der Kita, Innovative Betreuungsformen, Qualität in der Kita, Inklusion, die Kita im Sozialraum, Kitaleitung, Kindertagespflege und dem Erprobungsparagraphen widmeten, erarbeiteten die Teilnehmenden erste Lösungsvorschläge. Am Ende der Arbeitsphase wurden die einzelnen Ergebnisse vorgestellt und anschließend konnten die Teilnehmenden die für sie dringendsten Themen entsprechend gewichten.

Die Themen mit den meisten Stimmen werden nun gemeinsam mit dem Sozial- und Jugendamt in Arbeitsgruppen weiterbearbeitet und zur Umsetzung gebracht. Schon während der Veranstaltung zeichnete sich ab, dass viele Themen, wie Fachkräftebindung, Qualität in Kitas und Inklusion ausführlich diskutiert werden müssen.

Ein Fazit des Tages ist, dass es in Konstanz sehr viele, sehr motivierte Menschen in und um die Kindertageseinrichtungen herum gibt, die sich aktiv einbringen möchten und sich engagieren, um die Kitas zukunftsfähig zu gestalten.

Das spiegelte auch die abschließende Fishbowl-Diskussion wider, an der auch Bürgermeister Dr. Andreas Osner teilnahm.

(Pressemitteilung: Stadt Konstanz)