Die 39-jährige Anastasia aus Friedrichshafen kämpft seit Jahren gegen eine schwere Krebserkrankung. Nun hofft die Mutter einer kleinen Tochter auf Unterstützung für eine Immuntherapie.
Seit 2023 lebt Anastasia Gaburov mit einem HPV-assoziierten Kopf-Hals-Tumor. Die 39-jährige Physikerin und Mutter einer vierjährigen Tochter hat bereits mehrere schwere Behandlungen hinter sich. Trotz großer Operationen, einer Chemotherapie und zweier Bestrahlungsserien ist die Erkrankung nach ihren Angaben immer wieder zurückgekehrt.
Inzwischen befindet sich der Krebs laut ihrem Spendenaufruf im vierten Stadium. Mit einer Spendenkampagne versucht die Friedrichshafenerin nun, die Finanzierung einer dringend benötigten Immuntherapie sicherzustellen.
Tumor könnte die Atmung gefährden
Die gesundheitliche Situation der 39-Jährigen ist nach ihrer eigenen Schilderung ernst. Derzeit hat sie einen aktiven Tumor im Mundraum sowie eine Metastase im Brustraum, die bereits in die Wand der Luftröhre eingewachsen ist.
Sollte diese Metastase weiter wachsen, könnte sie die Atmung erheblich beeinträchtigen. Anastasia wird am Universitätsklinikum der Technischen Universität München behandelt. Dort bereiten ihre Ärzte nach ihren Angaben eine dringende Radiochemotherapie vor, um die Metastase in der Nähe der Atemwege unter Kontrolle zu bringen.
Eine weitere vollständige Bestrahlung des Tumors im Mundraum sei dagegen nicht mehr möglich. Das umliegende Gewebe wurde bereits zweimal intensiv bestrahlt.
Immuntherapie soll zusätzlich eingesetzt werden
Als weitere Behandlungsmöglichkeit beschreibt Anastasia eine systemische Immuntherapie mit dem Medikament Keytruda (Pembrolizumab). Das in Europa zugelassene Immuntherapeutikum unterstützt das Immunsystem dabei, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen.
Nach Angaben der Betroffenen haben ihre behandelnden Ärzte einer begleitenden Verabreichung von Keytruda während der geplanten Radiochemotherapie zugestimmt, sofern die Finanzierung gesichert werden kann.
Ob ihre deutsche Krankenkasse die Kosten übernimmt, ist derzeit noch offen. Ein entsprechender Eilantrag werde geprüft.
Die finanzielle Belastung ist erheblich: Eine Infusion mit 200 Milligramm Keytruda kostet nach Anastasias Schätzung rund 5.000 Euro allein für das Medikament.
Ersparnisse für medizinische Versorgung aufgebraucht
Für Anastasia und ihre Familie hat die Erkrankung nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Folgen. Gemeinsam mit ihrem Mann hatte sie über Jahre Geld für ein eigenes Haus gespart, in dem die beiden ihre Tochter großziehen wollten.
Stattdessen sei das Ersparte in ihre medizinische Versorgung geflossen. Nun ist die Familie auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen.
Auf der Spendenplattform GoFundMe schildert Anastasia ihre Situation und richtet einen persönlichen Appell an mögliche Unterstützer.
„Ich möchte sehen, wie meine Tochter aufwächst. Ich möchte mehr gewöhnliche Morgen mit meiner Familie. Ich möchte weiter schreiben, lernen, lachen und leben“, schreibt die 39-Jährige.
Die Aussage stammt aus ihrem englischsprachigen Spendenaufruf und wurde ins Deutsche übersetzt.
Spendenaktion soll mindestens 18.000 Euro sammeln
Um die geplante Immuntherapie finanzieren zu können, hat Anastasia Gaburov eine Spendenkampagne gestartet. Mindestens 18.000 Euro sollen zusammenkommen.
Zum Zeitpunkt der übermittelten Angaben waren bereits 14.332 Euro gespendet worden. Damit fehlten noch 3.668 Euro bis zum angestrebten Mindestbetrag.
Die Spendenaktion ist unter folgendem Link erreichbar:
Ob die Krankenkasse die Kosten für die Immuntherapie übernimmt, ist nach Angaben der Organisatorin noch nicht entschieden.