Die neue Sonderausstellung im Schulmuseum Friedrichshafen erzählt die Geschichte der in Auschwitz ermordeten Gabi Schwarz. Ab 23. September ist sie für Besucher zu sehen.
Ein Bauernhof im Allgäu wurde für Gabi Schwarz zum Zufluchtsort vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Dort verbrachte das Mädchen einige glückliche Kinderjahre, bevor es 1943 entdeckt, nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihre Geschichte steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz“, die ab Mittwoch, 23. September, im Schulmuseum Friedrichshafen zu sehen ist.
Die Ausstellung vertieft den Blick in die Zeit der NS-Diktatur und ergänzt den im vergangenen Jahr eröffneten Themenraum „Jugend unterm Hakenkreuz“. Wie dort wählt das Museum bewusst die Perspektive eines Kindes, um die Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung zu vermitteln.
Gabi Schwarz wurde 1937 in Marktoberdorf geboren
Gabi kam 1937 in Marktoberdorf als Tochter von Lotte Schwarz zur Welt. Ihre Mutter war eine getaufte Jüdin und brachte das Mädchen auf einem Bauernhof unter, um es vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen.
Dort verbrachte Gabi einige glückliche Jahre. 1943 wurde sie jedoch entdeckt und nach Auschwitz deportiert, wo sie von den Nationalsozialisten ermordet wurde.
Die Ausstellung zeichnet das gut dokumentierte Leben des Mädchens im Allgäu vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Gesetze nach. Zahlreiche Fotografien und Spielzeug aus Gabis Besitz geben persönliche Einblicke in ihre Kindheit. Ergänzt werden die Exponate durch Zeitzeugeninterviews.
Die Sonderausstellung ist in zwei Ausstellungsräumen im zweiten Stockwerk des Schulmuseums zu sehen.
Filmemacher Leo Hiemer beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Gabis Geschichte
Konzipiert wurde die Ausstellung vom Allgäuer Autor und Filmemacher Leo Hiemer gemeinsam mit Kuratorin Regina Gropper.
Hiemer beschäftigt sich bereits seit den 1990er Jahren mit dem Leben und der kurzen Biografie von Gabi Schwarz. Im Jahr 1993 brachte er ihre Geschichte mit dem Film „Leni … muss fort“ auf die Leinwand.
Der stellvertretende Museumsleiter Dominik Hartlieb erklärt: „Mit der neuen Sonderausstellung ergänzen wir unseren Themenraum ‚Jugend unterm Hakenkreuz‘ um eine authentische, sehr bewegende Biografie“.
Zur Bedeutung der Ausstellung sagt er: „Sie ist deswegen besonders relevant, weil sie mit ihrer regionalen Nähe und den persönlichen Einblicken in das Kinderleben von Gabi Schwarz ganz konkret und nachfühlbar aufzeigt, was der NS-Terror für Verfolgte und Ausgegrenzte bedeutete.“
Führungen und Filmvorführung begleiten die Ausstellung
Die Sonderausstellung ist bis zum 17. Januar im Schulmuseum Friedrichshafen zu sehen. Begleitet wird sie von Führungen und einer Vorführung des Films „Leni … muss fort“ im Oktober.
Für Schulklassen können jederzeit Führungen durch die Ausstellung gebucht werden. Auf Wunsch lassen sich diese mit einem Besuch des Themenraums „Jugend unterm Hakenkreuz“ oder einer Filmvorführung von „Leni … muss fort“ kombinieren.
Bereits am Donnerstag, 24. September, bietet Museumsleiterin Friederike Lutz um 12.30 Uhr eine Mittagspausenführung durch die Ausstellung „Geliebte Gabi“ an.
Die Führung richtet sich an Menschen ab 14 Jahren. Die Teilnahme kostet 3 Euro. Um Anmeldung per E-Mail an [email protected] wird gebeten.
Alle Termine des Begleitprogramms und weitere Informationen zur Sonderausstellung sind unter www.schulmuseum.friedrichshafen.de zu finden.
(Quelle: Stadt Friedrichshafen)