Belastetes Grundwasser Hohe Nitratwerte in Laupheim festgestellt

Hohe Nitratwerte in Laupheim festgestellt
Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz zeigt die Ergebnisse der Brunnenwasseruntersuchungen vom 13. Juli in Laupheim. (BIld: VSR-Gewässerschutz)
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Bei Brunnenwasseranalysen in Laupheim stellt der VSR-Gewässerschutz erhöhte Nitratwerte fest. In jeder achten untersuchten Probe liegt der Wert über 50 mg/l.

30 Bürger hatten am 13. Juli Wasserproben aus ihren Gartenbrunnen am Labormobil auf dem Rathausvorplatz abgegeben. Für jede Probe erstellte der VSR-Gewässerschutz nach eigenen Angaben ein Gutachten zur Nutzungsmöglichkeit des jeweiligen Brunnenwassers und schickte dieses anschließend an die Brunnenbesitzer.

Inzwischen wertete die gemeinnützige Organisation auch die Nitratergebnisse aus Laupheim und Umgebung aus. „Die bisherigen Messwerte zeigen, dass die ständigen Änderungen bei den Düngeregelungen auf den Feldern nicht dazu beigetragen haben die Nitratbelastung erfolgreich zu reduzieren“, erklärt Harald Gülzow, der das Projekt Brunnenwasseruntersuchungen koordiniert.

Nach Ansicht des VSR-Gewässerschutzes fehle Landwirten die notwendige Planungssicherheit. Diese sei erforderlich, damit landwirtschaftliche Betriebe durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen aktiv dazu beitragen könnten, die Nitratkonzentration im Grundwasser zu verringern.

Grenzwert seit 1991 festgelegt

Die 1991 verabschiedete EU-Nitratrichtlinie sieht vor, dass eine Nitratbelastung von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser nicht überschritten werden darf. Die nationalen Regierungen sind seitdem aufgefordert, diese Vorgabe durch entsprechende Gesetze umzusetzen.

Der VSR-Gewässerschutz kritisiert, dass sich in Deutschland auch nach annähernd 35 Jahren keine wirkliche Orientierung auf dieses Ziel hin zeige. Aus Sicht der Organisation wirke es so, als drehe sich fast jede Änderung der Düngegesetze ausschließlich um die Frage, wie eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof vermieden werden könne.

Auch in der Region sieht die Organisation Auswirkungen dieser Landwirtschaftspolitik. „In jeder 8. Probe aus den privat genutzten Brunnen stellten wir eine Überschreitung von 50 mg/l Nitrat fest“, erklärt Harald Gülzow. Besonders kritisch bewertet er die Belastung in Gartenbrunnen in Laupheim, in denen 64 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen wurden.

Strengere Düngeauflagen ausgesetzt

Um die Nitratrichtlinie umzusetzen, gehörten von 2022 bis 2025 viele landwirtschaftliche Flächen mit hoher Nitratbelastung im Grundwasser zu den sogenannten „Roten Gebieten“. Dort galten strengere Düngeauflagen. Diese Auflagen sind aktuell ausgesetzt.

Das Bundesverwaltungsgericht bewertete die Kriterien, nach denen die „Roten Gebiete“ festgelegt wurden, als zu ungenau. Aus diesem Grund hoben alle Bundesländer die Ausweisung dieser belasteten Gebiete auf.

Der VSR-Gewässerschutz befürchtet, dass sich die Nitratbelastung in den kommenden Jahren nicht verringern wird, weil in den betroffenen Gebieten keine zusätzlichen Maßnahmen mehr erfolgen. „Wir sind fassungslos wie schlampig die Umsetzung der Nitratrichtlinie angegangen wird“, erklärt Harald Gülzow. Er fordert eine möglichst schnelle Nachbesserung, damit in besonders nitratbelasteten Bereichen eine weitere Verringerung erreicht wird.

Zwischenfrüchte sollen Nitrat reduzieren

Aus den bisherigen Auswertungen zieht die Organisation den Schluss, dass eine Begrenzung der Düngemengen allein nicht ausreiche. „Es reicht nicht, nur die Düngemengen zu betrachten. Es müssen mehrere landwirtschaftliche Maßnahmen kombiniert werden“, sagt Harald Gülzow.

Die Pflicht zum Anbau von Zwischenfrüchten in den „Roten Gebieten“ bewertet er als sehr zielführend. Diese verhinderten, dass übrig gebliebene Stickstoffe bei Regenfällen ins Grundwasser ausgewaschen würden.

Im Kreis Biberach bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 67 Prozent aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung laut VSR-Gewässerschutz höher als unter Grünland. Grünland weist eine ganzjährige, ununterbrochene Begrünung mit intensiver Durchwurzelung auf, wodurch Nitrat aus Dünger weniger ausgewaschen wird. Bei Ackerflächen ist dies nicht der Fall.

Besonders hoch sei die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern ohne Bodenbedeckung. Der VSR-Gewässerschutz fordert deshalb einen verpflichtenden Anbau von Zwischenfrüchten in nitratbelasteten Bereichen. Zudem dürfe es im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben. Als weitere Ergänzung nennt die Organisation Agroforst, also die Kombination von Land- und Forstwirtschaft, um die Verlagerung von Stickstoffen in die Tiefe zu verhindern.

Bürger, die den Informationsstand verpasst haben, können die Auswertung der Brunnenwasseruntersuchungen im Kreis Biberach auf der Internetseite des VSR-Gewässerschutzes einsehen. Dort finden Brunnenbesitzer auch Informationen dazu, wie sie noch bis Ende November eine Wasserprobe per Post einsenden können.

Das gelbe Labormobil des VSR-Gewässerschutzes ist von April bis September unterwegs, um Brunnenwasserproben zu untersuchen und Bürger zu informieren. Im Winter untersucht die Organisation Flüsse und Bäche, um festzustellen, inwieweit Nitrat im Grundwasser zur Belastung der Gewässer beiträgt. Für viele Bäche stelle das Zusickern von nitratbelastetem Grundwasser eine Hauptursache für eine starke Nitratbelastung dar.

Weitere Informationen: vsr-gewaesserschutz.de

(Quelle: VSR-Gewässerschutz e.V.)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
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