Trainerfrage geklärt – Adam Swaczyna übernimmt den VfB Friedrichshafen

Trainerfrage geklärt – Adam Swaczyna übernimmt den VfB Friedrichshafen
Adam Swaczyna in Diensten von Zaksa Kedzierzyn Kozle (Bild: CEV)

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Adam Swaczyna ist der neue Cheftrainer des VfB Friedrichshafen. Der 35-Jährige wechselt vom polnischen Erstligisten Zaksa Kedzierzyn Kozle zu den Häflern und hat einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben.

Swaczyna, der als Assistenztrainer auch die polnische Männernationalmannschaft betreut, ist kein Unbekannter in Friedrichshafen. Der Pole stand schon von 2017 bis 2019 als Co-Trainer von Vital Heynen in Diensten des 13-fachen Deutschen Meisters.

„Manchmal weiß man, wenn man einen Ort verlässt, dass man irgendwann wieder zurückkehrt“, sagt Adam Swaczyna mit einem Lächeln im Gesicht. 2017 bis 2019 war der Pole schon am Bodensee und gewann als Assistent von Cheftrainer Vital Heynen zwei Mal den Supercup und den Pokal. „Wir waren immer in Kontakt. Ich kenne die Stadt und den Club, auch wenn heute ein paar Dinge anders sind als damals“, sagt er weiter. „Es ist eine große Ehre, dass ich nun der Cheftrainer in Friedrichshafen sein darf, es ist aber auch eine große Verantwortung. Ich kann kaum erwarten, dass es los geht.“

Gerade ist Swaczyna am polnischen Bundessportzentrum Spala und bereitet, zusammen mit Cheftrainer Nikola Grbic, die Nationalmannschaft um Superstar Wilfredo Leon auf die olympischen Spiele vor. „Eine olympische Medaille fehlt uns noch“, sagt Adam Swaczyna, der schon Europameister war, die Weltliga gewann und sich mit seinem bisherigen Club Zaksa Kedzierzyn Kozle die polnische Meisterschaft, den Pokal und unglaubliche drei Mal die CEV Champions League holte. „Eigentlich geht es aber gar nicht um Ergebnisse, sondern um die Dinge, die wir kontrollieren können – um die Arbeit, die wir reinstecken. Dann kommen die Ergebnisse von selbst.“

„Adam ist ein akribischer Arbeiter, der ein großes Volleyballwissen besitzt“, sagt VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt, der Swaczyna selbst noch als Spieler kennenlernte. „Wir hatten einige gute Kandidaten, aber Adam hat uns mit seinen Ideen überzeugt. Das passt alles sehr gut zu uns.“ Dass Swaczyna bisher meistens als Assistent arbeitete und jeweils bei der U-23-Truppe von Kielce und zuletzt beim Starensemble von Zaksa interimsmäßig den Chefposten bekleidete, spielte dabei keine Rolle. „Adam hat mit Vital Heynen gearbeitet, mit Nikola Grbic, mit Tuomas Sammelvuo und mit Gheorghe Cretu. Diese Erfahrung, in Verbindung mit seiner Idee von Volleyball, ist das, was wir gesucht haben.“

Swazcyna hat Superstars gecoacht, aber auch junge Spieler zu solchen gemacht. Der norwegische Mittelblocker Andreas Takvam ging beispielsweise durch seine Schule und auch ein gewisser Michal Superlak war Spieler in Swaczynas Ex-Club Effector Kielce. „Ich erinnere mich daran, dass er als Mittelblocker zu uns kam. Dann haben wir ein paar Gespräche geführt und ihn überzeugt, auf die Diagonalposition zu wechseln“, erzählt Swaczyna und lacht. „Er wird mir nicht böse sein, denn so hat er seinen Platz in der Volleyballwelt gefunden. Und das ist es, was mir als Trainer Spaß macht. Ich möchte den Spieler verstehen und ihm helfen, besser zu werden. Dann kommt auch der Erfolg.“

Mit 24 Jahren musste Adam Swaczyna seine Liberokarriere in der polnischen Plusliga beenden, denn die Hüfte spielte nicht mehr mit. Er wechselte sofort ins Trainerfach und sah sich zwei Jahre später eigentlich schon zum Cheftrainer berufen. Heute muss er über diesen Gedankengang lachen. „Ich musste noch viel lernen“, sagt der heute 35-Jährige. „Ich habe auf meine Chance gewartet und die kommt jetzt eben mit dem VfB.“

Die Arbeit, die er selbst in seine Karriere gesteckt hat, erwartet er auch von den jungen Spielern. „Es sieht im Fernsehen bei den Topspielern immer so einfach aus“, erklärt Swaczyna seine Herangehensweise. „Keiner sieht aber, dass die Spieler Stunden in der Halle gestanden haben, durch schwierige Zeiten gehen mussten und auch viel aushalten können. Ich weiß, wie es sich anfühlt, 14 Spiele in Folge zu verlieren, aber auch praktisch alles zu gewinnen. Es geht nicht nur um Talent und um Budgets, sondern um das, was du daraus machst. Mein Ziel ist es, die Spieler zu fragen, was sie vom Leben erwarten und ihnen dann zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Das hilft auch dem Club.“

Bis zum Ende der olympischen Spiele wird Adam Swaczyna seinen Sommer mit der polnischen Nationalmannschaft verbringen und kurz nach Beginn der Vorbereitung im August am Bodensee aufschlagen. Bis dahin versorgt der 35-Jährige seine Spieler mit individuellen Trainingsplänen.

Mehr Informationen und ein ausführliches Interview mit Adam Swaczyna gibt es im aktuellen VfB-Podcast „Diggin‘ Deep“ bei Spotify, Apple Podcast und bei YouTube.

(Vereinsmitteilung: VfB Friedrichshafen)