HSG Konstanz mit kühlem Kopf zum Derby-Arbeitssieg

Jubel der HSG nach dem Spiel gegen Balingen.
Jubel der HSG nach dem Spiel gegen Balingen. (Bild: Thomas Schips)

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Sechster Sieg in Serie: Die HSG Konstanz bleibt mit nunmehr 31:7 Punkten Tabellenführer der 3. Liga. Vor rund 500 Fans, davon mehr als 100 aus Konstanz, setzte sich der Spitzenreiter mit einem hart erkämpften 33:28 (18:14)-Derbysieg beim HBW Balingen-Weilstetten II der Marke „Arbeitssieg“ beim Rivalen durch.

14 Paraden von Konstantin Poltrum

„Wir sind hier, um die Spiele zu gewinnen“, brachte Jörg Lützelberger die gelungene Mission der Konstanzer in wenige, dafür umso treffendere Worte. Letztlich war es ein Arbeitssieg, den sich die HSG Konstanz gegen einen wie erwartet hochmotivierten Gegner hart erarbeiten musste. So war es schon allen anderen Spitzenteams in Balingen ergangen – wenn sie denn überhaupt erfolgreich waren.

Die HSG war es. Das hatte vor allem mit ihrem bärenstarken Rückhalt Konstantin Poltrum zu tun, der viele schwere Würfe, aber auch viele, die seine Vordermänner mit guter Abwehrarbeit vorbreitet hatten, spektakulär entschärfte. 14 Paraden wurden in den Statistiken des über viel Erst- und Zweitligaerfahrung verfügenden Schlussmanns notiert. „Wir hatten eine gute Abwehr“, lobte Lützelberger.

„Und Konsti hat das wirklich gut gemacht.“ So brachte Michel Stotz die Gäste nach knapp acht Minuten direkt einmal mit 5:2 in Front, doch nach dem 6:3 durch den achtfachen Torschützen Lars Michelberger riss der Faden.

Über 100 HSG-Fans sind „großes Faustpfand“ und starker Rückhalt

„Gegen einen stark verbesserten Gegner“, so der HSG-Coach, der nun mit ansehen musste, wie sich der HBW mit viel Einsatz und Kampfgeist zurückmeldete und eine Überzahl mit einem 5:0-Lauf zur 11:7-Führung nutzte. „Wir waren in dieser Phase nicht diszipliniert, nicht geradlinig genug, nicht konzentriert“, ärgerte er sich und zog die Notbremse in Form der Auszeit.

So unzufrieden der 38-Jährige mit diesen fünf Minuten war, so bemerkenswert cool und clever meldeten sich seine Schützlinge danach zurück. Mit fünf Treffern in Folge in fünf Minuten leuchtete alsbald wieder eine 12:11-Führung für Konstanz von der Anzeigetafel. Bemerkenswert war in dieser Phase neben der Reaktion der Mannschaft auch die der über 100 HSG-Fans auf der Tribüne. „Das ist einfach geil“, zog der EHF-Mastercoach den Hut vor den eigenen Anhängern und hob deren Unterstützung gerade in den schwierigen Phasen als wichtigen Baustein zum Sieg hervor.

„Diese Unterstützung“, dankte er angesichts der Heimspiel-Atmosphäre über die gesamte Spieldauer, „kann man gar nicht hoch genug anrechnen. Das ist immer wieder ein ganz wichtiges Puzzleteil. Wir haben immer diesen Support und Rückhalt, in guten und ganz besonders in schwierigen Zeiten. Das ist schon ein großes Faustpfand für die HSG.“

„Sehr cool damit umgegangen und Aktionen in Reihe die auf den Punkt waren“

Wie ein Auswärtsspiel fühlte es sich auch in den kommenden Minuten nicht an – aber auch weit entfernt von einem Spaziergang. Zwar gingen die Konstanzer mit einer Vier-Tore-Führung in die Kabine, locker ließen die kämpferischen Württemberger jedoch nie. Auch nicht, nachdem sie nach 40 Minuten Silas Wagner durch Rote Karte nach hartem Kopftreffer gegen Fynn Beckmann verloren hatten.

Die Gäste brachten Balingen mit einigen Fehlern und Nachlässigkeiten jedoch auch im zweiten Durchgang noch einmal ins Spiel zurück. Beim 27:27 war das Vier-Tore-Polster sechseinhalb Minuten vor Schluss aufgebraucht. „Das ist das, was meine Spieler und mich stört“, kritisierte der ehemalige Bundesligaprofi.

Auf der anderen Seite „sind wir sehr cool damit umgegangen und haben immer dann, wenn es darauf ankam, mehrere Aktionen in Reihe, vorne wie hinten, die auf den Punkt waren.“ Fynn Beckmann und Lars Michelberger übernahmen Verantwortung und ließen die vielen laustarken HSG-Fans jubeln: 29:27 (57.).

Mut und Einsatz des siebten Feldspielers wird belohnt

Nach dem neuerlichen Anschlusstreffer für Balingen brachte Lützelberger den siebten Feldspieler ins Spiel und ließ das Tor dafür leer. Ein hohes Risiko, das belohnt wurde. „Wenn ich von meinen Spielern fordere, sie sollen mutig sein“, lächelte er später, „muss ich selbst auch mutig sein.“ Mit auf den Punkt gespielten Angriffen zahlte sich dieser Schachzug aus. Aus 28:29 machten die Konstanzer so noch ein 28:33, das letztlich deutlicher aussieht, als es in einigen schwierigen Phasen tatsächlich war.

Zufrieden mit der Abwehrleistung, sehr zufrieden mit der Torwartleistung und „bis auf diese Phasen, in denen wir im Angriff Bälle herschenken, die zu Gegenstößen führen, auch mit der Offensivleistung zufrieden“, ordnete er die Leistung ein. „Weil wir, wenn es darauf ankam, die Dinge on point gespielt haben“, so Lützelberger.

„Damit haben wir uns diesen Derbysieg verdient, auch wenn das Endergebnis nicht den Widerstand und den Kampf von Balingen widerspiegelt. Wir hatten am Ende offensiv vielleicht noch die besseren Waffen.“ So konnten die HSG-Schlachtenbummler die große Party anstimmen und mit ihrer Mannschaft den zweiten Derbysieg in dieser Saison feiern.

Topspiel am Sonntag gegen Fürstenfeldbruck

Am Sonntag, 17 Uhr, kommt der letztjährige Drittliga-Vizemeister TuS Fürstenfeldbruck zum Topspiel in die Schänzle-Hölle – in der Vergangenheit immer ganz besonders heiße Duelle. Tickets sind im Vorverkauf vergünstigt unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

(Vereinsmitteilung: Andreas Joas, HSG Konstanz)