Die Stroke Unit des SRH-Klinikums Sigmaringen wird erneut von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Das Qualitätssiegel gilt bis 2029 und bestätigt die hohe Schlaganfallversorgung im Landkreis.
Bereits seit 2014 trägt die Stroke Unit des SRH-Klinikums Sigmaringen das Zertifikat der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Nach einem erfolgreichen Rezertifizierungsaudit am 29. April 2026 wurde die Spezialeinheit erneut ausgezeichnet. Das neue Zertifikat gilt bis März 2029. Jährlich werden im Klinikum durchschnittlich rund 600 Schlaganfallpatienten behandelt.
„Die erneute Zertifizierung bestätigt, dass wir im SRH-Klinikum Sigmaringen seit über zwölf Jahren kontinuierlich Schlaganfallpatienten auf höchstem medizinischem Niveau versorgen“, sagen Prof. Dr. Oliver Neuhaus, Chefarzt der Klinik für Neurologie, und Dr. Maria Heinrich, leitende Oberärztin und Leiterin der Stroke Unit. Das gesamte Team arbeite eng zusammen, um im Notfall jede Minute optimal zu nutzen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Notaufnahme, Radiologie, Kardiologie, Gefäßchirurgie, Neurologie und den Therapiebereichen komme den Patientinnen und Patienten unmittelbar zugute.
Netzwerk für die Schlaganfallversorgung
Die Stroke Unit ist Teil eines eng verzahnten Netzwerks verschiedener Fachbereiche. Nach der Aufnahme in der Zentralen Notaufnahme übernehmen spezialisierte Teams die weitere Diagnostik und Behandlung. Bei Bedarf erhalten Patienten bereits dort eine Lysetherapie.
Zur Versorgung gehören außerdem die Intensivstation, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie der Sozialdienst. Das SRH-Klinikum Sigmaringen ist zudem Mitglied im Zertifizierten Neurovaskulären Netzwerk (ZNET) gemeinsam mit der Universität Tübingen.
Auditoren heben Abläufe hervor
Das Auditorenteam der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft lobte insbesondere die strukturierten Abläufe in der Zentralen Notaufnahme. Trotz der tiefer gelegenen Liegendanfahrt komme es dank jederzeit verfügbarer Aufzüge zu keinen Verzögerungen. Positiv bewertet wurden außerdem die hohe Fachkraftquote auf der Intensivstation sowie die feste kardiologische Ansprechpartnerin für die Stroke Unit.
Schnelle Hilfe entscheidet
Nach der Erstversorgung erfolgt eine strukturierte Diagnostik mit neurologischer Untersuchung und Bildgebung. Je nach Ursache kommen Akuttherapien wie die intravenöse Thrombolyse oder eine mechanische Thrombektomie zum Einsatz.
Die Stroke Unit verfügt über sechs Monitorbetten. Dort überwacht ein erfahrenes Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten die Patienten rund um die Uhr. Neben der medizinischen Behandlung gehören auch die frühe Mobilisation und rehabilitative Maßnahmen zur Versorgung.
Typische Warnzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit oder starke Kopfschmerzen. „Warten Sie nicht ab, rufen Sie den Notruf 112 – Tag und Nacht. Bei einem Schlaganfall rettet Zeit Gehirn“, appelliert Prof. Dr. Oliver Neuhaus.
(Quelle: SRH Klinikum Sigmaringen)