Moderne Technik im OP OP-Roboter ROSA unterstützt Kniechirurgie in Sigmaringen

OP-Roboter ROSA unterstützt Kniechirurgie in Sigmaringen
Das Team der Unfallchirurgie, Orthopädie, Endoprothetik am SRH Klinikum Sigmaringen mit dem ROSA Knee System – dem robotischen Operationsassistentent für Knie-Implantate. (v.l.) Dr. med. Claudia Bogenschütz, Oberärztin und Endoprothetikzentrum-Koordinatorin; Stefan Baumann, OP_Leiter, Dr. med. Matthias Baumann, Chefarzt Unfallchirurgie, Orthopädie, Dr. med. Ralf Wegner, Leitender Oberarzt und Leiter Endoprothetikzentrum, Sven Schönfeld, GeschäftsführerSRH Kliniken landkreis Sigmaringen (Bild: SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH)
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Das SRH Klinikum Sigmaringen setzt seit Oktober einen OP-Roboter bei künstlichen Kniegelenken ein. ROSA soll präzisere Eingriffe und eine schnellere Genesung ermöglichen.

Seit Anfang Oktober unterstützt das robotergestützte System ROSA (Robotic Surgical Assistant) das Orthopädie-Team am SRH Klinikum Sigmaringen bei der Implantation künstlicher Kniegelenke. Der Operationsassistent ermöglicht nach Angaben des Klinikums eine Präzision von unter einem Millimeter. Damit gehört das Krankenhaus zu den Vorreitern der robotergestützten Knie-Endoprothetik im süddeutschen Raum.

So funktioniert der OP-Roboter ROSA

Das System arbeitet mit zwei miteinander verbundenen Komponenten. Eine Kameraeinheit erfasst mithilfe optischer Tracker die Bewegungen des Kniegelenks in Echtzeit und mit einer Genauigkeit im Submillimeterbereich. Ein Roboterarm positioniert anschließend die Schnittblöcke entsprechend der zuvor berechneten Position. Diese dienen dem Chirurgen als Führungshilfe bei den Knochenschnitten.

„Mit dem Einsatz des OP-Roboters ROSA erreicht die Knie-Endoprothetik an unserem Klinikum ein neues Niveau“, sagt Dr. Matthias Baumann, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am SRH Klinikum Sigmaringen. „ROSA liefert uns während der Operation ein digitales 3D-Modell des individuellen Knies – ohne zusätzliche Röntgenstrahlung. Der Roboter erstellt einen maßgeschneiderten Operationsplan, der die einzigartige Anatomie und Kniefunktion jedes Patienten berücksichtigt. Aber wichtig: Das System macht einen Vorschlag – die endgültige Entscheidung trifft weiterhin der Arzt.“

Der Roboter übernimmt die Datenerfassung, Berechnung und präzise Positionierung der Schnittblöcke. Die Auswahl des Implantats, sämtliche Knochenschnitte und die Steuerung der Roboterbewegungen bleiben dagegen Aufgabe des Operateurs.

„Das Heft des Handelns verbleibt immer beim Operateur“, betont Dr. Ralf Wegner, Leiter des Endoprothetikzentrums. „ROSA ist kein autonom operierender Roboter. Es ist ein Assistent, der uns mit Daten und Präzision unterstützt – aber jede Entscheidung, jeder Schnitt erfolgt durch erfahrene menschliche Hände. Vereinfacht gesagt: ROSA ist wie ein moderner Spurhalteassistent im Auto – er unterstützt, aber der Fahrer lenkt.“

Präzisere Knieprothesen und schnellere Genesung

Ein wesentlicher Vorteil der robotergestützten Kniechirurgie liegt in der individuellen Anpassung der Implantatposition. Da sich die Anatomie des Kniegelenks von Mensch zu Mensch unterscheidet, unterstützt ROSA die Chirurgen dabei, die Prothese möglichst genau auf die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten abzustimmen.

Dadurch soll sich das künstliche Kniegelenk nach der Operation natürlicher anfühlen. Nach Angaben des Klinikums zeigen Studien zudem weniger postoperative Schmerzen, einen geringeren Bedarf an Schmerzmitteln, eine schnellere Mobilisation und ein reduziertes Risiko für Folgeeingriffe.

Das System kommt ohne zusätzliche Computertomografie aus. Laut Klinikum lässt sich dadurch die Strahlenexposition um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Ergänzend zur robotergestützten Operation bietet das SRH Klinikum Sigmaringen die digitale Patientenbegleitung über die MyMobility App an. Sie unterstützt Patienten über einen Zeitraum von 180 Tagen bei der Vorbereitung auf den Eingriff und während der anschließenden Genesung.

Zu den Funktionen gehören der Upload medizinischer Dokumente, Aufklärungsvideos, tägliche Erinnerungen an physiotherapeutische Übungen und die kontinuierliche Erfassung des Bewegungsumfangs. Zudem ermöglicht die App eine direkte Kommunikation mit dem Behandlungsteam. So können Patienten ihren Genesungsverlauf auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus verfolgen.

Klinikum setzt auf moderne Medizintechnik

Am SRH Klinikum Sigmaringen werden jährlich rund 350 bis 400 endoprothetische Eingriffe durchgeführt. Mit dem neuen OP-Roboter erweitert das Krankenhaus sein Behandlungsspektrum in der Kniechirurgie.

Nach Angaben des Klinikums verfügen im Umkreis von etwa 100 Kilometern bislang nur wenige Maximalversorger über vergleichbare robotergestützte Systeme für die Implantation künstlicher Kniegelenke.

Das ROSA Knee System stammt vom Hersteller Zimmer Biomet und wird vom Klinikum geleast. Dadurch sollen hohe Anfangsinvestitionen vermieden und regelmäßige technische Aktualisierungen ermöglicht werden.

„Wir investieren gezielt in moderne Technik, die unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt“, sagt Sven Schönfeld, Geschäftsführer der SRH-Kliniken Landkreis Sigmaringen.

Patienten, die sich über die robotergestützte Knie-Endoprothetik informieren möchten, erreichen das Endoprothetikzentrum des SRH Klinikums Sigmaringen telefonisch unter 07571 100-2959 oder per E-Mail an [email protected].

(Quelle: SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH)

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