Weg für Rückkehr geebnet Bundeswehr kehrt nach Sigmaringen zurück

Bundeswehr kehrt nach Sigmaringen zurück
Bürgermeister Dr. Marcus Ehm (2. v. rechts), Justizminister Moritz Oppelt (Zweiter von links), Ministerialdirigent Jörg Hingott (rechts) und Leiter des Verkaufs bei der BImA Jörg Musial (l.) freuen sich über die Wiederansiedlung der Bundeswehr. (Bild: Stadt Sigmaringen)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Bund, Land und Stadt haben sich auf die künftige Nutzung der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne verständigt. Bereits ab April 2027 sollen dort Rekruten ausgebildet werden.

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung am Dienstag, 29. September 2026, wurden die Voraussetzungen für die weitere militärische Nutzung des Areals geschaffen. Unterzeichnet wurde der Letter of Intent von Justiz- und Migrationsminister Moritz Oppelt, Ministerialdirigent Jörg Hingott aus dem Bundesverteidigungsministerium, Bürgermeister Dr. Marcus Ehm sowie Jörg Musial, Leiter des Verkaufs bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Bereits zum 1. Oktober beabsichtigt die Bundeswehr, einen Teilbereich des Areals zu nutzen. Dafür gibt das Land die vom Bund angemieteten Teilflächen vorzeitig zurück und verkleinert die dort zunächst weiterhin betriebene Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) um etwa die Hälfte der Fläche.

Der Bund ermöglicht dem Land zugleich, die LEA auf einer verbleibenden Teilfläche vorübergehend weiterzubetreiben. Die bisherigen Funktionalitäten und Regelkapazitäten sollen damit erhalten bleiben. Möglich wird diese Lösung durch die gemeinsame Abstimmung von Stadt und Land.

Stadt setzte sich für Bundeswehr-Rückkehr ein

Die Stadt Sigmaringen hatte die Wiederansiedlung der Bundeswehr vorangetrieben. Bürgermeister Dr. Marcus Ehm nahm bereits vor anderthalb Jahren Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium auf und signalisierte die Bereitschaft, die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Stadt sichert für den Bedarfsfall den Verkauf eigener Flächen an den Bund sowie Unterstützung beim Rückkauf benötigter Flächen des Zweckverbands IGGS zu.

„Sigmaringen war über ein halbes Jahrhundert Garnisonstandort. Menschen in Uniform gehören zu unserer Stadt, und wir freuen uns über die Rückkehr der Bundeswehr – gerne auch in größerem Umfang“, so Bürgermeister Dr. Marcus Ehm.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung erklärte Ehm: „Umso mehr freut uns das klare Bekenntnis des Landes zur Stärkung der Bundeswehr. Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel hat bei seinem Besuch im August in Sigmaringen die Bedeutung von Heimatschutz und Verteidigungsfähigkeit deutlich unterstrichen. Für uns ist deshalb selbstverständlich, dass dieses Bekenntnis auch für Sigmaringen gilt und das Land dem nicht im Wege steht und die notwendigen Voraussetzungen für einen weiteren Aufwuchs schafft. Dazu gehört folgerichtig, für die Landeserstaufnahmestelle eine alternative Unterbringung im Regierungsbezirk Tübingen zu finden und der Bundeswehr damit die Möglichkeit zu geben, das Kasernenareal, welches ohnehin dem Bund gehört, künftig vollständig und exklusiv zu nutzen“, so der Bürgermeister.

Auch Justizminister Moritz Oppelt sicherte bei der anschließenden Pressekonferenz zu, keine Kompromisse in Richtung Landeserstaufnahmestelle machen zu wollen, sollte die Fläche wegen eines weiteren benötigten Aufwuchses der Bundeswehr benötigt werden.

Weitere Flächen stehen bei Bedarf bereit

Abhängig vom Aufwuchs der Bundeswehr stehen bei Bedarf zusätzliche Flächen zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere das ursprünglich für die Generalzolldirektion vorgesehene Areal im östlichen Bereich sowie Flächen im südlichen Bereich des Kasernengeländes.

Die Flächen im südlichen beziehungsweise westlichen Bereich gehören dem Zweckverband IGGS (Interkommunaler Gewerbe- und Industriepark Graf-Stauffenberg) und der Stadt. Nach vorheriger Abstimmung sichert die Stadt den Verkauf eigener Flächen an den Bund sowie ihre Unterstützung bei einem möglichen Rückerwerb der Flächen im Eigentum des Zweckverbands zu.

Ab April 2027 sollen in der Kaserne Rekruten ausgebildet werden.

Standort für Neuen Wehrdienst vorgesehen

Das Bundesverteidigungsministerium hatte Ende Oktober 2025 die Überführung militärisch genutzter Bundesliegenschaften in eine zivile Nachnutzung, die sogenannte Konversion, ausgesetzt. Die Liegenschaften sollten auf ihre militärische Eignung geprüft und mit den Bedarfen der Bundeswehr abgeglichen werden.

Nach eingehenden Prüfungen erklärte die Bundeswehr die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen zusammen mit dem angrenzenden Standortübungsplatz und der noch aktiven Schießbahn grundsätzlich für geeignet. Der Standort soll insbesondere für den Neuen Wehrdienst genutzt werden.

(Quelle: Stadt Sigmaringen)

ANZEIGE