Ein ungewöhnliches Kunstprojekt aus handgestrickten Pilzen verbindet Wangen mit der Schweizer Stadt Wil. Doch kurz nach der Installation im Stadtgarten verschwinden erste Kunstwerke oder werden beschädigt.
Es sind keine gewöhnlichen Pilze, die derzeit im Stadtgarten bei der Hochwasserente zu sehen sind. Insgesamt 370 handgestrickte Schopftintlinge wurden dort als Teil des Kunstprojekts „Kipppunkt“ aufgestellt. Initiiert wurde die Aktion von der in Wil lebenden Strickkünstlerin Dominique Kähler Schweizer, bekannt als Madame Tricot. 180 der Pilze entstanden in Wangen.
Kunstprojekt verbindet Wangen und Wil
Die Künstlergruppe Ohm41 in Wil hatte das Thema „Kipppunkt“ für eine Ausstellung vorgegeben. Dominique Kähler Schweizer lud daraufhin befreundete Strickerinnen zur Teilnahme ein, darunter Silvia Brunold, die als Madame Bouton bekannt ist. Auch sie aktivierte ihr Netzwerk.
14 Frauen aus Wangen, darunter ihre Mutter Marliese Brunold sowie Schülerinnen der Johann-Andreas-Rauch-Realschule, beteiligten sich an dem Projekt. Im Juni wurden die gestrickten Pilze bereits bei einer gemeinsamen „Pflanzaktion“ in Wil präsentiert.
Am Kinderfestsamstag arrangierten die Beteiligten die Pilze im Wangener Stadtgarten in Form eines sogenannten Hexenrings – ganz nach dem Wunsch der Initiatorin. Ergänzt wurde die Installation durch eine Informationstafel, die die verschiedenen Entwicklungsstadien der Schopftintlinge erklärte und die beteiligten Gruppen vorstellte. Unter den Ausstellungsstücken befand sich auch ein Pilz, der von einer 101-jährigen Frau gestrickt worden war.
Kunstwerk bereits beschädigt
Die Freude über die Installation währte jedoch nur kurz. Bereits am Samstagabend fehlte der von der 101-Jährigen gefertigte Pilz. Am Sonntagabend war aus dem Erklärkasten kein Pilz mehr vorhanden. Weitere Kunstwerke wurden beschädigt oder zerstört.
Silvia Brunold bittet im Namen der beteiligten Frauen darum, die entwendeten Pilze zurückzubringen. „Kunst im öffentlichen Raum lebt davon, dass wir alle sorgsam damit umgehen“, schreibt sie auf Instagram.
(Quelle: Stadt Wangen)