Hoffnung und Hilfe für Betroffene Neue Selbsthilfegruppe zu Endometriose in Ravensburg gegründet

Neue Selbsthilfegruppe zu Endometriose in Ravensburg gegründet
Dr. Martina Gropp-Meier (links), Chefärztin der Frauenklinik am EK überreicht Marion Westermann aus Weingarten, Initiatorin der Selbsthilfegruppe, einen Blumenstrauß. Rechts Oberarzt Dr. Philipp Guttenberg, der Leiter des zertifizierten Endometriosezentrums. (Bild: OSK/Jürgen Schattmann)
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Zahlreiche Frauen leiden still unter Endometriose – oft über Jahre hinweg. In Ravensburg gibt es jetzt eine neue Selbsthilfegruppe, die Betroffenen Mut machen und Austausch ermöglichen will.

„Wenn eine Erkrankung jeden Bereich des Lebens betrifft, muss auch die Heilung über jeden Bereich des Lebens gehen.“ Mit diesem Zitat eröffnete Marlen Westermann die Gründung der neuen Selbsthilfegruppe „Endometriose und Adenomyosis uteri“. 28 Frauen kamen dazu ins St. Elisabethen-Klinikum – ein starkes Signal, wie groß der Bedarf auch in Oberschwaben ist.

Ein Unterstützer der ersten Stunde ist Dr. Philipp Guttenberg, Leiter des neu zertifizierten Endometriosezentrums am EK. Der 36-Jährige versorgt viele der Betroffenen medizinisch – und kennt ihren langen Leidensweg. „Betroffen sind häufig junge Patientinnen, die bereits eine Odyssee hinter sich haben“, sagt er. Die Krankheit, von der jede sechste Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist, verursacht chronische Unterbauchschmerzen, kann Zysten und Unfruchtbarkeit auslösen – und bleibt oft lange unerkannt.

Jahrelang unerkannt

Auch Marlen Westermann, 25 Jahre alt, spricht offen über ihre Geschichte: Schon mit zwölf Jahren litt sie monatlich unter heftigen Migräne- und Unterleibsschmerzen. Erst zwölf Jahre später – nach Krampfanfällen, Ohnmacht und vielen Arztbesuchen – wurde 2024 durch eine Bauchspiegelung in Tübingen Endometriose diagnostiziert. „Als ich endlich Klarheit darüber hatte, warum es mir die ganzen Jahre so schlecht ging, musste ich weinen.“

Nach mehreren Operationen schöpft sie nun Hoffnung – und will anderen Frauen Mut machen: „Mir hat jahrelang der Austausch mit anderen gefehlt. Deshalb wurde ich aktiv.“ Die Resonanz war überwältigend. Teilnehmerinnen reisen bis zu 70 Kilometer weit an – die nächsten Gruppen sind erst in Ulm oder Kempten.

Ein Feind im eigenen Körper

Die Krankheit, so Westermann, sei ein „innerer Saboteur“, der Beziehungen, Jobs, Freizeit und Familienplanung belaste. „Einige Frauen erzählten mir, wie sie ihren Partner oder Arbeitsplatz durch die Krankheit verloren haben.“

Deshalb setzt auch die Chefärztin der Frauenklinik am EK, Dr. Martina Gropp-Meier, auf Selbsthilfe als Ergänzung zur Medizin: „Gerade bei chronischen Krankheiten ist der Austausch entscheidend. Wir als OSK werden die Gruppe unterstützen, wo wir können.“

Im Zentrum in Ravensburg bietet Dr. Guttenberg jeden Montag eine Spezialsprechstunde an. 2024 wurden dort rund 160 Patientinnen operiert – mithilfe modernster Technik wie dem Da-Vinci-Roboter. Neben Operationen setzt der Experte auch auf ganzheitliche Ansätze wie Yoga, TENS, myofasziale Therapie oder Beratung zu Kinderwunschbehandlungen.

„Endometriose bekommt endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient – auch politisch“, sagt Dr. Guttenberg. „Dass es jetzt eine Selbsthilfegruppe in Ravensburg gibt, ist ein wichtiger Schritt. Ich möchte alle betroffenen Frauen ermutigen: Sie sind nicht allein.“

Erstes Treffen:
Montag, 15. Juli, 18.30 Uhr im RehaZentrum Weingarten
Danach jeden dritten Montag im Monat.
Kontakt: Marlen Westermann, E-Mail: [email protected]

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.

(Quelle: OSK)