Digitale Teilhabe im Unterricht Telepräsenzroboter verbindet Schüler in Leutkirch

Telepräsenzroboter verbindet Schüler in Leutkirch
Silvana Schädle, Rosemarie Miller-Weber, Bernd Schosser und Ayse Ammermann freuen sich über den Roboter, der Verbindung unter den Schülern schafft. (Bild: Bürgerstiftung Leutkirch)
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Ein Telepräsenzroboter ermöglicht Kindern und Jugendlichen die Teilnahme am Unterricht, wenn sie längere Zeit nicht selbst zur Schule kommen können. Drei Leutkircher Stiftungen finanzierten die Anschaffung.

Der Platz im Klassenzimmer kann künftig auch dann besetzt sein, wenn eine Schülerin oder ein Schüler aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines anderen Schicksalsschlags längere Zeit fehlt. Das Gerät steht den Leutkircher Schulen gemeinsam zur Verfügung und wird jeweils dort eingesetzt, wo es benötigt wird.

Von zu Hause oder aus einer Klinik können sich die betroffenen Kinder und Jugendlichen mit dem Telepräsenzroboter verbinden. Sie können hören, was die Lehrkraft erklärt, sich am Unterricht beteiligen und mit ihren Klassenkameraden sprechen. Auf diese Weise sollen sie weiterhin am Unterricht und am Leben ihrer Klasse teilnehmen können.

Wenn der Roboter zum Mitschüler wird

Wie selbstverständlich der Einsatz funktionieren kann, hat Ayse Ammermann, Schulleiterin der Grundschule Oberer Graben, bereits erlebt. „Ich durfte bei einem Unterrichtsbesuch erleben, wie dieses Gerät im Unterricht eingesetzt wird, und war fasziniert, wie selbstverständlich die Kinder damit umgegangen sind und die Mitschülerin, die nicht im Klassenzimmer sein konnte, miteinbezogen haben.“

Dabei geht es nicht nur darum, keinen Unterrichtsstoff zu verpassen. Wer über Wochen oder Monate nicht zur Schule kommen kann, verliert schnell den Kontakt zum gewohnten Alltag. Gespräche mit Freunden, gemeinsame Erlebnisse und das Gefühl, zur Klasse zu gehören, fehlen. Der Roboter soll helfen, diese Verbindung aufrechtzuerhalten.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses Gerät für die Leutkircher Schulen anschaffen konnten, und sehr dankbar, dass wir von den drei Stiftungen so großartig unterstützt wurden“, sagt Bernd Schosser, geschäftsführender Schulleiter.

Drei Stiftungen finanzieren Anschaffung

Finanziert wurde der Telepräsenzroboter gemeinsam von der Bürgerstiftung Leutkirch, der Thussi-Drexler-Stiftung und der Miller-Weber-Stiftung.

Auch für die Stiftungen steht die Teilhabe der betroffenen Kinder im Mittelpunkt. Rosemarie Miller-Weber und Silvana Schädle von der Bürgerstiftung Leutkirch betonen: „Wir unterstützen die Leutkircher Schulen sehr gerne und sehen hier vor allem einen großartigen Beitrag in Sachen Teilhabe von Kindern, die einen schweren Schicksalsschlag verkraften müssen.“

Unterstützer für laufende Kosten gesucht

Während die Anschaffung durch die drei Stiftungen finanziert ist, entstehen für den laufenden Betrieb jährlich Kosten von etwas mehr als 1.000 Euro. Diese müssen von den Schulen getragen werden.

Deshalb werden weitere Unterstützer gesucht. Unternehmen, Vereine, Institutionen und Privatpersonen können mit einer Spende dazu beitragen, den dauerhaften Einsatz des Telepräsenzroboters zu sichern.

So kann der Roboter dazu beitragen, dass ein längerer Ausfall vom Präsenzunterricht nicht gleichzeitig bedeutet, den Kontakt zur Klassengemeinschaft zu verlieren.

(Quelle: Bürgerstiftung Leutkirch)