Die Zahl der Eichenprozessionsspinner-Nester hat sich in Bad Waldsee gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht. Mit 20 neuen Nistkästen will die Stadt künftig vorbeugen.
Der Eichenprozessionsspinner hat die Stadt Bad Waldsee in diesem Jahr deutlich stärker beschäftigt als im Vorjahr. Bereits im Juni mussten an mehreren Stellen Maßnahmen ergriffen werden, um die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Risiken der Raupen zu schützen. Nun bereitet sich die Stadt auf das kommende Jahr vor und setzt dabei auch auf natürliche Unterstützung.
Die festgestellten Nester wurden im Juni fachgerecht verklebt. Damit soll verhindert werden, dass sich die feinen Brennhaare der Raupen unkontrolliert verbreiten. Diese können bei Menschen Hautreizungen, allergische Reaktionen und Atemwegsbeschwerden auslösen.
20 Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen
Neben der Bekämpfung eines akuten Befalls setzt die Stadtgärtnerei verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen. In Abstimmung mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat die Stadt im Herbst insgesamt 20 Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen aufgehängt.
Die Kästen befinden sich an Bäumen, die bereits vom Eichenprozessionsspinner befallen waren, oder in deren unmittelbarer Nähe. Die Vögel sollen die Nistmöglichkeiten möglichst früh annehmen und im kommenden Frühjahr dazu beitragen, die Raupenpopulation auf natürliche Weise zu regulieren.
Blau- und Kohlmeisen fressen die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners, bevor diese ihre gesundheitsschädlichen Brennhaare entwickeln. Damit können die Vögel einen Beitrag zur Eindämmung des Schädlings leisten.
Weitere Maßnahmen für 2027 in Planung
Die Stadt Bad Waldsee verfolgt einen Ansatz, der gezielte Maßnahmen bei akutem Befall mit langfristiger Vorsorge verbindet. Innerhalb der Stadtverwaltung wird derzeit über weitere Möglichkeiten diskutiert, um einem erneuten starken Befall im kommenden Jahr entgegenzuwirken.
Welche zusätzlichen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, steht bislang nicht fest. Ziel der Stadt und der Stadtgärtnerei ist es, gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung möglichst frühzeitig zu reduzieren und natürliche Möglichkeiten zur Regulierung des Eichenprozessionsspinners zu nutzen.
(Quelle: Stadt Bad Waldsee)