Goldmünzen an Betrüger übergeben Falscher Chefarzt betrügt Senior in Biberach

Falscher Chefarzt betrügt Senior in Biberach
Ein Senior am Telefon: Mit der erfundenen Geschichte über seine schwer erkrankte Tochter brachten Betrüger einen Mann aus Biberach um Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro. (Symbolbild: Wavebreakmedia / iStock / Getty Images Plus)
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Ein Betrüger gab sich am Dienstag am Telefon als Chefarzt aus und täuschte die schwere Erkrankung der Tochter vor. Der Senior verlor Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Gegen 17 Uhr erhielt der Mann einen Anruf von einem Unbekannten. Dieser behauptete, Chefarzt einer Biberacher Klinik zu sein, und erklärte, die Tochter des Seniors liege mit Darmkrebs im Endstadium im Krankenhaus.

Für ihre Behandlung werde ein teures Medikament aus der Schweiz benötigt. Dafür müsse der Angerufene vorab einen Geldbetrag bezahlen. Alternativ könne die Zahlung durch die Übergabe von Goldmünzen erfolgen.

Der Senior entschied sich für die Goldmünzen. Gegen 17.15 Uhr übergab er an seiner Wohnanschrift mehrere Münzen im Wert von mehreren zehntausend Euro an einen unbekannten Abholer. Dieser nahm die Goldmünzen an sich und entfernte sich zu Fuß.

Erst später kamen dem Mann Zweifel. Er verständigte seine Tochter, die den Betrug erkannte und Anzeige erstattete. Die Kriminalpolizei Biberach hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei sucht unbekannten Abholer

Der gesuchte Mann soll etwa 40 bis 45 Jahre alt und rund 160 bis 165 Zentimeter groß sein. Die Polizei beschreibt ihn als Nichtdeutschen, eventuell Osteuropäer, mit kräftiger Statur. Er hatte demnach ein rundliches Gesicht, dunkle große Augen sowie eine Glatze mit dunklen Haaren am Hinterkopf. Bekleidet war er mit einem kurzärmeligen Hemd mit blauem Muster.

Der Abholer war im Bereich der Nickeleshalde unterwegs. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 07351/447-0 entgegen.

Polizei warnt vor Telefonbetrug

Die Polizei weist darauf hin, dass sie am Telefon niemals um Bargeld oder Wertgegenstände bittet. Telefonbetrüger seien regelmäßig aktiv und mit ihren Maschen teilweise erfolgreich.

Die Polizei rät, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen und bei Forderungen nach Geld oder persönlichen Daten misstrauisch zu werden. Betroffene sollten auflegen und selbst die 110 wählen, ohne die Rückruftaste zu benutzen.

Zudem sollten am Telefon keine Angaben zu persönlichen und finanziellen Verhältnissen gemacht werden. Da Betrüger in Telefonverzeichnissen gezielt nach Vornamen suchen können, die auf ältere Menschen hindeuten, kann es nach Angaben der Polizei sinnvoll sein, sich aus öffentlichen Verzeichnissen streichen oder den Vornamen dort nur abgekürzt aufführen zu lassen.

Bei verdächtigen Anrufen empfiehlt die Polizei außerdem, sich mit der Familie oder anderen Vertrauenspersonen zu beraten und die Präventionstipps im Familien- und Freundeskreis weiterzugeben.

Gemeinsam mit der Landesprävention hat die Polizei eine zehnteilige Clipreihe zu verschiedenen Maschen des Telefonbetrugs produziert. Die Videos sind auf YouTube abrufbar.

(Quelle: Polizeipräsidium Ulm)

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