Hochbetagt am Steuer 98-Jähriger missachtet Vorfahrt – ein Verletzter

98-Jähriger missachtet Vorfahrt – ein Verletzter
Senior (98) verursacht Unfall mit einem Leichtverletzten. (Symbolbild: Claudia Llanos Torres / iStock / Getty Images Plus)

Da staunte selbst die Polizei, als sie am Montagmittag bei der Aufnahme eines Verkehrsunfalls die Papiere des Verursachers kontrollierte. Er war fast 100 Jahre alt. Der Hochbetagte missachtete im Landkreis Rottweil die Vorfahrt.

Ein 98-jähriger Mann missachtete mit seinem Mitsubishi an einer Kreuzung im Industriegebiet in Bochingen (Oberndorf am Neckar) die Vorfahrt eines von rechts kommenden Ford. Wie es von der Polizei heißt, wurde der 44-jährige Ford-Fahrer bei dem Zusammenstoß leicht verletzt und musste in ein örtliches Krankenhaus gebracht werden.

„Fahrfähigkeit selbstkritisch hinterfragen“

Der 98-jährige vermeintliche Unfallverursacher blieb unverletzt. Der Sachschaden beträgt rund 4.000 Euro.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren und auch keine Pflicht, den Führerschein ab einem gewissen Alter abzugeben. „Grundsätzlich gilt für Autofahrende – unabhängig vom Lebensalter: Sie sollten die eigenen Fahrfähigkeiten regelmäßig, vor allem aber selbstkritisch hinterfragen“, so ADAC Experte Chiellino.

Weiter heißt es: Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass die Gruppe der älteren Autofahrenden überdurchschnittlich viele schwere Unfälle verursacht, zeigt die Unfallstatistik ein anderes Bild. Laut dem Statistischen Bundesamt haben im Jahr 2024 Menschen ab 65 Jahren 19,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden verschuldet, die von Pkw-Fahrenden verursacht wurden. Also weniger Unfälle, als ihrem Bevölkerungsanteil von rund 23 Prozent entsprechen würde.