An der SRH Berufsfachschule für Pflege in Pfullendorf hat der dritte NäPa-Kurs begonnen. Zehn Teilnehmende absolvieren die elfmonatige Fortbildung.
Anfang September starteten zehn Teilnehmende aus verschiedenen Hausarztpraxen in die Qualifizierung zur Nichtärztlichen Praxisassistenz (NäPa). Sie kommen aus der Region von Friedrichshafen über Singen bis Albstadt, sind zwischen 20 und 44 Jahre alt und durchlaufen insgesamt 17 Ausbildungsmodule.
Die einzelnen Module finden jeweils an ein bis zwei Tagen pro Monat statt. Die Lernerfolgskontrolle durch die Bezirksärztekammer Nord-Württemberg ist für Juli 2027 geplant.
Entlastung für Praxen
Die NäPa-Fortbildung qualifiziert langjährige Praxismitarbeitende dazu, ärztlich delegierbare Aufgaben selbstständig zu übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Hausbesuche, diagnostische Maßnahmen wie Blutabnahmen, Wundversorgung, die Ermittlung des Hilfsmittelbedarfs und die Organisation von Rezeptverlängerungen. Auch Case-Management-Aufgaben gehören zum Tätigkeitsprofil.
Für Patienten soll das kürzere Wartezeiten, mehr individuelle Beratung und eine größere Expertise direkt in der Praxis bedeuten. Das Praxis-Team soll durch reibungslosere Abläufe und eine Entlastung des ärztlichen Personals profitieren. Die Krankenkassen unterstützen das Modell durch Strukturzuschläge und die Vergütung der erbrachten Leistungen.
Lernen in kleiner Runde
„Die ersten Kurse sind gut angelaufen und wir haben positives Feedback von den Teilnehmenden erhalten. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Fortbildung aktiv zu einer besseren haus- und fachärztlichen Versorgung im Landkreis Sigmaringen beitragen können“, so Horst Geiger, stellvertretender Schulleiter der SRH Berufsfachschule für Pflege in Pfullendorf.
17 Module bis zum Abschluss
Die Fortbildung umfasst 17 Module mit jeweils 8 bis 20 Stunden. Inhaltlich reicht das Angebot von medizinischen Krankheitsbildern über palliativ-organisatorische Aspekte bis zu Kommunikation und Notfallmanagement.
Zusätzlich absolvieren die Teilnehmenden dokumentierte Hausbesuche, die von der Praxisärztin oder dem Praxisarzt bestätigt werden. Den Abschluss bildet eine Lernerfolgskontrolle der Landesärztekammer Baden-Württemberg in Form von Multiple-Choice-Fragen.
Die Fortbildung richtet sich an langjährige Mitarbeitende aus Arztpraxen, darunter Medizinische Fachangestellte, Arzthelferinnen und Arzthelfer sowie Personen mit einer Pflegeausbildung. Sie kann sowohl von Praxen als auch von Privatpersonen in Anspruch genommen werden.
(Quelle: SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen)