Großes Bauprojekt Martinshöfe Weingarten: Das ändert sich im Verkehr

Martinshöfe Weingarten: Das ändert sich im Verkehr
Die Großbaustelle „Martinshöfe“ nimmt sichtlich Form an. Mehr als 500 neue Wohnungen entstehen dort in Weingarten. (Bild: Kernle / Wochenblatt)

Bis 2032 sollen die Martinshöfe in Weingarten fertiggestellt sein. Auf dem ehemaligen Gelände der Maschinenfabrik entsteht direkt unterhalb der Basilika ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einzelhandel und öffentlichen Bereichen. Mit der Entwicklung des Areals wird sich auch der Verkehr rund um die Martinshöfe verändern.

Die Abt-Hyller-Straße und die anschließende Heinrich-Schatz-Straße seien insbesondere für den öffentlichen Nahverkehr von zentraler Bedeutung, teilt die Stadt auf Anfrage des Wochenblatts mit. Zudem müssten bestehende Grundstückszufahrten auch künftig erreichbar bleiben. Auch die Martinshöfe selbst werden über die Straße erschlossen. Unter anderem entsteht derzeit die Tiefgaragenzufahrt für die Baufelder A und B. Verändern soll sich der Bereich zwischen der Einmündung der Schützenstraße und der Einmündung Heinrich-Schatz-Straße/Postplatz. Dort soll der Charakter der Innenstadt über die Straße hinweg in das neue Quartier weitergeführt werden. Die Stadt spricht deshalb von einer Verlängerung des Münsterplatzes und einer platzähnlichen Gestaltung.

Tempo 20 am Münsterplatz

Vorgesehen ist in diesem Bereich ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20. Damit soll der Bereich weiterhin für den Verkehr nutzbar bleiben, allerdings deutlich entschleunigt.

Wie der Straßenraum künftig konkret aussehen wird, ist nach Angaben der Stadt allerdings noch offen. Welche Oberflächen verwendet werden und welche weiteren gestalterischen Elemente hinzukommen, steht derzeit noch nicht fest. Der Fahrbahnbelag soll sich optisch verändern und dadurch einen Übergang zum Münsterplatz schaffen. Auch für den Busverkehr ist eine Änderung geplant. Die Haltestelle gegenüber der Post soll wieder an ihren ursprünglichen Standort zurückkehren.

Dieser Bereich am Münsterplatz Weingarten soll künftig als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich gelten. Bislang gilt hier Tempo 50.
Dieser Bereich am Münsterplatz Weingarten soll künftig als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich gelten. Bislang gilt hier Tempo 50. (Bild: Kernle / Wochenblatt / Grafik: Kernle)

Tempo 30 auf der Abt-Hyller-Straße: Klimamobilitätsplan

Eine weitere Änderung betrifft die Abt-Hyller-Straße ab den Martinshöfen bis zum Charlottenplatz, sowie die Heinrich-Schatz-Straße ab der „Linde“ bis zum Stadttunnel. Dort soll künftig Tempo 30 gelten. Nach Angaben der Stadt steht diese Maßnahme allerdings nicht mit den Martinshöfen in Zusammenhang. Hintergrund ist vielmehr die geplante Radvorrangroute Ost-West.

Weingarten hat im Rahmen des Klimamobilitätsplans entsprechende Ziele beschlossen. Neben dem Radverkehr soll dabei auch der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden.

Charlottenplatz soll Mobilitäts-Hub werden

Auch am Charlottenplatz sind Veränderungen vorgesehen. Der Platz soll zu einem Mobilitäts-Hub weiterentwickelt werden. Dort sollen künftig bessere Um- und Zustiegsmöglichkeiten geschaffen und verschiedene Mobilitätsangebote miteinander verknüpft werden.

Eine Rolle spielt zudem der Fußverkehr. Die Stadt will zusätzliche und bessere Wegeverbindungen schaffen. Dadurch soll insbesondere die Verbindung zwischen der Innenstadt und dem neuen Quartier verbessert werden.

Mit den Martinshöfen soll die Innenstadt nach den Vorstellungen der Stadt funktional erweitert werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem die geplante Einzelhandelsnutzung im Baufeld G und die „Grüne Mitte“, die als Treffpunkt dienen soll.

Dieser Plan zeigt die Martinshöfe. Insbesondere im Baufeld „G“ soll der Einzelhandel ansässig werden.
Dieser Plan zeigt die Martinshöfe. Insbesondere im Baufeld „G“ soll der Einzelhandel ansässig werden. (Bild: Stadt Weingarten)

Rund 3000 Fahrten an einem normalen Werktag

Offen ist, wie stark die Martinshöfe den Verkehr im Umfeld tatsächlich verändern werden. Straßen wie die Waldseer Straße sind bereits heute stark frequentiert.

Die Stadt verweist bei der Bewertung auf die frühere Nutzung des Geländes. Auf dem Areal befand sich die Maschinenfabrik, die mit rund 1200 Beschäftigten über viele Jahre zu den größten Arbeitgebern Weingartens gehörte. Entsprechend habe es bereits damals ein erhebliches Verkehrsaufkommen gegeben – einschließlich Schwerlastverkehr.

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens wurde ein Verkehrskonzept erstellt. Dieses geht für einen normalen Werktag von rund 3000 Fahrten aus, die von den Martinshöfen ausgehen oder zu ihnen führen.

Das Verkehrsaufkommen werde sich dabei auf das bestehende Straßennetz verteilen. Auf Grundlage der durchgeführten Untersuchungen geht die Stadt nicht davon aus, dass die umliegenden Straßen dadurch überlastet werden.

Damit wird sich der Verkehr rund um die Martinshöfe zwar verändern. Eine Sperrung der Abt-Hyller-Straße für den allgemeinen Autoverkehr ist nach aktuellem Stand jedoch nicht vorgesehen. Der Bereich zwischen Schützenstraße und Postplatz soll vielmehr stärker an den Münsterplatz angebunden und gleichzeitig verkehrlich entschleunigt werden. Wie dieser neue Stadtraum konkret aussehen wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Wann die Maßnahmen konkret in Kraft treten, wird durch die Stadt bekanntgegeben.

Erste Gebäudeteile sollen bereits 2028 bezugsfähig sein. Die endgültige Fertigstellung der Martinshöfe ist bis 2032 geplant.
Erste Gebäudeteile sollen bereits 2028 bezugsfähig sein. Die endgültige Fertigstellung der Martinshöfe ist bis 2032 geplant. (Bild: Marquardt / Wochenblatt)