Alamannen-Ausstellung neu eröffnet Frühmittelalterliche Alamannen ziehen ins Schlössle

Frühmittelalterliche Alamannen ziehen ins Schlössle
Stadtarchivar Uwe Lohmann (links), Museumswissenschaftlerin Jördis Böhm und OB Clemens Moll vor den beiden bedeutendsten Gräbern der Ausstellung. (Bild: Stadt Weingarten)
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Die Dauerausstellung zu den Funden aus 801 alamannischen Gräbern ist im Stadtmuseum Weingarten wieder geöffnet. Zu sehen ist eine Auswahl aus 13.500 Funden.

Die archäologische Ausstellung war im September 2025 an ihrem bisherigen Standort im Kornhaus geschlossen worden. Nun hat sie im Stadtmuseum im Schlössle eine neue Heimat gefunden. Gezeigt werden unter anderem Exponate zur Bewaffnung, zur Entwicklung sogenannter Fibeln und zum Übergang zum Christentum.

Die Ausstellung war 2008 vom Grafikbüro Bertron-Schwarz-Frey gestaltet worden. Grundlage für den Umzug war die Kulturkonzeption des Gemeinderats, nach der die Standorte für bildende Kunst und Stadtgeschichte in Weingarten stärker gebündelt werden sollten.

Kulturstandorte stärker gebündelt

Mit dem 2024 errichteten PAVILLON am schlössle sowie den Dokumentationen zu Welfen, Stadtgründung und Bauernkrieg unter einem Dach ist dieser Prozess nun abgeschlossen.

Rund 30 geladene Gäste, vorwiegend Kulturschaffende sowie Mitglieder des Gemeinderats, waren vergangene Woche bei der Wiedereröffnung anwesend. Oberbürgermeister Clemens Moll verwies auf verschiedene Forschungsfelder, auf denen Wissenschaftler anhand des Fundguts neue Erkenntnisse gewinnen können. Viele Gräber seien nach modernen Standards dokumentiert und bis heute eine wichtige Quelle für Forschungsmethoden wie die DNA-Analyse.

„Weingarten genießt unter Facharchäologinnen und -archäologen einen hervorragenden Ruf und wird in wissenschaftlichen Publikationen zur Merowingerzeit regelmäßig als Standardfundort genannt“, hob Moll in seinem Grußwort hervor.

Weitere Sprachen sind geplant

Neben archäologischen Sonderausstellungen ist vorgesehen, die Begleittexte zu den Ausstellungsstücken künftig nicht nur ins Englische, sondern auch in weitere Sprachen zu übersetzen. In den abschließenden Dankesworten wurde deutlich, dass sowohl die Ausstellung als auch deren Umzug ein Gemeinschaftswerk vieler Beteiligter ist.

Nach der Feierstunde gaben Museumsmitarbeitende anhand ausgewählter Objekte detaillierte Einblicke in die Ausstellung. Der Archäologin und Museumswissenschaftlerin Jördis Böhm waren dabei die realistische Nachzeichnung archäologischer Tätigkeit sowie der Verzicht auf einen absoluten Wissensanspruch in den Ausstellungstexten wichtig.

Stadtarchivar Uwe Lohmann stellte unter anderem Fibeln, also Gewandschließen, einen Kamm und einen Rüsselbecher vor. Die Objekte zeigen die kunsthandwerklichen und handwerklichen Fähigkeiten, über die die Alamannen bereits vor 1.500 Jahren verfügten.

Besuch auch für Gruppen und Schulklassen

Die Ausstellung richtet sich an Bürgerinnen und Bürger aus Weingarten und der Region sowie an die breitere Öffentlichkeit. Gruppen und Schulklassen können die Alamannen-Ausstellung im Schlössle in der Scherzachstraße 1 auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten buchen.

Weitere Informationen zum Museumsbesuch gibt es unter stadtweingarten.de/alamannen, per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0751/405-255.

(Quelle: Stadt Weingarten)

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