Wer an Sport denkt, dem kommt zunächst vermutlich Fußball oder Tennis in den Sinn. In der Region gibt es allerdings eine eher untypische Sportart, deren Wachstum mittlerweile jedoch nicht mehr zu bestreiten ist: Bierpong!
Aus der Kategorie „Das gibt’s wirklich?!“ stammt folgender Club: Die „Konstanz Kingfishers“. Ein „BPong“-Verein, der in der aufregenden Welt der gleichnamigen Liga aktiv ist. Hierbei geht es längst nicht mehr um Alkoholkonsum – treffen und gewinnen ist die Devise.
Die Regeln sind einfach: Die Spieler versuchen Tischtennisbälle geschickt über einen Tisch zu werfen, der mindestens 2,4 Meter lang und 70 Zentimeter hoch ist. Ziel ist es, in die Becher am gegenüberliegenden Ende des Tisches zu treffen. Mittlerweile stellt das eine richtige Sportart dar, die in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen hat. Es ist ein Wettbewerb, der Geschicklichkeit, Präzision und Strategie erfordert.
Wöchentliche Trainingseinheiten
Die Mitglieder der „Konstanz Kingfishers“ nehmen ihr Training ernst und verbringen jede freie Minute damit, ihre Fähigkeiten am Tisch zu verfeinern. Zum Bierpong gehört nicht nur das Werfen von Bällen in Becher, sondern auch taktische Überlegungen, Teamarbeit und eine ordentliche Portion Spaß.
„Die Community ist der Hammer. Alle teilen die gleiche Leidenschaft. Man unterstützt sich gegenseitig und feuert sich an“, erzählt Marcel Sauter, der Kapitän der zweiten Konstanzer Mannschaft. Um die 2000 Mitglieder zählt die Liga mittlerweile – Tendenz steigend. So findet man beinahe an jeder Ecke einen Verein, der sich über neue Mitglieder freut.
Matches finden meist online statt
Nicht nur Corona hat dazu beigetragen, dass die Begegnungen der Teams aus der Bundes-, Regional-, und Kreisliga hauptsächlich über das Laptop stattfinden. Denn nicht nur die Schwaben haben Spaß am außergewöhnlichen Sport.

Teams wie die „Niederrhein Allstars“, die „Kölner Reinshooters“ oder sogar der „1. BPC Luxemburg“ mischen ordentlich mit. Insgesamt zehn Länder sind Teil der Liga, dabei unter anderem Österreich, Schweiz und Ungarn. In der Region kämpfen neben den „Kingfishers“ beispielsweise auch der „1. BPC Allgäu-Bodensee“ oder der neu gegründete „Swabian Bierpong Club“ aus Ringschnait um Siege. Der Kommunikationsdienst „Zoom“ wird dann zum Schauplatz für spannende Duelle.
Rund alle zwei Wochen steht ein neuer Gegner an. Gespielt wird in Form von acht Einzelmatches und vier Doppeln. Wer einen Spieltag für sich entscheiden kann, sichert sich weitere wichtige Punkte für den Kampf um den Aufstieg.
Teamfeeling und Spaß stehen an oberster Stelle
Die Atmosphäre der Spiele ist mitreißend und voller Energie, während die Spieler versuchen die Bälle präzise in den Bechern zu platzieren. „Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Liga und des Vereins ist ein ganz anderes, als beim klassischen Mannschaftssport. Denn beim Bierpong steht man meist allein am Tisch. Doch allein ist man ganz und gar nicht – das Team ist immer in unmittelbarer Nähe um einen herum, schließlich bangen und fiebern Alle mit. So wird das Einzelmatch automatisch zum Mannschaftserlebnis.“
Generell geht es hier außerordentlich familiär zu, auch zwischen den Vereinen. Denn auch der Konkurrenzkampf ist nicht mit anderen Sportarten zu vergleichen: „Selbst bei einem Live-Spieltag, an dem man vor Ort auf die Gegner trifft, sind auch sie es, die einen anfeuern. Es steht einfach der Spaß im Vordergrund und alle gönnen einem ein gutes Spiel“, so der Kapitän.
Das „Zielwasser“ ist kein Muss
Wie der Name bereits verraten könnte ist Bierpong ein beliebtes Partyspiel. Da liegt es doch nahe das dabei das ein oder andere alkoholische Getränke genossen wird. Oder etwa nicht?
„Sowohl die BPong-Bundesliga als auch wir Vereine wollen das Spiel zum Sport machen. Wir spielen mit Wasser in den Bechern. Natürlich wird hier und da das ein oder andere Bier konsumiert. Tatsächlich schwören auch einige darauf, dass die ruhigere Hand und das bessere Zielen durch das „Zielwasser“ kommt. Mittlerweile spielen aber immer mehr Personen nüchtern, um das volle Potential aus den Wurffertigkeiten ausschöpfen zu können. Das verdiente Bierchen gibt es dann nach dem Matchsieg“, erklärt Marcel lachend.
Großer Sponsor lenkt Aufmerksamkeit auf den Sport
Gefördert wird die Liga zwischenzeitlich sogar von einem namenhaften Investor. Die Brauerei Erdinger ist seit 2023 starker Partner und Hauptsponsor. Glaubt man den Gerüchten soll Erdinger sich bereit erklärt haben rund eine Millionen Euro in die Sportart fließen zu lassen. Deshalb kann man auch künftig davon ausgehen, dass die Zahl der Anhänger und Spieler weiterhin wachsen dürfte. Im März geht nun außerdem der vierteljährliche, sogenannten „Erdinger-Cup“ in die nächste Runde. Auch dann heißt es wieder: Auf die Cups, fertig, los!
Die „Konstanz Kingfishers“ haben nicht nur sportlichen Erfolg, sondern tragen auch zur Weiterentwicklung und Anerkennung der Sportart bei. Ihr Engagement und ihre Hingabe zeigen, dass Bierpong mehr sein kann, als nur ein lockeres Trinkspiel – nämlich eine ernsthafte sportliche Herausforderung.
Im Falle der zweiten Mannschaft sieht die Saison bislang vielversprechend aus. Die Jungs und Mädels vom Bodensee sind auf dem besten Weg in Richtung Aufstieg. Für die kommenden Spiele drücken wir die Daumen!
(Quelle: Marcel Sauter, bpbl.de)