Größtes Einzelbauprojekt der Gemeinde Kinder- und Familienzentrum in Kressbronn eröffnet

Kinder- und Familienzentrum in Kressbronn eröffnet
v. l. Landrat Luca Wilhelm Prayon, Cornelia Blender (Gemeindearchiv), Christoph Dembek (Gemeindearchiv), Kultusminister Andreas Jung, Natalie Kugel (Familientreff), Lena Vollmer (Bachtobelkindergarten), Anja Denzel (Bachtobelkindergarten) und Bürgermeister Daniel Enzensperger (Bild: Gemeinde Kressbronn)
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Das neue Kinder- und Familienzentrum in Kressbronn a. B. ist am Freitag, 25. September, eröffnet worden. Es vereint Betreuung, Familientreff, Archiv und Wohnungen.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche und Bürgerschaft nahmen an dem Festakt im Baugebiet Bachtobel teil. Unter einem Dach befinden sich eine fünfgruppige Kinderbetreuungseinrichtung, der Familientreff, das Gemeindearchiv und zwölf kommunale Wohnungen. Für die Gemeinde ist es das größte Einzelbauprojekt ihrer Geschichte.

Frühkindliche Bildung im Mittelpunkt

Bürgermeister Daniel Enzensperger betonte die Bedeutung frühkindlicher Bildung. Diese sei weit mehr als Betreuung und schaffe wichtige Grundlagen für die geistige, sprachliche, soziale, emotionale und motorische Entwicklung. Das Zentrum sei bewusst als Ort für Kinder und Familien, zugleich aber für die gesamte Gemeinde konzipiert worden.

Kultusminister Andreas Jung würdigte die Investition und hob die Bedeutung guter Bildungschancen von Beginn an hervor. Sein besonderer Dank galt den pädagogischen Fachkräften. Neben guten Konzepten brauche es auch Räume, in denen sich Kinder entfalten könnten.

Das Land Baden-Württemberg unterstützte das Projekt mit rund 694.100 Euro, während die Gemeinde den weit überwiegenden Teil der Investition selbst trägt. Jung dankte auch den Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Alexander Bruns und Martin Hahn. Mit Blick auf den zur Eröffnung angereisten Bürgermeister Régis Ligier aus der französischen Partnergemeinde Maîche betonte er zudem die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft und eines geeinten Europas.

Familientreff als Ort der Begegnung

Landrat Luca Wilhelm Prayon verwies auf veränderte Familienstrukturen. Viele Menschen kämen wegen attraktiver Arbeitsplätze in die Region, hätten Großeltern und andere Angehörige jedoch nicht mehr in unmittelbarer Nähe. Umso wichtiger seien Orte, an denen Familien Kontakte knüpfen, sich austauschen und Unterstützung erhalten könnten.

Eine wichtige Rolle spiele dabei der Familientreff. Seit mehr als 35 Jahren gibt es diese Einrichtungen im Bodenseekreis, insgesamt sind es 20. Prayon dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit mit Kindern und Eltern.

Vom Betreuungsbedarf zum Großprojekt

Ausgangspunkt für das Projekt war der 2016 festgestellte zusätzliche Bedarf an Betreuungsplätzen. 2017 begann die Gemeinde mit den Planungen für eine neue Kinderbetreuungseinrichtung im Baugebiet Bachtobel. Später entstand die Idee, weitere kommunale Nutzungen zu integrieren.

Neben dem Familientreff erhielt auch das Gemeindearchiv neue Räume. Die bisherigen Räumlichkeiten im Rathaus boten weder ausreichend Platz noch erfüllten sie die notwendigen Anforderungen unter anderem an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht- und Brandschutz. Zwölf kommunale Mietwohnungen ergänzen das Gebäude.

Aus einem Realisierungswettbewerb im Jahr 2020 ging das Architekturbüro Frank Heinz aus Waldkirch als Sieger hervor. Am 25. Mai 2022 fasste der Gemeinderat den Baubeschluss. Die damalige Kostenberechnung belief sich auf insgesamt 15,7 Millionen Euro.

Davon entfielen 7,8 Millionen Euro auf Kinderbetreuung und Familientreff, 1,2 Millionen Euro auf das Gemeindearchiv einschließlich zweier Tiefgaragenstellplätze und 4,8 Millionen Euro auf die kommunalen Mietwohnungen einschließlich 19 Tiefgaragenstellplätzen. Weitere 1,8 Millionen Euro waren für 21 Tiefgaragenstellplätze vorgesehen, die dem benachbarten Wohn- und Geschäftshaus zugeordnet sind.

Als 2024 ein Förderprogramm nach dem sogenannten Windhundprinzip aufgelegt wurde, reichte die Gemeindeverwaltung noch am Tag der Veröffentlichung einen Antrag beim Regierungspräsidium Tübingen ein. Dadurch erhielt das Projekt zusätzlich 694.100 Euro Förderung.

Schlüsselübergabe und kirchlicher Segen

Architekt Matthias Beisel blickte während der Eröffnung auf die mehrjährige Planungs- und Bauphase zurück. Ziel sei es gewesen, neben einem funktionalen Gebäude auch einen Ort für Gemeinschaft, Begegnung und Rückzug zu schaffen.

Pfarrer Ulrich Adt und Pfarrer Armin Noppenberger segneten das Gebäude sowie die Kinder, Familien und Menschen, die künftig dort ein- und ausgehen.

Zum Abschluss übergab Bürgermeister Enzensperger die Schlüssel offiziell an die Kinderbetreuungseinrichtung, den Familientreff und das Gemeindearchiv. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Manuela Klöckner und Markus Thaler. Anschließend konnten die Gäste das Gebäude bei Führungen kennenlernen.

Tag der offenen Tür

Am Samstag, 26. September, öffnete das Kinder- und Familienzentrum unter dem Motto „Kennenlernen. Entdecken. Mitmachen.“ für alle Interessierten. Informationsstände, Bastelangebote, Kinderschminken und die Bewirtung durch die Elternbeiräte ergänzten das Programm.

(Quelle: Gemeinde Kressbronn a. B.)