Neue Therapie für Frauen Myoblate in Ravensburg: Schonende Hilfe bei Myomen

Myoblate in Ravensburg: Schonende Hilfe bei Myomen
Dr. Philipp Guttenberg, Oberarzt der Frauenklinik am St. Elisabethen-Klinikum und Leiter des Endometriosezentrums, Dr. Martina Gropp-Meier, Chefärztin der Frauenklinik am St. Elisabethen-Klinikum, und Farjad Azad Farbod, Oberarzt der Frauenklinik am St. Elisabethen-Klinikum (von links) (Bild: Mona Lippisch/Oberschwabenklinik)
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Die Frauenklinik am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg bietet mit Myoblate eine neue Behandlungsmethode bei Myomen und Adenomyose an. Dabei bleibt die Gebärmutter erhalten.

Starke Blutungen und Schmerzen begleiteten eine heute 30-jährige Ravensburgerin seit ihrer ersten Periode. Die Beschwerden waren teilweise so ausgeprägt, dass sie weder zur Schule gehen noch Sport treiben konnte. „Ich hatte sehr, sehr starke Blutungen, die auch nicht wie üblich nach sieben Tagen wieder zu stoppen waren, sondern tatsächlich über Wochen und sogar Monate anhielten“, berichtet die Patientin.

Im März 2026 wurde die Frau als eine der ersten Patientinnen am St. Elisabethen-Klinikum mit dem sogenannten Myoblate-Verfahren behandelt. Die minimalinvasive Methode ermöglicht es, geeignete Myome und Adenomyoseherde gezielt zu behandeln, ohne die Gebärmutter aufzuschneiden. Besonders für Frauen mit Kinderwunsch kann der Erhalt des Organs von Bedeutung sein.

Was sind Myome und Adenomyose?

Myome sind in der Regel gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter. Sie können Beschwerden verursachen, müssen jedoch nicht grundsätzlich behandelt werden. „Wenn Myome Beschwerden machen oder wenn sie sehr schnell wachsen, dann geht es immer um die Frage der Behandlung“, erklärt Dr. Martina Gropp-Meier, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Elisabethen-Klinikum.

Ähnliche Beschwerden können bei einer Adenomyose auftreten. Dabei breitet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter aus. Auch diese Erkrankung kann starke Blutungen und erhebliche Schmerzen verursachen.

Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Größe und Lage der Myome beziehungsweise Adenomyoseherde sowie von den individuellen Beschwerden ab.

„Danach wird im gemeinsamen Konsens eine Therapie besprochen“, erläutert Dr. Philipp Guttenberg, Leiter der Myomsprechstunde und des Endometriosezentrums am St. Elisabethen-Klinikum. Seit Anfang 2026 gehört auch das Myoblate-Verfahren zum Behandlungsspektrum der Frauenklinik.

Myoblate behandelt betroffenes Gewebe gezielt

Bei der Myoblate-Behandlung wird das betroffene Gewebe nicht herausgeschnitten, sondern mithilfe einer speziellen Sonde gezielt verödet. Der Eingriff erfolgt unter Ultraschallkontrolle. Dabei wird die Sonde über die Scheide zum jeweiligen Befund geführt.

In der Regel verbringen Patientinnen nach dem Eingriff eine Nacht stationär im Krankenhaus. Allerdings eignet sich das Verfahren nicht für jedes Myom und jede Patientin. Ob die Behandlung infrage kommt, wird deshalb vorab individuell geprüft.

Für die 30-jährige Ravensburgerin, die an einer überwiegend lokal begrenzten Adenomyose litt, spielte insbesondere der mögliche Erhalt ihrer Gebärmutter eine entscheidende Rolle.

Patientin berichtet von positiven Erfahrungen

Nach ihrer Behandlung im März 2026 konnte die Ravensburgerin bereits nach einer Woche zu Hause wieder arbeiten. Auch die Betreuung während des Eingriffs hat sie positiv in Erinnerung behalten. „Das Team hat mich total beruhigt“, erzählt sie.

Bei einer späteren Ultraschallkontrolle zeigte sich ein aus ihrer Sicht erfreuliches Ergebnis. „Man sah meiner Gebärmutter die Schädigungen nicht mehr an. Myoblate hat rein vom Ultraschallbild her so funktioniert, wie wir das wollten.“

Ob sich ihre Beschwerden langfristig verbessern, bleibt allerdings noch abzuwarten. Die Patientin nimmt weiterhin Hormone, die im November abgesetzt werden sollen. Erst danach wird sich zeigen, wie sich ihr Zyklus und die Beschwerden entwickeln.

Ein Kinderwunsch bleibt grundsätzlich möglich. Für die junge Frau bedeutet die Behandlung deshalb viel: „Für mich persönlich ist das ein Wunder.“

Informationsabend zu Myoblate am 12. November

Die Frauenklinik des St. Elisabethen-Klinikums in Ravensburg informiert am Donnerstag, 12. November 2026, um 18 Uhr über Myome, Adenomyose und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt steht das neue Myoblate-Verfahren, das auch zur Behandlung der Adenomyose zugelassen ist.

Die Veranstaltung richtet sich an Patientinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal.

Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier, Dr. Philipp Guttenberg und Oberarzt Farjad Azad Farbod stellen die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten und das neue Verfahren vor. Ergänzend gibt Daniel Göcke von der UN Kebomed GAS AG Einblicke in die Behandlungsmethode.

Geplant ist außerdem eine praktische Hands-on-Erfahrung mit dem Myoblate-System. Bei einem anschließenden Imbiss besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

„Wir möchten verständlich erklären, für wen die Methode geeignet ist, wie die Behandlung abläuft und welche Möglichkeiten sie bietet“, sagt Gropp-Meier.

(Quelle: Oberschwabenklinik)

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