Die Rotheidler Ackerfreunde haben in Kofeld ein neues fünfjähriges Naturschutzprojekt gestartet. Auf fünf Hektar sollen 45 Pflanzenarten Lebensraum für Tiere bieten.
Bei einem Treffen vor Ort zogen die beteiligten Unternehmen eine erste Zwischenbilanz. Auch Bodneggs Bürgermeister Patrick Söndgen war dabei und nutzte den Anlass für Besuche bei den drei beteiligten Unternehmen.
Auf der fünf Hektar großen Fläche wachsen in den kommenden fünf Jahren insgesamt 45 verschiedene Pflanzenarten. Dazu gehören Wildarten wie Kornblumen, Wiesenflockenblumen und Wilde Möhre sowie Kulturarten wie Buchweizen, Phacelia und Sonnenblumen.
Die Pflanzen entwickeln sich unterschiedlich: Einige Arten bleiben über den gesamten Zeitraum erhalten, andere entfalten sich erst nach ein oder zwei Jahren. Wieder andere blühen ausschließlich im ersten Jahr. Gemeinsam sollen sie Insekten, Vögeln und Wildtieren langfristig Nahrung und Lebensraum bieten.
Blühbrache bleibt fünf Jahre unberührt
Anders als beim bisherigen Wildpflanzenacker bleiben die Pflanzen nach der Blüte vollständig stehen. Im folgenden Jahr werden sie von neuen Trieben überwachsen. Dadurch soll sich eine weitgehend ungestörte und geschützte Fläche entwickeln.
Das Projekt wird von den drei Rotheidler Unternehmen bellissa HAAS, HAS Technologie und STERK abbundzentrum gefördert. Ihre Zusammenarbeit begann bereits 2021 mit einem Wildpflanzenacker.
Bürgermeister Patrick Söndgen lobte bei seinem Besuch sowohl das Naturschutzprojekt als auch die Zusammenarbeit der beteiligten Betriebe.
Auch die Geschäftsführer Jochen Eißler und Hans-Peter Blum von HAS Technologie zogen eine positive Zwischenbilanz. „Dass die diesjährigen Pflanzen trotz extremer Hitze und Trockenheit des Rekordsommers erstaunlich lange blühten, finden wir besonders beeindruckend und bestätigt den ungestörten Bodenaufbau während der vorigen fünf Jahre Wildpflanzenacker“, erklärten sie.
Oliver Kühn, Geschäftsführer von bellissa HAAS, hob den langfristigen Schutz der Fläche hervor: „Uns gefällt am neuen Projekt am besten, dass die gesamte Fläche über fünf Jahre als Brache stehen bleibt und dadurch einen besonders geschützten Lebensraum bietet. Das passt perfekt zu unserer Firmenphilosophie“.
Weißer Gänsefuß machte Eingriff notwendig
Dass sich die Blühbrache nicht vollständig ohne Eingriffe entwickeln kann, zeigte sich bereits im ersten Jahr. Auf einer Teilfläche breitete sich das Ackerunkraut Weißer Gänsefuß so stark aus, dass eine Pflegemaßnahme erforderlich wurde.
„Auf einer Teilfläche des Ackers hat sich das Ackerunkraut Weißer Gänsefuß derart dominant ausgebreitet, dass wir im August mit Genehmigung des Landwirtschaftsamtes einen Schröpfschnitt machen mussten“, erläuterte Klaus Sterk. Er ist landwirtschaftlicher Betreiber der Fläche und zugleich Geschäftsführer des STERK abbundzentrums.
Durch den genehmigten Schnitt erhielten die ursprünglich ausgesäten Pflanzenarten wieder ausreichend Platz und Licht zum Wachsen.
Sechstes gemeinsames Förderjahr
Mit dem neuen Projekt setzen die Rotheidler Ackerfreunde ihre Zusammenarbeit im sechsten Förderjahr fort. Nach fünf Jahren Wildpflanzenacker steht nun die langfristige Entwicklung einer Blühbrache im Mittelpunkt.
Zum Abschluss des Treffens unternahmen die Beteiligten eine kleine Rundfahrt mit einem Oldtimer-Traktor. Damit griffen sie augenzwinkernd ihre eigene Einschätzung auf, nach sechs Jahren gemeinsamer Naturschutzarbeit inzwischen zu den „alten Hasen“ zu gehören.
(Quelle: STERK abbundzentrum GmbH)