Einblicke in das finnische Lebensgefühl Finnisches Glück begeistert Gäste in Lindau

Finnisches Glück begeistert Gäste in Lindau
Gemeinsam sorgten sie für einen wunderbaren Abend und einen gelungenen Auftakt der Interkulturellen Wochen: (v. l.) Christa Kottmayr, Geschäftsführerin des Integrationsbeirats des Landkreises Lindau, stellvertretende Landrätin Sonja Müller, Bürgermeisterin der Stadt Lindau Katrin Dorfmüller, Tarja Prüss und Emel Kücükosman, stellvertretende Leiterin der vhs Lindau. (Bild: vhs Lindau)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Mit einer Reise durch ihre zweite Heimat eröffnete Tarja Prüss die Interkulturellen Wochen im Landkreis Lindau. Der Vortrag über Finnland stieß auf großes Interesse.

Warum führen die Finnen seit Jahren den World Happiness Report an? Was macht ein Land glücklich, und was lässt sich von Finnland lernen? Diesen Fragen widmete sich die deutsch-finnische Autorin und Finnland-Expertin Tarja Prüss am Montag bei der Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Wochen im Landkreis Lindau. Das Interesse war groß: Die 80 Plätze im Cavazzen-Keller reichten nicht aus, sodass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

Durch den Abend führte Emel Kücükosman, stellvertretende Leitung der Volkshochschule (vhs) Lindau. In ihrem Grußwort betonte die stellvertretende Landrätin Sonja Müller die Bedeutung der Interkulturellen Wochen. Sie böten Gelegenheit, Begegnungen zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Vielfalt im Landkreis sichtbar zu machen.

Die dritte Bürgermeisterin der Stadt Lindau, Katrin Dorfmüller, stimmte die Gäste mit einem kleinen „Moi!“ und finnischem Augenzwinkern auf den Abend ein.

Eine persönliche Reise durch Finnland

Mit Fotos, Filmen und zahlreichen Geschichten nahm Tarja Prüss das Publikum anschließend mit auf eine Reise durch ihre zweite Heimat. Sie berichtete von Reisen und Begegnungen, bezog die Gäste immer wieder ein und zeigte ein Land, das weit mehr zu bieten hat als Seen, Wälder, Sauna und Nordlichter.

Die Natur ist für viele Finnen ein wichtiger Teil des Lebens. Sie bietet Raum zum Abschalten, Nachdenken und zur Ruhe kommen. Auch die Jahreszeiten prägen den Alltag: Die langen Winter werden ausgehalten, die kurzen Sommer umso intensiver genossen.

Eine besondere Bedeutung hat zudem die Sauna. Sie ist Treffpunkt und zugleich ein demokratischer Ort, denn in der Sauna sind alle gleich, wie Tarja Prüss erläuterte.

Für Heiterkeit sorgten die ungewöhnlichen Seiten des finnischen Lebens. Dazu gehören Weltmeisterschaften im Luftgitarrespielen und Wettbewerbe im Frauentragen. Auch die spektakulären Nordlichter waren Thema des Abends.

Was hinter dem finnischen Glück steckt

Doch das finnische Lebensgefühl beruht auf mehr als Natur und außergewöhnlichen Traditionen. Finnland setzt stark auf Bildung, Kinder und Chancengleichheit. Vertrauen, Gemeinschaft und das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Ein Teil des finnischen Glücks könnte zudem in einer einfachen Haltung liegen: nicht ständig nach mehr zu streben, sondern das wahrzunehmen und zu genießen, was bereits da ist. Dazu gehören die Natur, die Gemeinschaft, der kurze Sommer oder ein Abend in der Sauna.

Neue Perspektiven durch andere Lebensweisen

Damit griff der Vortrag zugleich einen zentralen Gedanken der Interkulturellen Wochen auf: Wer den eigenen Blickwinkel verlässt und sich auf andere Lebensweisen einlässt, kann neue Perspektiven gewinnen.

Am Ende des Abends hatten die Gäste durch persönliche Geschichten, Fotos und Filme Einblicke in das finnische Leben erhalten. Neben neuen Eindrücken gab Tarja Prüss ihnen auch Gedanken über Glück, Gemeinschaft und Zufriedenheit mit auf den Weg.

Mit dem Vortrag über Finnland begann das Programm der Interkulturellen Wochen im Landkreis Lindau. Zum Abschluss blieb ein finnischer Gruß: „Moi moi!“

(Quelle: Stadt Lindau)